Digitale Weihnachten


Weihnachten und  das Jahresende stehen vor der Tür, Zeit für viele zurückzuschauen und Neues zu planen. In diesem Jahr scheint in Deutschland die persönliche Mediennutzung im Mittelpunkt von Umfragen und Diskussionen zu stehen. Statista liefert dazu interessante Schaubilder, die sich als Gesprächsanlass im DaF/DaZ-Unterricht anbieten. Insbesondere für jugendliche Lerner kann das Erstellen und Durchführen eigener Umfragen motivierend sein. Gründe und Alternativen können gemeinsam gesucht und präsentiert werden. Jedenfalls fordern die veröffentlichte Daten zum interkulturellen und persönlichen Vergleich heraus. So geben fast zwei Drittel der Befragten an, im Internet oft ihre Zeit zu verschwenden und fast die Hälfte wünschen sich, dass man in Zukunft weniger online ist:

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

CC0 Pixabay

Aber was hat das mit Weihnachten zu tun? Es wird immer digitaler! Jeder Dritte gibt an, zum Fest mehr Fotos und Videos mit dem Smartphone zu machen. Aber auch hier geben sich viele Deutsche klare Regeln, damit das Telefon nicht den ganzen Abend dominiert. Bei 16 Prozent ist das Telefon an Heiligabend verboten.

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Abschließend noch eine aktuelle Statistik, die das veränderte Nutzerverhalten der deutschen Jugendlichen thematisiert:

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Auch hier liegt ein Vergleich zum eigenen Nutzerverhalten nahe. Um eigene Umfragen zu erstellen, bietet sich Mentimeter an. Nach erfolgter Anmeldung kann man dort sehr schnell und einfach Umfragen veröffentlichen, die dann per Smartphone von der Klasse genutzt werden können. Die Ergebnispräsentation kann man live miterleben. Mögliche Fragen, auch für einen Klassenspaziergang, findet man hier.

Ergänzung (Update 20.12.)

Weihnachtliches im Deutschunterricht hat die Deutsche Welle zusammengestellt:
https://www.dw.com/de/weihnachtliches-im-deutschunterricht/a-46717334

Woher kommt das Christkind? Wer erfand den Adventskranz, und seit wann gibt es in Deutschland eigentlich Weihnachtsmärkte?

Verwandte Themen im Blog:

Hier die Präsentation eines größeren Projekts, das ich als DaF-Lehrer in Budapest mit Schülern A2 bis C1 im DSD-Wiki durchgeführt habe: Weihnachten in Ungarn

Wer sind diese Deutschen – Material


Nachdem in den beiden letzten Blog-Beiträgen das Thema „Wer sind diese Deutschen?“ inhaltlich und anhand eines aktuellen Beispiels besprochen wurde, soll in diesem Post eine kurze Materialsammlung veröffentlicht werden.

Beginnen möchte ich mit einem Gedicht, das ich bereits seit 18 Jahren in meinem Unterricht oder in Fortbildungen nutze. Dabei hat sich die Auseinandersetzung mit dem Text ständig fortentwickelt. Wenn es entsprechend angepasst wird, kann es für unterschiedliche Subkulturen einer „Nationalkultur“ sensibilisieren. Deshalb ist der Text nicht nur für interkulturelle Fragestellungen geeignet, sondern eignet sich auch für den (reflexiv)kulturellen Ansatz:

empfindungswörter

Gedicht von Rudolf Otto Wiemer

aha die deutschen
ei die deutschen
hurra die deutschen

Im Gedicht findet man folgende Empfindungswörter:

Ei – Freude, Überraschung
Hurra – Freude, Begeisterung
Pfui – Abscheu, Verachtung
Ach – Bedauern, Sehnsucht
Nanu – Verwunderung, Überraschung
Oho – Erstaunen,Verwunderung
Hm – Zustimmung
Nein – Ablehnung, Zweifel
Ja ja – Zustimmung

Die Bedeutung der Aussagen hängen stark von Gestik, Mimik und der Intonation ab (Betonung und Wortmelodie).

Didaktisierungen im Internet:

Werbespot: „Diese Deutschen …“

Als Einstieg in das Thema bietet sich ein kurzer Werbespot der Lufthansa an, den man didaktisiert auf den Seiten des Goethe-Instituts findet.

Materialien:

STICHWÖRTER:  Reisen, Stereotypen, deutsch-französisches Verhältnis
DIDAKTISIERUNGEN:
Arbeitsblätter (PDF, 380 KB)
Hinweise für Lehrende (PDF, 200 KB)
Dialogliste (PDF, 145 KB)

Die „Realität“ 😉

Sehr aktuell sind die Filme des WDR, die gerade im Internet abrufbar sind. Diese beschäftigen sich im Spiegel der gegenwärtigen gesellschaftlichen Ereignisse kritisch mit Fragen des typisch Deutschen. Die Darstellung bietet ein differenziertes Bild, (aber ist immer noch ein Bild). Didaktisierungen dazu wären sehr wünschenswert und hilfreich.

Was ist deutsch? Die deutschen Tugenden auf dem Prüfstand

Pünktlichkeit, Sauberkeit und Ordnung, Fleiß und Pflichtbewusstsein – typisch deutsche Tugenden, oder etwa nicht? Quarks & Co nimmt die Tugenden unter die Lupe: Welche Rollen spielen sie in Deutschland wirklich? Quelle

01.03.2016 | 2 Min. | In der Mediathek verfügbar bis 01.03.2021 | Quelle: WDR

Der gesamte Film„Was ist deutsch? – Eine Reise durch die Republik“ in der Mediathek – 43:43 Min. (Mit Untertiteln!)

Dazu gibt es eine Umfrage: Was ist typisch deutsch? und einen Test: Haben Sie Vorurteile?

-> Vorurteile? Testen Sie sich selbst! | Hier geht es zum Test

Auch interessant: – Typisch deutsche Gene – Gibt es das?

Quarks & Co | 01.03.2016 | 03:23 Min. | WDR

http://www1.wdr.de/fernsehen/quarks/deutsch-gene100.html

Ebenfalls als Information zu dem Thema konzipiert sind die Animationen des Goethe-Instituts, deren Fokus auf  „Zeit“ und „Arbeitseinstellung“ (Wertvorstellungen) liegen.

Typisch Deutsch – Umgang mit der Zeit

Typisch Deutsch – Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps

Mentalität und „Wie sind die Deutschen?“ sind Themen einer Folge der erfolgreichen Produktion des GI „Das Deutschlandlabor“. („Eine Entdeckungsreise in 20 Videofolgen für Deutschlernerinnen und -lerner mit Grundkenntnissen ab dem Niveau A2.) Dabei kann man Labor durchaus so verstehen, dass im Film verschiedene Eigenschaften und Handlungsfelder im Deutschen „getestet“ werden. Damit die Filme nicht nur reine Informationsmedien bleiben, ist es wichtig, passende „Zusatzexperimente“ für die Lerner zu finden, in denen die Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden.

