Die Musikszene der DDR auf Step into German


Die aktuelle Podcastausgabe von Step into German beschäftigt sich mit der Musikszene in der DDR. Zusätzlich gibt es ein Quiz zur  Die Musikszene der DDR  und den Music Podcast 2013/4 – als Transcript (PDF, 210 KB.

Für mich ist die „Sendung“ leider etwas oberflächlich geraten. Es lohnt sich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Auch viele der damals erschienen Texte laden dazu ein, mehr über das Leben in diesem Teil Deutschlands zu erfahren.

Einige Beispiele aus dieser Zeit:

Als ich fortging ist ein Lied der Gruppe Karussell, das 1987 veröffentlicht wurde. Komponist und Sänger des Songs ist Dirk Michaelis, der Text stammt von Gisela Steineckert.

Stern-Combo Meißen: „Der Kampf um den Südpol“ (Mit original DDR-Einführung)

Das gab es auch: 1988 Feeling B – Artig – Hier ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm:Flüstern Und Schreien – Die Rockjugend der DDR (1988)

Wer hier genau aufgepasst hat, entdeckt Musiker, die heute hier mitspielen:

Natürlich darf Silly nicht fehlen. Der Text eignet sich auch heute noch ausgezeichnet für den Einsatz im Unterricht: Mont Klamott (1983)

Karneval in der Zeit des Faschismus


Auch in diesem Jahr darf ein Beitrag zum Thema Fasching/Fastnacht/Karneval in Deutschland nicht fehlen. Diesmal möchte ich aus aktuellem Anlass auf ein geschichtliches Thema verweisen. Wie feierte man im „Dritten Reich“ die närrischen Tage?

Carl Dietmar und Marcus Leifeld haben diese Frage untersucht und in ihrem Buch „Alaaf und Heil Hitler. Karneval im Dritten Reich“. (Herbig, München 2010. 224 S., 24,95 Euro) veröffentlicht. In der taz findet man Ergebnisse dieser Recherche. Hier einige Auszüge:

Nicht nur drängte die NSDAP massiv darauf, den Frohsinn zu vereinnahmen und organisatorisch in die eigenen Hände zu bekommen. Viele der Spaßmacher beeilten sich in vorauseilendem Gehorsam, ihre schalen Witze den neuen Machthabern dienlich zu machen.

Auch gab es vereinzelt Beispiele für karnevalistischen Ungehorsam:

Der begnadete kölsche Büttenredner Karl Küpper wagte es etwa, den Hitlergruß zu verspotten: Er hob, am Rand der Bütt hockend, den rechten Arm zum Gruße, nur um das Publikum zu fragen: „Is et am rähne?“ (regnet es?).  Küpper erhielt unter anderem wegen „Verächtlichmachung des Deutschen Grußes“ ein lebenslängliches Redeverbot.

Leo Statz, Präsident der Düsseldorfer Karnevalsvereine und Anhänger der katholischen Zentrum-Partei, bekam wegen unbotmäßigem Verhalten eine eigene Akte bei der Gestapo und bezahlte seine Unangepasstheit schließlich mit dem Leben. Weil Statz 1943 in betrunkenem Zustand am Endsieg zweifelte, verurteilte ihn der Berliner Volksgerichtshof zum Tode.

Interessant auch folgende Aussage von Marcus Leifeld über den Einfluss der NS-Propaganda

WELT ONLINE: Dass Hitler die Psychologie der Masse für seine NS-Propaganda nutzte, ist bekannt. Aber konnte man auch die wirr durcheinanderwuselnden Menschen am Rosenmontagszug so beeinflussen?

Leifeld: Nein, die Nationalsozialisten haben das wilde Treiben des Straßenkarnevals eher gefürchtet. Deswegen haben sie ihre Symbolik davon ferngehalten. Die Mitglieder des Bundes Deutscher Mädel zum Beispiel durften nicht ihre Uniformen tragen. Aber man findet die Ideologie der Faschisten im organisierten und inszenierten Karneval. In den Umzügen gab es etliche propagandistisch genutzte Wagen. Einer der schlimmsten war sicherlich ein Wagen im Nürnberger Umzug des Jahres 1938. Dort sah man eine Puppe an einem Galgen hängen, die einen Juden darstellte. Überall in den Städten gab es Wagen und Fußgruppen, die „jüdische Devisenschieber“ anprangerten oder die Nürnberger Rassegesetze feierten. Gleichzeitig wurden in der Bütt die nationale Erhebung und die Nationalsozialisten verherrlicht.

