Materialien zur aktuellen deutschen Landeskunde – neue Bundesländer


Anfang September hielt ich in Dänemark einige Workshops zum Thema „Die Mauer ist weg“ – Wie ein historisches Ereignis die aktuelle Landeskunde prägt. Da die Veranstaltungen unmittelbar nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg stattfanden, waren das Interesse groß und die Diskussionen spannend.

Um eine Informationsbasis für alle Teilnehmer*innen zu schaffen, hatte ich die Idee, eine damals aktuelle Diskussion auf den Seiten von ZEIT-ONLINE („Leseraufruf“) zu nutzen und diese mit im Internet freizugänglichen Materialien (insbesondere Statistiken, auch Videos) per QR-Codes zu ergänzen. Da diese Materialien auch für andere interessant sein könnten, werde ich diese hier veröffentlichen. Über ein Feedback würde ich mich freuen.

Materialen (Word-Dateien zum Anpassen)

Informationen zum Artikel auf ZEIT-ONLINE: „Warum ist die AfD im Osten so erfolgreich?“ (Zitat:)

„30 Jahre nach demMauerfall erreicht die AfD Spitzenergebnisse im Osten. In welcher Vergangenheitsollten wir nach den Ursachen suchen?

Aber warum ist das so?Die zwei bedeutendsten Erklärungsansätze lauten kurz gesagt:

  • Es war die Zeit vor 1990.
  • Es war die Nachwendezeit.“

„Können Sie den oben skizzierten Argumenten etwas abgewinnen? Oder haben Sie andere Sichtweisen und Erfahrungen, mit denen Sie die aktuelle Situation deuten?“ 

Direkter Link zurmZEIT-ONLINE Artikel: https://kurzelinks.de/1h6m

Aufgaben:

  1. Besuchen Sie einige Stationen.
  2. Welche Entwicklungen finden Sie besonders interessant oder bedenklich? Zu welchen haben Sie noch Fragen?
  3. Was sind Ihrer Meinung Gründe für diese Entwicklungen?
  4. Können Sie daraus Gründe für das Erstarken der AfD im Osten ableiten? Wenn ja, welche?
  5. Formulieren Sie Argumente für das Erstarken der AfD im Osten. Verweisen Sie, wenn notwendig oder möglich, auf die genannten Beispiele.

Aktuelle Literatur zum Thema Comic + DaF: „Zack“


Mit „Zack“ kommt endlich ein Produkt auf den Markt, dass den Comic und Deutsch als Fremdsprache zusammenbringt. Schaut man sich andere Sprachen an wie Französisch oder Englisch, dann sind dort solche Bücher keine Seltenheit. Englisch als Fremdsprache zum Beispiel bietet mehrere Reihen von Comics an, die nicht nur gefragt, sondern scheinbar auch profitabel sind. Beispiel: Oxford Bookworms Library

Natürlich ist der DaF-Markt kleiner, aber es verwundert trotzdem, dass kaum ähnliche Produkte erschienen sind.

Wie schon geschrieben, zeigt das Buch „Zack“ auf 96 Seiten, dass es auch anders geht. Für das Buch hat Michaela Brinitzer (bekannt auch durch „Grammatik sehen“) 4 Touché-Comicstrips von Tom sowie Auszüge aus 3 preisgekrönten Comicbänden für die Niveaustufen A2 bis B1 / B2 didaktisch aufbereitet.

Interessant finde ich die Orientierung der Comics auf die Vermittlung von Landeskunde. So behandeln die 4 Touché-Comicstrips die Themen: Ferien, Kleidung, Mülltrennung, Wohnungseinrichtung bzw. Essen und Trinken. Dies ist durchweg gelungen und ich muss gestehen, dass ich schon vor längerer Zeit versucht habe, die taz-Comics zu didaktisieren, aber weniger gute Ideen hatte, weil mir die Themen für meine Schüler nicht zu passen schienen. Aber die Autorin hat bewiesen, dass dies durchaus geht. Wer sich für weiter Touché-Comics interessiert, hier zwei Links übernommen aus der Wikipedia:

Die Autorin gliedert ihr Didaktisierung in die drei klassischen Phasen: Vor (Wortschatz, Vorwissen mit Assoziogramm, Tabellen aktivieren, Hypothesen (Bildimpuls) bilden) – Während (Aufgaben zu Leseverständnis wie Fragen zum Text, Bildbeschreibung) und Nach dem Lesen (kreative Schreib- u. Sprechanlässe und Vorschläge für weiterführende Recherche- und Projektarbeiten) Das Buch bietet dabei nicht viel überraschend Neues, die Arbeitsblätter sind aber handwerklich sehr gut gemacht und eignen sich für den sofortigen Einsatz im Unterricht. Der Verlag gibt an, dass die „40 Seiten mit den Originalcomics ( … ) für die Verwendung im Unterricht kopiert werden können. Für jeden Comic gibt es für Lehrer eine Einführung zu Autor und Werk und einen didaktischen Kommentar; alles sehr übersichtlich gestaltet.