Filme zur deutschen Mentalität – Das Deutschlandlabor – Beispiel:

Material:

Die Deutschen sind pünktlich, gut organisiert und lieben Regeln. Stimmt das? David und Nina fragen nach, was typisch deutsche Eigenschaften sind. Und sie sammeln viele neue interessante Regeln für den Alltag. Quelle

Hier nun einige Filme und Serien, die sich sehr konkret mit dem Thema auseinandersetzen:

Typisch!?  – Link zur Website: 

-> Episode 4: Mahlzeit!

Was machen Sie in Ihrer Mittagspause? Diskutieren Sie mit uns auf „Deutsch für dich“.

Zusatz: Online-Übungen für Deutsch im Büro

Auch hier gibt es das Thema: -> Pünktlich!

Oder zum Beispiel eine Präsentation über den  „Schrebergarten“

veröffentlicht am 20.01.2016 aus Panorama DaF A2 Kursbuch (Cornelsen)

Weitere Infos zum Thema im Material zur Ausstellung „Willkommen im Schrebergarten“ (Eine Ausstellung des Goethe‐Instituts Australien in Melbourne und des Institutes für Kunstpädagogik der Universität Leipzig): u.a Videos und Interviews.

YouTube-Fundstücke

Auf Youtube gibt es Erklärvideos zu allen möglichen und unmöglichen Themen, da verwundert es nicht, dass es solche Filme auch für Deutschlerner gibt, denen das Leben in Deutschland erklärt wird. Hier zwei Beispiele. Zuerst passend zu den oben schon zitierten Filmen zum Thema Zeit:

Deutschland für Anfänger, الالتزام بالمواعيد, Pünktlichkeit

Und zum zweiten zu ganz „trivialen“ aber wichtigen Dingen: „Cari antwortet (26) – Schuhe aus | Bier trinken | Schaffen | Buch Gewinnspiel

Weitere Links:

Vor Jahren habe ich zum Thema „Stereotype“ im ZUM-Wiki eine Seite erstellt: Stereotype im DaF-Unterricht. 

Auch im ZUM-Wiki finde ich die Linksammlung zu Integration und interkulturelle Verständigung interessant.  Zu diesem Thema findet man eine Liste verschiedener Werke der Kinder- und Jugendliteratur. Diese Seite nennt einige Titel und bietet Raum für dazu passende Unterrichtsideen. (Link)

Aktuell hat das GI Athen eine Linksammlung zum Thema: Klischees und Stereotypen im DaF-Unterricht Stufe: ab A2 veröffentlicht.

Abschließend ein kurzes Zitat:

Es sind nicht die Unterschiede, die uns trennen. Es ist unsere Unfähigkeit, diese Unterschiede zu erkennen, zu akzeptieren und zu feiern.


Aus: Audre Lord, Schriftstellerin und Aktivistin, Quelle

Wer sind diese Deutschen?


Ja, wer sind wir?
Angelika Merkel, PEGIDA, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Berliner, Bautzener, Sachsen, Bayern, pöbelnde Nazis, Migrantinnen und Migranten, Obdachlose, Millionäre, Kinder, reiche – arme Rentner? Die Liste könnte noch über Seiten fortgesetzt werden. Die Antworten, die für sich in Anspruch nehmen, wahr zu sein, wären ebenso zahlreich. Aber genau das zeigt das Problem, vor dem nicht nur DaF/DaZ-Lehrer und -Lerner, sondern wir Deutschen selbst stehen. Wie „erklären wir uns“? bzw. Wie können wir dazu beitragen, dass Interessierte und Betroffene auf ihre Fragen befriedigende Antworten finden können.

Man möchte meinen, dass pauschale Frage – pauschale Antworten generieren. Es kommt also darauf an, die richtigen Fragen zu stellen und das will gelernt sein. Betrachtet man das Thema genauer, rücken für den Lernprozess noch andere Kriterien in den Mittelpunkt.

Die im (Blog-)Titel stehende Frage habe ich einem YouTube Video entnommen, welches gerade sehr angesagt ist. Hier beschreibt Firas Alshater (Zukar) aus seiner Sicht, seine nicht immer einfach zu verstehenden „Gastgeber“.

Diese Perspektive kennen wir schon seit Jahrzehnten in Deutschland. Im Spielfilm „Almanya“ zum Beispiel findet man Szenen, die aus der Sicht türkischer Migranten erste Beobachtungen und schwierige Situationen beschreiben. Es sind Kleinigkeiten die dem Fremden auffallen und aus denen Fragen entstehen. So zum Beispiel: „Deutsche Männer tragen keine Schnauzbärte“.

Hier sind es Kinder, die diese Frage stellen. Diese sind für ihre Neugier und ihren Mut bekannt, ungewöhnliche Fragen zu formulieren, so dass Erwachsene nicht selten in Erklärungsnot geraten. Erwachsenen fehlen oft diese Eigenschaften. Eine Art „kindlicher Unbekümmertheit“ ist eine gute Voraussetzung, zielführende Fragen für das kulturelle Lernen zu finden und zu formulieren. Unsere Aufgabe als Lehrperson ist es, diese Eigenschaft bei unseren Lernern zuzulassen bzw. zu (re)aktivieren und zu unterstützen.

Ändern wir unsere Perspektive und sehen uns als „Objekte“ der Beobachtungen, können ebenfalls spannende Fragen erwachsen. Was denken die „Anderen“ über uns und warum kommen diese zu diesen Fragen bzw. Antworten. Dies (hier im Ausland) erfahre ich jedes Mal persönlich als Bereicherung. Es macht Lust, noch mehr zu erfahren und es verwundert mich zu sehen, dass es viele Menschen gibt, die dieses Gefühl nicht kennen oder kennen wollen. Zugespitzt formuliert braucht (nicht nur) Deutschland einen gesamtgesellschaftlichen Masterplan für die Entwicklung (inter-)kultureller Kompetenz.

Aber zurück zur DaF/DaZ-Perspektive. Der Ausschnitt „Fatma geht einkaufen“ (ebenfalls aus „Almanya“ ) präsentiert eine Situation, in der sich jeder wiederfinden kann, der schon einmal in einem anderen Land ohne Sprachkenntnisse etwas erreichen wollte.

Das Beispiel zeigt, wie wichtig die sprachliche Kompetenz ist und es verdeutlicht aber auch, dass der Wille zur Verständigung auf beiden Seiten da sein muss. Dieser „gute Wille“ kann nicht immer vorausgesetzt, aber doch gelernt werden.

Verunsicherung, Fragen stellen, Neugier, der Wille, selbst nach Antworten zu suchen, das sind gute Lernvoraussetzungen. Was noch fehlt sind durchdachte Lernszenarien, die dabei helfen. Aber genau hier stehen auch Profis vor einer Herausforderung. Fehlt diese Unterstützung, können Mut und Ausdauer Neues zu erkunden, verloren gehen und neue vereinfachende Erklärungsmuster die Folge sein.