Es verwundert nicht, dass mit Kriegsbeginn 1939  alle Karnevalsumzüge in Deutschland untersagt wurden.

Ein spannender Gegenstand für den Landeskundeunterricht, berühren sich doch hier das sonst so „heitere“ Thema der Bräuche in deutschsprachigen Ländern mit einem ernsten historischen Problem.

Weitere Links

Weitere Artikel zum Thema Karneval im landeskunde Blog:

    DeutschLern.net startet Wettbewerb auf Twitter


    DeutschLern.net zeigt, wie man Twitter auch mit Schülern nutzen kann. Zuerst war ich etwas skeptisch. Ein DaF-Wettbewerb zum Thema 20 Jahre Mauerbau auf Twitter? Wie soll das gehen? Ich muss ehrlich sagen, dass ich zwar Twitter mit meinen Schülern benutze, aber aktuell hier nicht besonders viel los ist. Gebraucht wird der Kommunikationskanal zurzeit nur, wenn es Probleme mit der Arbeit im Wiki gibt oder Schüler Fragen zu ihren Vorträgen haben. Vielleicht finden Schüler Twitter oft nicht so interessant, weil sie auf anderen Plattformen (in Ungarn iwiw) zu Hause oder im Internet eher passiv sind.
    Jedenfalls verspricht das Gewinnspiel „Ein Graffiti an die Berliner Mauer malen und gewinnen “ von DeutschLern.net, dass auch Twitter den Schülern Spaß machen kann, denn ein virtuelles Graffiti auf die Berliner Mauer zu malen und dieses dann zu veröffentlichen, ist wirklich eine tolle Idee. Und gewinnen kann man auch noch etwas. Vom 30. Oktober bis zum 27. November werden  jeden Freitag tolle Preise für die schönsten Mauergraffiti verlost.

    Wie funktioniert es?

    Natürlich braucht man ein Konto bei Twitter. Danach geht es so weiter:

    1. Öffnen Sie das Graffititool
    2. Malen und schreiben Sie ein Graffiti
    3. Schreiben Sie einen kurzen Kommentar(maximal 100 Zeichen)
    4. Klicken Sie ‚Auf Twitter posten‘, um ihr Bild abzuschicken

    aus: http://www.deutschlern.net/berlinermauer

    Wichtig ist noch zu erwähnen, dass man unbedingt die Schüler ermutigen sollte, die Kommentarfunktion des Graffititools oder über Twitter zu nutzen. Erst durch das gegenseitige Kommentieren der Arbeiten  kann das sprachliche Potenzial  des Mediums genutzt werden. Vielleicht entstehen dadurch neue Twitterfreundschaften. 😉

    Wichtige Links:

    Zur Ausstellung | Ein Graffiti malen | Zum Gewinnspiel

    Weiterhin sollte man auch die interaktiven Übungen „Die Berliner Mauer“ auf  DeutschLern.net mit den Schülern nutzen.

    Da bleibt mir nur noch „Viel Spaß!“ zu wünschen.

    Fußball als Geburtshelfer der Bundesrepublik


    Bin gerade bei der Unterrichtsvorbereitung für das Fach Civilizáció (Landeskunde). Aus aktuellem Anlass möchte ich in diesem Jahr mit dem Thema 60 Jahre Bundesrepublik beginnen. Dabei nutze ich die schon früher im Blog besprochene Seite der dpa: „60 deutsche Jahre – Geschichte(n) in den deutschen Medien“. Hier findet man eine Reihe guter Texte geordnet nach den 6 Jahrzehnten. Folgenden Text habe ich für den Unterricht gewählt, weil er nicht nur die interessante These äußert, dass der 4. Juli 1954 die eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland war, sondern es hier auch einen Bezug zu Ungarn gibt.