Beachtenswert finde ich die Didaktisierung von Teilen des Comics „drüben!“ von Simon Schwartz. Dieser Comic behandelt die deutsche Teilung und deren Bedeutung für das Leben der Menschen. Vielen Lehrer fällt es schwer, das Thema auf dem Niveau (um) B1 zu behandeln. Die Arbeitsblätter zeigen einen alternativen Zugang zu dieser Problematik und beweisen damit anschaulich, welches Potenzial Comics für den Fremdsprachenunterricht haben.

Hier eine Leseprobe des Comics „drüben!“: http://issuu.com/avant-verlag/docs/drueben_leseprobe/15?e=0

Weitere Auszüge aus Comic-Büchern sind:

  • Wir können ja Freunde bleiben von Mawil
  • Faust – Der Tragödie erster Teil von Flix

Bücher wie „Zack“ sollte es in jedem Handapparat geben. Sie bereichern nicht nur den eigenen Unterricht, sondern eignen sich sehr gut als Vorlage zur Didaktisierung weiterer Comics.

Ich hoffe, dass das Buch den Lehrern Mut macht, mehr mit Comics zu arbeiten und dass es den Verlagen zeigt, dass es sich lohnt, Geschichten als Comics bzw. vorhandene Comics zu didaktisieren und herauszugeben.

PS.

Warum das Buch den gleichen Titel trägt wie das  Magazin für europäische Comic-Kultur Zack, erschließt sich mir nicht. (Link zur aktuelle Website) Auf der anderen Seite ist natürlich die Verwechslungsgefahr eher gering). Vielleicht bin ich da etwas zu genau. 😉

  • Broschiert: 96 Seiten
  • Verlag: Klett (30. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3126750796

Die Musikszene der DDR auf Step into German


Die aktuelle Podcastausgabe von Step into German beschäftigt sich mit der Musikszene in der DDR. Zusätzlich gibt es ein Quiz zur  Die Musikszene der DDR  und den Music Podcast 2013/4 – als Transcript (PDF, 210 KB.

Für mich ist die „Sendung“ leider etwas oberflächlich geraten. Es lohnt sich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Auch viele der damals erschienen Texte laden dazu ein, mehr über das Leben in diesem Teil Deutschlands zu erfahren.

Einige Beispiele aus dieser Zeit:

Als ich fortging ist ein Lied der Gruppe Karussell, das 1987 veröffentlicht wurde. Komponist und Sänger des Songs ist Dirk Michaelis, der Text stammt von Gisela Steineckert.

Stern-Combo Meißen: „Der Kampf um den Südpol“ (Mit original DDR-Einführung)

Das gab es auch: 1988 Feeling B – Artig – Hier ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm:Flüstern Und Schreien – Die Rockjugend der DDR (1988)

Wer hier genau aufgepasst hat, entdeckt Musiker, die heute hier mitspielen:

Natürlich darf Silly nicht fehlen. Der Text eignet sich auch heute noch ausgezeichnet für den Einsatz im Unterricht: Mont Klamott (1983)

50 Jahre Trabi und noch kein Ende


Der kleine Stinker wird 50! Ich weiß nicht, ob ich gratulieren soll, als Student bin ich selbst einen gefahren, habe mit 18 eine Bestellung abgegeben, um nach 10 Jahren einen fabrikneuen zu bekommen. Trotz dieser schönen Werbung (YouTube)

, möchte ich ihn nicht unbedingt wieder haben. Hier in Ungarn gehört er noch zum Straßenbild und verpestet die schlechte Budapester Luft.

Der Trabi ist mehr als ein Auto: Kultgegenstand, Sammelobjekt, Symbol für den Sozialismus und der untergegangenen DDR. Er ist in Deutschland bei Langfingern sehr beliebt: „Laut einer Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft wurden 2006 von 1000 Trabis 2,1 gestohlen – nur der Besitz eines Porsches war risikoreicher.“ (heute.de) Es gibt Trabi-Fanclubs, Trabitreffen und nun das 50jährige Jubiläum, an dem keiner vorbei kommt.

Eine gut Präsentation zu diesem Thema bietet heute.de und die ZDFmediathek (Bilderserie Trabi-Jubiläum)

Am 30. April 1991 lief der letzte Trabant mit der Seriennummer 3096099 um 14:51 Uhr in Zwickau vom Band. Schon seit 1989 war man sich in der DDR einig:

„Warum wird der Trabi nun ohne Motor gebaut?
Weil im Land eh alles bergab geht.“

Jetzt soll er wieder produziert werden und das soll kein Witz sein.

Weiter Witze findet man auf:

Na gut, noch einen:

„Wann erreicht der Trabbi seine Höchstgeschwindigkeit? Wenn er abgeschleppt wird!“

Kein Witz, wie gefährlich Trabifahren war (ist) – ein Crashtest auf YouTube

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