Es gibt Meinungen, dass kaum ein Unterschied zwischen DaF und DaZ existiere. Aber es ist auffällig, dass gerade beim kultursensiblen Lernen wichtige unterschiedliche Ausgangslagen zu beachten sind. DaZ-Lerner werden wie oben gezeigt, durch ihren Alltag im Gastland mit (inter-)kulturellen Fragestellungen konfrontiert. Für DaF-Lerner kann die Situation je nach Ort eine ganz andere sein. Gibt es zum Beispiel im eigenen Land wenig Möglichkeiten mit anderen Kulturen in Verbindung zu treten, fehlt auch der notwendige Impuls, interkulturelles/kulturbezogenes Lernen durch intrinsische Motivation (bei Lehrern und Lernern) in Gang zu setzen. Unterricht, der die schulischen Grenzen nicht überwindet, egal ob virtuell oder real, trägt Laborcharakter. Das hat sich auch durch den einfacheren Zugang zum deutschsprachigen Raum durch das Internet nicht geändert. In der Unterrichtsrealität vieler Länder wird das Internet kaum genutzt und wenn, dann steht meist die Vermittlung von Fakten im Mittelpunkt. Internet-Austauschprojekte oder sogar Videokonferenzen sind noch sehr selten, was auch in der Ausstattung der Schulen begründet sein kann, aber vor allem an der methodisch-didaktischen Schulung. Oft liegt das Problem auch in der geringen bzw. fehlenden kulturellen Sensibilität der Lehrkräfte. In Gesprächen mit Lehrkräften werden von diesen zwar Begriffe wie interkultureller Ansatz oder interkulturelle Kompetenz genutzt, werden aber nicht selten mit anderen Inhalten besetzt. Aktuelle fachdidaktische Diskussionen und Ansätze stoßen dadurch auch auf Unverständnis. Der bewusste Schritt hin zum interkulturellen Ansatz ist Voraussetzung dafür, sich später auch auf einen transkulturellen bzw. kulturwissenschaftlichen Ansatz einzulassen.

Eine zusätzliche Barriere aktuelle Ansätze zu berücksichtigen stellt die Einstellung dar, dass das sprachliche Niveau der Schülerinnen und Schüler nicht optimal für eine (inter-)kulturelle bzw. (kultur-)reflexive Landeskunde sei. Hier brauchen wir praxistaugliche Konzepte, die zeigen, dass dies möglich ist. Zusätzlich muss allen Akteuren bewusst sein, dass die Vermittlung (inter-)kulturelle Kompetenzen nicht allein dem Fremdsprachenunterricht überlassen werden kann, sondern eine fächerübergreifende, ja gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

Wie kann man dem Laborcharakter des Fremdsprachenunterrichts entfliehen? Wie kann man interne und externe schulische Grenzen überwinden?

In einem Interview mit Firas Alshater auf bento.de (SPIEGEL-ONLINE) findet man eine mögliche Lösung. Als Begründung für seinen Film auf YouTube gibt er dort an, dass er zeigen wollte: „Wer wir (wir Flüchtlinge) sind.“ Vergleicht man diese Aussage mit dem Titel und Inhalt seines Films, wird folgendes klar. Ihm ging es bei der Produktion vor allem darum Dinge praktisch auszuprobieren. Deshalb musste er hinaus auf die Straße, dort wo „diese Deutschen“ zu finden sind. Hier konnte er, in selbst entwickelten „Versuchen/Experimenten“ (Umarmung), deren Reaktion herausfinden und festhalten. Der Ausgang der Versuche bleibt dabei offen. Die Ergebnisse heterogen, wie bei der pauschal formulierten Frage nicht zu erwarten war. Der Film als Produkt hat weitere Lerneffekte ausgelöst. Durch die vielen Reaktionen wurde ein Prozess in Gang gesetzt, dessen Ende bzw. Ergebnisse noch nicht abzusehen sind.

Spannend ist die Wechselwirkung, die in Gang gesetzt wurde. Die handelnden Personen (ob als Projektinitiator oder Proband) werden in ihrer Alltagsroutine „gestört“. Aus der Verunsicherung entstehen bei den Beteiligten Fragen, die wiederum Antworten fordern, welche natürlich überprüft, bestätigt oder verworfen werden, um somit wieder neue Fragen aufzuwerfen. Auch wenn die Veränderungen nur in kleinen Schritten erfolgen und vielleicht manchmal kaum sichtbar werden, ist dieser Weg sinnvoller als das Pauken landeskundlicher Fakten.

Das Zauberwort heißt also projektorientiert unterrichten. Wenn wir davon ausgehen, dass man eine Fremdsprache vor allem durch Sprechen, durch die aktive Anwendung der Sprache erlernen kann, dann gilt das auch für den Erwerb (inter-)kultureller Kompetenzen.

Lerner müssen dazu in der Lage sein, sich der Welt und den Kulturen zu öffnen. Sie müssen Erfahrungen sammeln, suchen, recherchieren und reflektieren. Nur durch reale (auch im Internet mögliche) Begegnungen ist dies möglich. Nur so können die eigenen Einstellungen, Urteile hinterfragt werden.

Der Lehrer ist dafür verantwortlich, dass solche Prozesse ausgelöst werden, dass durch das richtige Lernarrangement Lernen stattfinden kann und dass das notwendige methodische Werkzeug erworben wird, damit dieser Lernprozess lebenslang erfolgreich fortgeführt werden kann.

Siehe auch: Teil 2 Wer sind diese Deutschen? – Idee einer Annäherung
PS. Der Text entstand im Zusammenhang mit den am 18. und 19. März 2016 stattfindenden Studientage Deutsch des Goethe-Instituts Kroatien.

Thema der Veranstaltung: „(Inter-)kulturelle Lernprozesse im DaF-Unterricht“.

 

Zusammenfassung: Wortwolken im DaF-Unterricht


Gestern habe ich im Blog-Artikel Wikinar: Wordle & Co Unterrichtsideen für den Fremdsprachenunterricht einen kurzen Workshop zum Thema Wortwolken vorgestellt. Heute gibt es noch mehr Informationen und Materialien rund um das Thema: Wortwolken im DaF-Unterricht. Ihr findet hier:

  • Die ausführliche Beschreibung einer Fortbildung zu diesem Thema und Material
  • Eine Liste mit möglichen Einsatzszenarien für Wortwolken in DaF

Mit Wortwolken in Fortbildungen habe ich mich in den letzten Jahren im Blog Landeskunde (erstmals 2008) und in Online- oder Blended Learning-Kursen oder in Präsenzseminaren beschäftigt. Meist ging es darum, Unterrichtsideen für Wortwolken zu analysieren und eigene Wortwolken zu erstellen. Dabei sollten Ideen für die eigene Unterrichtspraxis entwickelt und Arbeitsblätter mit Wortwolken und Arbeitsanweisungen angefertigt und präsentiert werden. In den letzten 8 Jahren ist so eine Menge Material entstanden, das ich hier gerne veröffentlichen möchte.
Grob kann man den Ablauf fast aller Fortbildungsvarianten so wiedergeben:

  1. Simulation: Bearbeitung von Beispielaufgaben mit Wordle im DaF-Unterricht
  2. Reflexion dieser Aufgaben und Sammlung eigener Unterrichtsideen
  3. Erstellung von Wortwolken: Schritt-für Schritt-Anleitung, Ausprobieren von versteckten Eigenschaften des Wordle-Tools
  4. Planung und Erstellung eines Arbeitsblattes mit Wortwolken für den DaF-Unterricht
  5. Präsentation der Ergebnisse und Evaluation

Einstieg

In den Fortbildungen vergangener Jahre habe ich verschiedene Einstiegsvarianten ausprobiert. So zum Beispiel in einer Online-Fortbildung (auf Moodle) mit internationalen Teilnehmern, mit der Aktivität Wörter und Wortgruppen zum Thema: „Typisch deutsch ist für mich: …“ zu sammeln. Daraus entwickelte sich im Moodle-Forum eine interessante Diskussion und ein multiperspektivischer Blick auf das Thema. Aus den gesammelten Ideen wurde eine gemeinsame Wortwolke erstellt, die dann wiederum als Schreibanlass für einen kurzen persönlichen Text zum Thema diente. Damit waren sogleich zwei grundlegende Möglichkeiten von Wortwolken im Fremdsprachenunterricht genannt: Als Visualisierung von Assoziationen, aber auch als Schreibanlass für einen Text (auch Dialog oder Gedicht).

Simulation: Bearbeitung von Beispielaufgaben

Die Simulationsphase des Workshops soll den TN die Möglichkeit bieten, dass Potenzial von mit Wortwolken erstellten Übungen zu erkennen. Dabei lösen sie aus der Perspektive der Lerner Beispielaufgaben und reflektieren diese Aufgaben aus der Sicht des Lehrers (Lehrerprofessionalität).
Im Folgenden findet man mögliche Simulationsaufgaben und Anweisungen für die Reflexion.
Simulationsaufgaben: (Gruppen- oder Paararbeit)

Reflexionsaufgaben: (Gruppenarbeit)

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Arbeitsblätter für den Unterricht untersuchen:

  1. Lösen Sie die Aufgaben der Arbeitsblätter.
  2. Diskutieren Sie, welche Ziele mit den Aufgaben erreicht werden sollen. Tragen Sie die Ergebnisse hier ein:

Ziele:

……
3. Inhaltliche Seite:
Wie sinnvoll finden Sie die Aufgaben? a) Geben Sie 1-5 Punkte: von 1 = „nicht sinnvoll“ bis 5 = „sehr gut einsetzbar“. b) Begründen Sie Ihre Entscheidung.

Nicht sinnvoll                                                                          Sehr gut einsetzbar
1                          2                               3                            4                                5
Begründung:

…..

4. Welche Alternativen für die Aufgabenstellung oder für die formale Gestaltung würden Sie vorschlagen? Was würden sie anders machen?

….

5. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse im Plenum:

a) Sie stellen die Aufgabenstellung und die Ziele des Arbeitsblattes kurz vor. (früher Folie, jetzt iPad über Apple-TV) b) Lesen Sie Ihre Texte vor. (Zeitfrage)
c) Präsentieren Sie Ihre Bewertungen mit Begründung.
d) Nennen Sie mögliche Alternativen.

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Erarbeitung / Information

Danach sammeln die TN in Gruppen Ideen für den Einsatz von Wortwolken im eigenen Unterricht.

Arbeitsauftrag:

1. Finden Sie in Ihrer Gruppe eine für Sie interessante Unterrichtsidee, wie man das Wordle-Tool im DaF-Unterricht einsetzen könnte.
2. Beschreiben Sie diese Idee und stellen Sie diese im Plenum vor. Nutzen Sie für Ihre Arbeit folgende Wortwolke:

Einige Ergebnisse findet man im ZUMPad: http://zumpad.zum.de/p/Zagreb5

Zu den gesammelten Wortwolken-Ideen

Folgende Wortwolken-Ideen stammen von mir oder aus Online- und Präsenzveranstaltungen der vergangenen Jahre. Sie sollen hier nur kurz beschrieben werden.
Sinnvoll erscheint mir eine Gliederung nach Fertigkeitsbereichen (Lese- oder Hörverstehen, Sprechen und Schreiben), wobei die Einteilung nach Unterrichtsphasen dem untergeordnet wird. Weitere Übungsformen zum Beispiel zu Grammatik, Wortschatz, aber auch zur Landeskunde werden gesondert dargestellt. Ergänzt werden auch Ideen für die Lehrerfortbildung.

Als ersten ein ausführlich beschriebenes Beispiel aus meiner Unterrichtspraxis:

Zielaufgabe im Fach Civilizacio (DaF-Landeskunde-Fach in Ungarn):
Die Schülerinnen und Schüler (SuS) können einen Tourismuswerbetext zu München verfassen.

Verlauf:
1. Als Einstieg wurde das Vorwissen der SuS abgefragt und in einer Wortwolke visualisiert. (Mehrfachnennungen = größere Anzeige)
2. Danach wurde der Inhalt erarbeitet: Texte, Filme, Bilder (Vorgehen nach Belieben – Vorschlag: projektorientiert, Gruppenarbeit (GA), Wirbelgruppen)
3. Der“ Zwischenstand“ kann ebenfalls als Wortwolke dargestellt werden. Der Lernzuwachs wird so von den SuS direkt wahrgenommen.
4. „Abschluss-Wortwolke“ mit allen relevanten Begriffen, die zur Erfüllung der Aufgabe notwendig sind, wird erstellt.
5. Die Wortwolke kann zum Üben (Erstellung von MindMaps zur strukturierten Textproduktion, freies Sprechen, Formulierung von Sätzen und Textabschnitten) genutzt werden.
6. Die Wortwolke dient als Vorlage für den Aufsatz, der als Abschlusstest der Einheit geschrieben wird.
Hinweis: Hier bietet es sich an, je nach Lernergruppe, die Erstellung der Wortwolke den SuS zu überlassen. Die Sammlung der Ideen kann im Wiki oder Etherpad erfolgen. Die „Abschlusswolke“ sollte durch den Lehrer vereinheitlicht werden.

Ideen zur mündlichen und schriftlichen Textproduktion

Die Wortwolke:

  • als Dialoggerüst: Der Inhalt eines Dialogs (Beispiel „Im Restaurant“) wird in Wortgruppen (zusammenhängende Darstellung durch ~; Wort~Wort ) und Wörtern in einer Wortwolke dargestellt. Die SuS ordnen den Dialog zu einem Dialoggerüst, üben zuerst mit diesem Gerüst, danach mit der Wortwolke als Stütze, um dann später frei zu sprechen.
  • für Vorträge: Für Vorträge nutzen die SuS anstatt Notizzettel selbsterstellte Wortwolken, welche während der Präsentation als Bild präsentiert werden.
  • als Grundlage für mündliches Erzählen oder kreatives Schreiben:
    Ein thematischer Kurztext (Beispiel: „Bürogeschichte“) in einer Wortwolke dargestellt. Die SuS erhalten die Aufgabe, daraus einen Text (mdl., schr.) zu produzieren. Weitere Steuerung über Bilder oder Geräusche möglich, evtl. können weitere Vorgaben gemacht werden: wie Genre, handelnde Personen, Zeit usw.
  • Schreiben von Gedichten: Wortwolken aus
    • 1. Reimwörtern,
    • 2. Teile aus bekannten Gedichten,
    • 3. thematisch von den SuS gesammelten Wörter dienen als Grundlage  (Ergänzung zu 3. : SuS können in Gruppen die Wörter für die anderen Gruppen vorgeben.)
  • Texte zur Landeskunde produzieren (siehe oben):
    Textproduktion aus gemeinsamen Assoziationen (Beispiel: „Was ist typisch Deutsch?)
  • Rekonstruktion von Texten: (Beispiel: bekannte Texte wie Rezepte, Dialoge, Wegbeschreibungen + mit Bild) werden in Wortwolken zerlegt und müssen durch die SuS „rekonstruiert“ werden, je nach Fertigkeit und Komplexität des Textes kann dies frei oder in einem Textgerüst erfolgen.
  • Eine Inhaltsangabe (Zusammenfassung) erstellen: Siehe DIGU-Aufgabentypologiesammlung

Vorwissen aktivieren

  • Lese- oder Hörverstehen: zur Vorentlastung der Texte, Wortwolke aus Text erstellen – Vermutungen anstellen lassen
  • Hörverstehen global: Eine Wortwolke mit in dem Hörtext vorkommenden Themen gemischt mit Distraktoren („Ablenker“) erstellen. Beim Hören markieren die TN die im Text vorkommenden Themen. Dann bringen sie die Themen in die richtige Reihenfolge und vergleichen diese mit ihren Vermutungen.
  • beim Einstieg in das Thema: (Beispiel: Abiturbräuche im DSD-Wiki, Bundestagswahlen und andere landeskundliche Themen) – Was kennt ihr? – Was sollten wir noch recherchieren?
  • beim Einstieg in ein Projekt: Assoziationen sammeln und visualisieren, für die weitere Planung des Projekts benutzen, für Zwischenevaluationen einsetzen

Wortschatztraining

  • zum Lernen: Die Lerner notieren wichtigen Lernwortschatz, drucken sich diesen als Wortwolke aus und hängen Sie in ihrem Zimmer an einer sichtbaren Stelle auf, bis sie die Wörter kennen.
  • Üben 1: Die SuS notieren den Lernwortschatz in der Ziel- und Muttersprache und erstellen daraus eine Wortwolke. Die SuS tauschen ihre Wortwolken. Zuordnungsübung zusammengehörender Paare, Austausch und Korrektur der Übungsaufgabe
  • Üben 2: Themen wie „Arbeit und Beruf“, „Einkauf/Lebensmittel“ oder „Eigenschaften von Personen“ usw. können mithilfe von Wortwolken geübt werden: Zuordnung Beruf – Verb, Lebensmittel – Verpackung, …

Spiele

Ideen für Spiele mit Wortwolken findet man auch auf DIGU des Goethe-Instituts (Datenbank „Digitale Unterrichtsgestaltung“) http://digu.goethe.de

 Lehrerfortbildung

  • Name + etwas Persönliches (für alle gleich: Hobbys, Was man mag, Lieblingstier, Diese Metapher passt zu mir als Lehrer usw.)
  • Namen von allen Kursteilnehmern werden als ein „Wolken“-Plakat im Raum aufgehängt.
  • Sich mit Hilfe einer Wortwolke vorstellenhttp://digu.goethe.de/p4ansehen.php?id=132 (auch für den Unterricht geeignet).
  • Erfahrungen (Wörter, Wortgruppen) zu bestimmten Themen in der Gruppe sammeln, Gruppen-Wolke erstellen – die anderen Gruppen müssen erfragen, welche Erfahrungen damit gemeint sind (Wibelgruppen)
  • Gut gemachte und einfach gehaltene Anleitung für Fortbildner zum Thema: Wordle – einfach und schnell Wortwolken erstellen (wb-web)

Auf die Beispiele zum Thema Grammatik verzichte ich hier. Diese sind sehr zahlreich und meist Zuordnungsübungen. Vielleicht ergänze ich sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Was noch fehlt ist die:

Anwendungsphase (Transfer)

Erstellung einer kurzen Übung für den Unterricht mithilfe eines Wordles

Erstellen Sie ein Arbeitsblatt. Schwerpunkt soll eine Wortwolke sein. Nutzen Sie als Anregung die Seiten „Unterrichtsmaterialien“ auf PASCH-net.

Folgende Schritte können Ihnen helfen:

  1. Thema suchen
  2. Ziel formulieren
  3. Text suchen oder Wörterliste erstellen
  4. Wortwolke generieren und in das Arbeitsblatt einfügen.
  5. Arbeitsauftrag formulieren
  6. Speichern

Stellen Sie Ihre Ergebnisse im Plenum vor.

Zeit: 30 Minuten

Damit sind wir am Ende des kurzen Workshops angekommen. Es folgt eine kleine Linkliste mit Beiträgen aus diesem Blog:

 

Alltag anders – eine interkulturelle Sendereihe


Über die „kleinen Dingen des Alltags“ zu berichten, ist das Ziel der Sendung „Alltag anders“ von Deutschlandradio Kultur. Die Sendung läuft jeden Freitag gegen 7.40 Uhr und ist im Internet nachzuhören. So erfährt man in kleinen Beiträgen vor knapp 4 Minuten, wie anders das Leben in Peking, Mexiko City, Nairobi, Moskau, Los Angeles, Rabat, Tel Aviv oder Tokio (auch aus anderen Städte wird berichtet.) verläuft. Es sind persönliche Erlebnisse und Erfahrungen der Korrespondenten, die in der Sendung mosaikartig vorgestellt werden.

Obwohl (oder gerade weil) Deutschland fehlt, möchte ich diese Sendereihe für den Unterricht, aber auch für den eigenen Gebrauch empfehlen. Hier kann man alltägliche Handlungen mit der eigenen bzw. der „erlernten“ der Zielsprache vergleichen. So sensibilisiert für verschiedene Konzepte der Alltagsbewältigung könnten Lerner eigene Beiträge erstellen, wie in ihrem Land bestimmte Alltagssituationen gemeistert werden.

Hier einige Beispiele:

Etikette
In den USA ist man im Umgang sehr viel höflicher als in Deutschland. In China muss der Besucher zunächst seine Schuhe ausziehen, bevor er in die Wohnung eingelassen wird. Und in Polen werden Damen noch mit Handkuss begrüßt

Emanzipation
In Italien wird das traditionelle Frauenbild hochgehalten. Chinesinnen sind durchsetzungsstark und Mexikanerinnen tougher als Männer. In welchem Land gilt es als ungeschriebenes Gesetz gilt, dass der Mann beim ersten Date bezahlt?

Weitere Themen sind: Freunde, Flirten, Fitness, Postämter, Fahrrad, Friedhöfe, Winter und vieles vieles mehr.

Es lohnt sich wirklich einmal reinzuhören.