    Ja, wir wissen es. Rahns Treffer war die 3:2-Führung in der 84. Minute des WM-Finales am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorf-Stadion gegen die damals als unschlagbar geltenden Ungarn. 360 Sekunden später waren „wir“ zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. Neun Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation stellte dieser Triumph den Urknall der deutschen Sportgeschichte dar, dessen Eruptionswellen weit über die seligen Seelen der Fans hinausreichten. Die von den Siegermächten kontrollierte Wiederbelebung eines demokratischen Staatsgebildes lag damals schon fünf Jahre zurück, doch heute herrscht unter Historikern und Zeitzeugen weitgehend Konsens, dass der 4. Juli 1954 die eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland war, mit Bundestrainer Sepp Herberger als dem „heimlichen“ Zweit-Kanzler neben Konrad Adenauer.

    aus Kieler Nachrichten

    Hier die entscheidenden Minuten der historischen Radiosendung:

    Bund der Vertriebenen


    Als dieses Thema im Unterricht angesprochen wurde, fiel mir auf, dass dies relativ selten passiert. Auch in DaF-Lehrwerken ist es kaum präsent. Warum? In der öffentlichen Diskussion Deutschlands dagegen spielt das Thema eine wichtige Rolle. Passt es vielleicht nicht in das offizielle Deutschlandbild, das man vermitteln möchte oder stecken einfach ökonomische Interessen dahinter, weil die Schulbuchverlage ihre Lehrwerke auch in Osteuropa verkaufen wollen?

    In den letzten Wochen wurde viel über den Bund der Vertriebenen und deren Präsidentin diskutiert. Ein heikles Thema, besonders in den Beziehungen zu Polen. Nach langem Streit verzichtete im März der Bund der Vertriebenen auf die Nominierung seiner Präsidentin Steinbach für den Stiftungsrat des geplanten Vertriebenenzentrums. Der Posten bleibt unbesetzt.

    Man werde die Position «demonstrativ unbesetzt lassen», um deutlich zu machen, dass sich das Präsidium «sein originäres Besetzungsrecht von niemandem vorschreiben lässt – weder von der SPD noch von sonst jemandem», hieß es in der Erklärung.

    Aus: Netzzeitung

    Das Problem wird uns also in Zukunft weiter begleiten. Ein Tabu-Thema im DaF-Unterricht? Das muss es nicht sein. Es gibt im Internet genügend Material, um sich von allen Seiten dem Problem zu nähern, auch wenn es manchmal schwer fällt, alles und alle zu verstehen. Ich habe daher hier einige Informationen zusammengestellt. Natürlich eignet sich die Problematik auch als DSD-C1-Thema.

    Folgende Zitate stammen aus der Wikipedia.

    Der Bund der Vertriebenen (BdV) ist der Dachverband der deutschen Vertriebenenverbände in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Er erhebt den Anspruch, die Interessen der von Flucht, Vertreibung und Aussiedlung betroffenen Deutschen, unabhängig von einer Mitgliedschaft, wahrzunehmen. Präsidentin des BdV ist seit 1998 die Politikerin Erika Steinbach (CDU).

    Die Deutsche Welle berichtet:

    Die Extra 3 Satire vom 11.9.2008 zeigt ein Treffen des Bundes der Vertriebenen 2008.

    Der Bund der Vertriebenen wird staatlich gefördert, weil an der Erfüllung seiner Aufgaben ein Bundesinteresse besteht. Zu diesen Aufgaben gehören die Integration der Aussiedler und Spätaussiedler, die soziale und kulturelle Unterstützung der deutschen Volksgruppen und Minderheiten, die Verständigung und Zusammenarbeit mit den Nachbarvölkern und die Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge als Teil des deutschen und europäischen Erbes. Die Bundesregierung bedient sich hierzu auch der Einrichtungen der Vertriebenenverbände.

    Siehe auch:

    Und hier eine Statistik:

    Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter Link zur Statistik „Gehört Ihre Familie zu den Vertriebenen, also zu Familien, die durch den Zweiten Weltkrieg ihre ursprüngliche Heimat verloren haben und woanders hinziehen mußten?“

    Schreibt eine zweite Strophe für die deutsche Nationalhymne!


    Eine Unterrichtsidee, die mir beim Lesen eines ZEIT-ONLINE Artikels kam. Hier stellt man folgende Fragen zur Diskussion:

    Soll die Bundesrepublik zum 60. Geburtstag eine zweite Strophe für ihre Nationalhymne bekommen? Wäre der Text der DDR-Hymne geeignet?

    Der Vorschlag stammt vom SZ-Autor Heribert Prantl, der zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik die Nationalhymne um eine zweite Strophe ergänzen möchte. Zitat:

    Schon 1990, bei den Verhandlungen zum Einigungsvertrag, hatte Lothar de Maizière, der letzte, der demokratisch gewählte DDR-Ministerpräsident darum gebeten, „Einigkeit und Recht und Freiheit“ mit dem „Auferstanden aus Ruinen“ zu verbinden“. Aber damals galt im Westen alles als schlecht, was sich mit der DDR verband. Der Westen lehnte brüsk ab, im Gestus: Was wollen wir mit eurer Hymne? Es war der Überheblichkeitsgestus: Ihr könnt froh sein, dass ihr nicht mehr die alten Lieder singen müsst.  aus SZ

    Nun möchte ZEIT-ONLINE darüber eine Debatte führen, ob dies politisch machbar sei. Auch eine Karaoke-Version zur alten Melodie kann man aufzeichnen und als Dateianhang MP3 hochladen.

    Ich würde vorschlagen, ein neue Strophe von unseren Schülern (DaF) schreiben zu lassen. Stellt euch vor, aus der ganzen Welt werden neue Strophen eingesandt, die den unterschiedlichen Blick auf unser Land thematisieren. Die Ergebnisse könnten im Internet gesammelt und kommentiert werden. Also, dann mal los!

    Weitere Links:

    Das Neunerjahr: 1919 – 39 – 49 – 89.


    Dieser Artikel auf Zeit-Online ist vielleicht nur für wenige Lerner geeignet (aber als DaF-Lehrer ein Muss), da er sprachlich sehr anspruchsvoll ist. Wer aber einen Überblick über die „Schicksalsdaten unserer jüngsten Geschichte“ sucht, sollte ihn unbedingt lesen. Er vermittelt das Gefühl, wie Geschichte funktioniert, wie alles zusammenhängt. Interessant ist die Rolle der 9, die einen möglichen Einstieg in eine UE darstellen könnte. Erinnert sei auch an ähnliche Übungen zum Beispiel von deutschlern.net (Anmeldung notwendig) zum Thema 9. November (9.November – Schicksalstag).

    Was meinen wir eigentlich, wenn wir Deutschland sagen? Allein im letzten Jahrhundert gab es fünf davon. Fünf extrem verschiedene Staaten, Identitäten, Grenzen: Kaiser. Weimar. Hitler. Teilung. Und nun Berlin. Fünfmal Deutschland in achtzig Jahren, das ist vermutlich Weltrekord in nationaler Anarchie.

    http://www.zeit.de/2009/09/Neunerjahre

    Hier im Blog wurde schon auf das Angebot des GI aufmerksam gemacht: “49-89-2009″ Deutsch-deutsche Geschichte für Deutschlerner, das sich mit dem gleichen Thema beschäftigt.

    Ist die „Sprachmauer“ gefallen?


    Ich muss mich ja fast schon entschuldigen, dass ich wieder auf einen Text des Goethe-Instituts verweise, aber dieser passt ausgezeichnet in  die Unterrichtseinheit, die ich gerade unterrichte. In dieser UE geht es um das Buch „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“. Viele werden den Film kennen und vielleicht nur die lustigen Szenen in Erinnerung haben. Durch das Buch bekommt man einen tieferen Einblick in den DDR-Alltag. Auch die Sprache spiegelt die damalige Zeit wider. Gerade das macht das Buch für DaF-Lerner einerseits problematisch, andererseits bietet es auch die Möglichkeit zur Sprachreflexion. Gab es nun wirklich eine eigenständige DDR-Sprache und wie sieht es heute damit aus? Im Text „20 Jahre nach der Wende: Ist die „Sprachmauer“ gefallen?“ findet man einige Antworten:

    So groß, dass man von einer DDR-eigenen Ausprägung der deutschen Sprache – ähnlich den nationalen Varietäten in Österreich oder der Schweiz – hätte sprechen können, waren die Unterschiede zwischen Ost und West nie.

    Gravierender waren semantische Abweichungen: Eine Alltagsvokabel wie „Einkaufen“ beispielsweise hatte zwar für West- wie für Ostdeutsche die gleiche Grundbedeutung. Fragte man sie jedoch danach, was ihnen spontan dazu einfalle, nannten Ostdeutsche vor allem negativ besetzte Begriffe wie „Schlange stehen“, „leere Läden“ oder „sinnlose Rennerei“. Für Westdeutsche war das Wort „Einkaufen“ hingegen positiv besetzt, denn sie kannten keine leeren Geschäfte und mussten für Produkte des täglichen Bedarfs selten anstehen – und vergeblich schon gar nicht.

    Und heute?