Gute Manieren in Deutschland


Die Deutsche Welle hat in ihrer Folge Alltagsdeutsch einen bemerkenswerten Beitrag zu Begrüßungsritualen und dem sogenannten „Guten Benehmen“ in Deutschland veröffentlicht:

Wie begrüßt und wie verabschiedet man sich in Deutschland? Wie verhält man sich im Restaurant? Bezahlt der Mann oder die Frau? Manche Formen des Benehmens sind geblieben, andere haben sich im Laufe der Zeit geändert.

Downloads:

Zum „typisch deutschen“ Thema Pünktlichkeit ist zu lesen:

Die Deutschen sind weltweit bekannt für ihre Pünktlichkeit. Bei manchen Gelegenheiten wird aber das sogenannte akademische Viertel noch abgewartet. Der Begriff stammt aus der Hochschulsprache und bedeutet, dass man fünfzehn Minuten später kommen kann.

Kurzanimationsfilme für DaF – Kurz und Gut macht Schule Teil 2


Nach dem großen Erfolg der Kurzfilmsammlung „Kurz und gut macht Schule“ bietet das Goethe-Institut eine Fortsetzung. Diesmal sind es Kurzanimationsfilme, die auf einer DVD veröffentlicht werden. In den Bibliotheken des Instituts sollen diese ab Februar 2013 zur Ausleihe zur Verfügung stehen. Interessant ist das Prozedere, wie die Filme ausgewählt wurden: „Die endgültige Auswahl der Filme traf eine Jury aus Schülern und Collegestudenten.“

Diesmal finden sich 11 Kurzanimationsfilme auf der DVD, die zum größten Teil zwischen 2005 und 2011 entstanden sind. Ergänzt werden die einzelnen Filme durch didaktische Materialien, die sich auf der Projekt-Website befinden.

Ich bin gespannt, wie die Resonanz unter den DaF-Lehrenden sein wird. Einige Filme, wie zum Beispiel „Balance“ hatte ich schon früher für den Unterricht in Betracht gezogen, aber dann wieder verworfen. Um so mehr freue ich mich auf die Ideen und Anregungen, die auf der Seite zu finden sind bzw. die daraus entstehen werden.

Teilweise findet man einige Animationsfilme der DVD seit längerer Zeit auf Youtube. Diese sind manchmal von schlechter Qualität und auch ist es nicht sicher, wie lange diese verfügbar bleiben.

Hier einige Beispiele:

1. Der schon erwähnte Film „Balance“:

Lernmaterialien Filmschule DaF:
Balance – Arbeitsblätter (PDF, 158 KB)
Balance – Hinweise für Lehrende (PDF, 47 KB)

2. „Kein Platz für Gerold“

3.Kater

Kater – Arbeitsblätter (PDF, 217 KB)
Kater – Hinweise für Lehrende (PDF, 50 KB)

4. „Das Rad“ (Leider nicht mehr Deutsch)

Man erfährt von der Menschheitsgeschichte aus der Sicht sprechender Steine.

Hier fand ich interessant, dass zwei unterschiedliche Didaktisierungen entstanden sind: Alternative 1 wurde in Bangalore/Südindien mit indischen Kursteilnehmern entwickelt. Alternative 2 wurde in San Francisco mit amerikanischen Kursteilnehmern entwickelt. Begründet wurde dies mit dem Verweis aus „unterschiedliche, kulturell verschieden geprägte Herangehensweisen“

Diese Herangehensweise finde ich sehr sinnvoll und es wäre zu wünschen, dass es bald eine Möglichkeit gibt, interkulturell unterschiedliche Filmdidaktisierungen auf einer gemeinsamen Seite zu veröffentlichen.

Das Rad – Arbeitsblätter – Alternative 1 (PDF, 156 KB)
Das Rad – Hinweise für Lehrende – Alternative 1 (PDF, 33 KB)
Das Rad – Arbeitsblätter – Alternative 2 (PDF, 313 KB)
Das Rad – Hinweise für Lehrende – Alternative 2 (PDF, 40 KB)

Links:

Typisch Deutsch die Zweite


Gerade „geistern“ zum oben genannten Thema wieder diverse Linktipps durch die Sozialen Netzwerke. Lustig zum Beispiel der Kurzfilm „Deutschland in 2 Minuten“.

Klar ist die alte/neue Frage hier besonders witzig dargestellt, aber auch wieder so oberflächlich, wie vieles, was man gerade im Netz finden kann.

Auch die englischsprachige Anleitung „How to be German in 20 easy steps – part 1“ liegt auf ähnlichem Niveau, eignet sich aber von der Idee her (Anleitung formulieren: Wie wird man …) für Fortbildungen oder den Unterricht.
Einen etwas längeren Film bietet die ARD auf YouTube „Was ist eigentlich typisch deutsch?“

Bemerkenswert fand ich einen Kommentar auf der selbigen YouTube Seite – Zitat:

„Gähn… Sich ständig zu fragen, was typisch deutsch ist, ist sowas von typisch deutsch.“ 😉

Darüber lässt sich freilich diskutieren und zeigt vielleicht mehr über uns als die vielen Aufzählungen von lustigen Eigenarten.

 

Deutschlandkarten zu positiven und negativen Vorurteilen der Deutschen


Ist ein Erzgebirgler wirklich zänkisch oder ein Hesse besonders schlau? Vorurteile entstehen meist ohne Grund, halten sich aber hartnäckig, wie zwei Deutschlandkarten von ZEIT.ONLINE  zeigen:

  1. Karte der negativen Vorurteile
  2. Karte der positiven Vorurteile

Es überrascht nicht, dass die positiven Eigenschaften der Bundesbürger nicht so einfach zu finden waren. Zitat:

Es macht eben keinen Spaß, über den anderen gut zu reden. Die positiven Vorurteile sind weniger Fremd- als Selbstbilder.

Aus: http://www.zeit.de/2011/32/Deutschlandkarte-Vorurteile

Bleibt noch anzumerken:

Zum Glück werden Vorurteile in Deutschland heute nicht mehr dazu benutzt, um Kriege zu führen, sondern um Bürowitzchen über »den Schnösel aus München« zu machen.

Aus: http://www.zeit.de/2011/31/Deutschlandkarte-Vorurteile

Beide Karten eignen sich ausgezeichnet für Deutschstunden zu diesem Thema. Auf den Seiten der ZEIT.ONLINE Serie „Deutschlandkarten“ finden sich noch weitere brauchbare Unterrichtsmaterialien, wie zum Beispiel: Meier, Meyer, Mayer oder Maier

 

Beeinflussen Migranten die deutsche Sprache?


Der Podcast „Ohrensausen“ von Wissen.de geht diesmal der Frage nach, ob Migranten langfristig Einfluss auf die deutsche Sprache haben oder diese sogar verändern.

  • Wie stehen Integration, Sprache und Identität zueinander? Einen Beitrag der wissen.de-Autorin Dorothea Schmidt:

Folge 103: Migrantensprache [16:03m]: Hide Player | Download

Weitere Informationen zum Thema Integration: www.wissen.de/integration

Märchen aus aller Welt


Ängste, Träume, Wünsche und Wunder, das alles findet man weltweit in Märchen. Die Deutsche Welle präsentiert in einer neuen Multimedia-Reihe im Internet ein interessantes Projekt mit dem Titel „Märchen aus aller Welt“. Das Material stammt von Mitarbeitern des deutschen Auslandssenders aus Ländern wie Australien, Afghanistan, China, Dänemark, Indien und vielen mehr. Diese erzählen ihr Lieblingsmärchen in der Originalsprache.  Die Märchen werden in einer  animierten Version -von Ulla Schmidt (hier ein Porträt) – auf Deutsch präsentiert.

Den Text des Märchens gibt es mit Bildern aus der Animation in einer PDF-Datei. Ein Beispiel das Märchen aus Bangladesch: ‚Die sieben Champaka-Brüder‘ als PDF / So klingt das Märchen auf Bengali!   (http://p.dw.com/p/PdQR)

Das Material eignet sich auch für den Unterricht, wobei ich die Möglichkeit zum interkulturellen Vergleich als wichtigsten Grund für einen Einsatz sehe. Natürlich ist diese Idee, Lieblingsmärchen aus aller Welt zu sammeln und mit anderen zu teilen, sehr gut für Projekte im Internet geeignet. Ich könnte mir vorstellen, dass Schüler zum Beispiel mit voicethread (Beispiel hier) ihre Märchen veröffentlichen.

Sie könnten Bilder zeichnen, diese einscannen, Texte verfassen, mit Musik unterlegen und vielleicht auch in Zusammenarbeit mit Schülern aus unterschiedlichen Kulturkreisen kooperativ neue Märchen auf voicethread entstehen lassen. Hier ein kleines Experiment gemeinsam mit einer Kollegin aus Serbien („Eine kleine Weihnachtsgeschichte“).

Die entstandenen Arbeiten lassen sich z. B. auf http://www.netvibes.com (Beispiel), auf Moodle oder auch im Wiki  einbinden. Hier kann man diese vergleichen und die besten Beiträge auswählen.

Ein Video der DW zum Thema Märchen:

und weiter Links:

Dass Märchen auch grausam sind, wissen wir natürlich aus „Hänsel und Gretel“, „Rotkäppchen“ und weitern deutschen Märchen. Auch in anderen Ländern geht es nicht zimperlich zu, wie folgendes Zitat zeigt:

Da erzählten die Knaben ihm die Geschichte der grausamen sechs Königinnen.
Endlich verstand der König. Voller Zorn verbannte er die sechs Frauen, so viel
sie auch weinen und um Gnade betteln mochten, bat seine jüngste Gemahlin
demütig um Verzeihung und lebte danach glücklich und noch viele Jahre mit ihr
und den sieben Kindern.

Aus: http://www.dw.com/downloads/25644178/alltagsdeutsch-m%C3%A4rchensprache.pdf

Vielleicht interessiert Sie auch das:

Gemeinsam mit einer Praktikantin erstellte märchenhafte Ausstellung:

Märchenausstellung – 7 magische Dinge

Interaktive Übungen zum Thema Märchen (von mir im DaF-Wiki oder auf learningApps erstellt)

Internationaler Linkshändertag


Das es diesen Tag gibt, war mir nicht bekannt. Ich bin durch einen Artikel der online Ausgabe der taz darauf gestoßen:

Am nächsten Freitag, den 13. August, ist internationaler Linkshändertag. Der Amerikaner Dean Campbell hat ihn 1976 ins Leben gerufen, um auf die Diskriminierung und die Bedürfnisse der Linkshänder hinzuweisen. In gewisser Weise ist das auch ein Tag für Ludwig van Beethoven, Paul McCartney, Bob Dylan, Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe, Bill Gates, Isaac Newton, Bill Clinton und Barack Obama. Sie alle sind oder waren schließlich Linkshänder.

Beim Lesen des Artikels musste ich mich daran erinnern, dass ich in der Grundschule gezwungen wurde, mit der rechten Hand zu schreiben. Bis heute habe ich diese Tortur nicht vergessen. Viele Dinge erledige ich weiterhin mit links. Deshalb  fand ich den Artikel in der taz besonders interessant, weil er auch darüber informiert, dass viele nicht wissen, dass sie Linkshänder sind:

Wenn Sie von diesen zehn Tätigkeiten fünf automatisch mit links machen, kann es gut sein, dass Sie eigentlich Linkshänder sind: Zähne putzen, unterschreiben, Brot streichen, Blumen gießen, Kartoffeln schälen, greifen, kleine Gegenstände aus einem Gefäß nehmen, Nägel feilen, Tisch wischen, Streichholz anzünden. Wer es genauer wissen will, kann sich von Experten testen lassen.

Immerhin sollen 10 bis 15 Prozent aller Menschen Linkshänder sein. Mit der Methode meiner Umschulung hatte ich wahrscheinlich noch Glück:

Lehrer und Eltern banden linke Hände der Kinder auf den Rücken, gipsten sie ein, stülpten e darüber. Alles bloß, damit das Kind nicht seiner natürlichen Prägung folgen kann.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Leftright.jpg

Als Diskussionsthema eignet sich das Problem nicht nur wegen der erwähnten Methoden, sondern auch, weil die Diskriminierung der Linkshänder im Alltag immer noch aktuell ist. Ich finde es besonders aus interkultureller Sicht interessant: Wie geht man in deinem Land mit Linkshändern um? (Und warum?) In Wikipedia findet man als Erklärung:

Häufiger hat eine Umerziehung jedoch kulturelle Ursachen (beispielsweise durch die zur Begrüßung verwendete rechte Hand). Dies trifft weltweit zu: So gibt es in arabischen Kulturen ein schweres Stigma gegen Linkshändigkeit, dessen Ursachen viele Jahrhunderte in der Vergangenheit liegen und einen zum Teil pragmatischen Grund haben. In der arabischen und in anderen Kulturen wird die Reinigung nach dem Stuhlgang üblicherweise direkt mit der linken Hand und Wasser ausgeführt. Dies führte zu der Betrachtung der linken Hand als unrein; sie wird daher nicht zum Essen oder für soziale Kontakte eingesetzt.

Über Deutschland wird folgendes gemeldet:

Die Diskriminierung der mindestens acht Millionen Linkshänder in Deutschland findet nun subtiler statt: Kaum ein Haushaltswarenladen bietet Messer, Saucenlöffel, Korkenzieher oder Dosenöffner für Linkshänder an. Größere Drogeriemärkte verkaufen zwar Linkshänderblöcke und -stifte. Lineale, Spitzer und Geldbeutel für Linkshänder gibt es dort jedoch selten. Und dass Stifthersteller ganz selbstverständlich sowohl eine Version für Rechtsschreiber als auch eine für Linksschreiber anbieten, scheint bisher die Ausnahme zu sein. Quelle

Auch in der Schule besteht das Problem noch:

Oft haben linksschreibende Kinder so sehr Angst, anders zu sein, dass sie heimlich umtrainieren.

Also ein lesenswerter Artikel: Das Ende des Rechtsdrills! Lassen Sie doch mal die Schüler eine Stunde lang alles mit der linken Hand machen und über ihre Beobachtungen berichten. 🙂 Aber auch folgende These könnte für den Unterricht interessant sein:

In der Literatur werden mitunter Linkshändern besondere Eigenschaften zugeschrieben, die bei ihnen statistisch gesehen stärker ausgeprägt sein sollen als bei Rechtshändern. Genannt wird etwa, dass Linkshänder im Durchschnitt intelligenter seien als Rechtshänder. Insbesondere in der populärwissenschaftlichen Literatur wird die mit der Händigkeit einhergehende Dominanz jeweils einer bestimmten Gehirnhälfte mit statistisch vorherrschenden Stärken, Schwächen und Persönlichkeitsmerkmalen in Verbindung gebracht. Auch wird angenommen, dass Linkshänder kreativ denken und handeln, während Rechtshänder in der Mehrzahl eher rational vorgehen. Quelle

Links:

Internet-Detektive im Wiki


Viele von euch kennen die Aufgabe „Müll-Detektive“ (Aus dem Buch „Handeln und Sprechen im Deutschunterricht“ von Rainer E. Wicke) In diesem Spiel geht es darum, dass die Lerner aus dem Inhalt dreier Mülltonnen bestimmte Eigenschaften und Vorlieben von jeweils drei Familien herausfinden sollen. Ich nutze die Aufgabe sehr gern, weil neben der Erweiterung des Wortschatzes, viele landeskundliche Informationen zu gewinnen sind. In Gruppenarbeit müssen die Schüler mit ihrem vorhandenen Wissen aushandeln, ob zum Beispiel die Familie Kinder hat, welchen Hobbys sie nachgehen oder wohin sie in den Urlaub fahren. Gute Schüler finden auch zusätzliche Informationen, die so nicht gefordert sind, wie politische Einstellungen oder erfinden ganze Liebesgeschichten. So nutze ich die Aufgabe auch dazu, um kleine Geschichten schreiben zu lassen oder dieselbe Aufgabe, aber mit umgekehrten Vorzeichen, neu erstellen zu lassen: Drei ungarische Mülltonnen – sagen etwas über drei ungarische Familien.

Das letzte Mal hatte ich eine andere Idee. Ich fragte die Schüler, welche Dinge ebenso etwas über eine Familie oder eine Person aussagen würden. Spontan wurden genannt: Damenhandtasche, Schreibtisch, Bücherregal und besuchte Internetseiten.

Die Schüler entwarfen Fragen, die die Personen charakterisieren sollten, und erstellten eine Liste mit den typischen Dingen. Zwei Aufgaben waren so gut, dass wir diese im Wiki einstellen konnten, um diese in einer Unterrichtsstunde zu lösen:

Hausaufgaben – Was erfahre ich über die Familie oder Person?

Besonders gefreut habe ich mich über die Aufgabe Besuchte Internetseiten. Hier hat ein Schüler die gesamte Aufgabe selbstständig entwickelt. Er gibt 7 von einer fiktiven Person besuchte Internetseiten vor und stellt dazu Fragen in Form eines online Kreuzworträtsels. Auch die Schüler waren von dieser Idee begeistert. Ich hoffe, dass noch weitere Aufgaben im Wiki folgen werden.

Komplimente


Na, welche Komplimente verstecken sich in diesem Bild (Wordle) ?

Wann und wie oft gebrauchen wir Komplimente? Ich bin damit sehr zurückhaltend. Für mich haben Komplimente viel von Schmeichelei und mir ist es eher peinlich, eins zu bekommen. Die Erwiderung eines Kompliments ist manchmal genau so schwer zu wählen wie das Kompliment selbst. Aber wie man sich zu Komplimenten verhält, ist wohl auch von Mensch zu Mensch anders und was dieses Thema für den DaF-Unterricht interessant macht, auch von Kultur zu Kultur.

Was versteht man unter einem Kompliment? In der Wikipedia ist zu lesen:

(Es) ist eine wohlwollende, freundliche Äußerung gegenüber einer anderen Person, die an dieser etwas hervorhebt, das demjenigen, der das Kompliment macht, an der anderen Person besonders gefällt bzw. positiv auffällt. Dies können sowohl Eigenschaften oder Leistungen sein als auch äußere Merkmale wie eine geschmackvolle Kleidungsauswahl oder die körperliche Beschaffenheit.

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Kompliment

Aber welches  ist das beliebteste Kompliment der Deutschen? oder reagiert man in Japan anders auf ein Kompliment als hier? Diese und andere Fragen kann man im Quiz: Komplimente und was hinter ihnen steckt auf Zeit-Online lösen. Es macht nicht nur viel Spaß, auch die Lösungen sind überraschend. Oder wer weiß schon, welches Tier in Afrika als schmeichelhaft empfunden wird? Eine Lösung möchte ich hier schon mal veröffentlichen:
Wie viele Deutsche sind zufrieden mit den Komplimenten, die sie bekommen? (Quelle: Gloria Beck: Komplimente – Eine Gebrauchsanleitung)

Richtige Antwort: 87 Prozent

Sieht doch gut aus! 😉
Im Unterricht könnte ich mir folgende Szenarien vorstellen:
  • Komplimente erfinden, auch Nonsenskomplimente 😉
  • Komplimente interkulturell vergleichen
  • lustige Situationen erfinden, wo Komplimente (nicht) funktionieren
  • Hit-Parade entwickeln
Weitere Links:
Und natürlich gibt es auch ein Video zum Thema: Sportfreunde Stiller „Ein Kompliment“ (mit Text)

Studie zur deutschen Identität


Eine Studie die belegen soll: Wir sind wieder gerne deutsch. Die Autoren der Studie teilen die Befragten in vier Typen ein: die „Distanzdeutschen“, die „Herzdeutschen“, die „Kulturdeutschen“ und die „Grunddeutschen“. Und zu welcher Gruppe gehört ihr?

Wie deutsch sind wir eigentlich? Dürfen wir stolz auf unser Land sein? Oder nur ausnahmsweise, während einer Fußballweltmeisterschaft? Eine repräsentative Studie, die Soziologen der Universität Hohenheim im Auftrag der Identitiy-Stiftung durchgeführt haben, zeigt, dass etwa 60 Prozent der Deutschen stolz sind auf ihr Heimatland. Über 80 Prozent fühlen sich deutsch.

Die Studie im Überblick:  ZEIT ONLINE

HV-B2 Übung: Wann ist man erwachsen?


Wieder eine sehr gute Übung auf dem IIK Düsselblog:

Wann ist man erwachsen?: Wie gewohnt mit sehr guten Aufgaben auf einem Arbeitsblatt (PDF) und dem Podcast Link von WDR5. (B2-Niveau)

TIPP: Es lohnt auch der Blick auf die Ergebnisse des IIK Wikis:

Im Rahmen von Projektarbeit bzw. im Unterricht erstellen IIK-Teilnehmer in Gruppen von 2-4 Personen gemeinsam Texte zu vorgegebenen Themen im IIK Wiki.

Beispiel: Wie die Deutschen leben