    Nur eine Handvoll Ausdrücke haben überdauert. Missverständnisse und Kommunikationsschwierigkeiten lösen sie aber nicht mehr aus. Denn inzwischen sind sie so gut in die gesamtdeutsche Sprache „integriert“, dass viele Westdeutsche – anders als beim „Broiler“ – gar nicht wissen, dass sie DDR-Sprache verwenden, wenn sie sagen: „Fakt ist …“, „Das haben wir angedacht.“ oder „Das wurde abgenickt.“

    Also dürfte folgendes Video nicht mehr ganz aktuell sein (aber immer wieder witzig):

    Der GI-Artikel kann auch gehört werden: Vorlesen oder  Download MP3 (Leider ist die Betonung gewöhnungsbedürftig.)

    Konkrete Beispiele finden sich u.a. in der Wikipedia: DDR-Sprachgebrauch und hier:

    Und in der Sprachbar der Deutschen Welle (vom 29.08.2007) Weitgehend ausgestorben – DDR-Sprache: Text, Übungen zum Ausdrucken und natürlich als Audio: Sprachbar: Weitgehend ausgestorben – DDR Sprache – die Folge hören (MP3)

    Im DSD-Wiki habe ich einige Seiten zum Buch: „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ gestaltet. Wichtige Themen sind das Leben in der DDR und die Wiedervereinigung. Hier kann man Ideen und Materialien auswählen und, angepasst an die Bedürfnisse der Lerngruppe, zu einer UE zusammenstellen. Der „Baukasten“ funktioniert als UE on- und offline. Der Inhalt kann einfach kopiert und zu einer neuen Wiki-Seite oder als Arbeitsblatt verändert werden. Neue Ideen sind dabei natürlich willkommen und können entsprechend des Wiki-Prinzips den Baukasten erweitern.

    „49-89-2009“ Deutsch-deutsche Geschichte für Deutschlerner


    Das GI ging gestern zum „Deutschen Gedenkjahr 2009“ mit einem interaktiven Angebot an den Start: „49-89-2009“

    Deutsch-deutsche Geschichte für Deutschlerner bietet Übungen, Aufgaben, Foren und Umfragen, mit denen Sie anhand von Originalfotos, authentischen Filmausschnitten, Texten und aktuellen Audio-Interviews interaktiv deutsch-deutsche Geschichte erleben und gleichzeitig Ihr Deutsch verbessern können.

    Themen sind: Das Grundgesetz, 1950er-Jahre und der Alltag in der DDR.

    In den kommenden Tagen werde ich es mir genauer ansehen und hier berichten.

    Siehe auch: Das Neunerjahr: 1919 – 39 – 49 – 89.

    Ein deutscher Kultfilm – „Die Feuerzangenbowle“


    Feuerzangenbowle; Quelle: Kore Nordmann (Kore), GFDL

    Als am 26. Dezember 1969 der Film das erste Mal im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, erreichte er eine sensationelle Einschaltquote von 53 Prozent. Heute gilt er nicht nur an Universitäten als absoluter Kult.

    Jahr für Jahr finden sich in der Vorweihnachtszeit zehntausende Studenten in Hörsälen der ganzen Republik zusammen, um den Film zu sehen.

    Was viele nicht wissen, der Film, der 1944 seine Premiere feierte, hat eine sehr braune Vergangenheit. Das online Magazin einestages (Zeitgeschichte auf SPIEGEL ONLINE) berichtet dazu folgendes:

    Zwei gespenstische Tage verbringt Rühmann in Hitlers Wolfsschanze, bis er Nachricht erhält. Der Reichsmarschall habe sich den Film im Kreise seines Stabes angesehen und mit dem „Führer“ gesprochen. Der soll nur gefragt haben: „Ist dieser Film zum Lachen?“ Und als Göring versicherte, dass er selbst mehrmals habe lachen müssen, erwiderte Hitler nur: „Dann ist dieser Film sofort für das deutsche Volk freizugeben.“ Propagandaminister Joseph Goebbels wird angewiesen, die Komödie unverzüglich in die Kinos zu bringen.

    Der Text geht auch der Frage nach, ob Rühmann ein Nazi war. Natürlich passt dieser Artikel hier besonders gut in die Weihnachtszeit, aber ich denke, dass er sich zu jederzeit  sehr gut für den Unterricht eignet, insbesondere dann, wenn es um den Umgang der Deutschen mir ihrer NS-Vergangenheit geht.

    Hier noch passende Links:

    • Ergänzung Dezember 2016: (Freitag) „Ungestörtes Vergnügen“ Geschichtslos Die Begeisterung für „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann ist groß – das Interesse an der Entstehung des NS-Films gering
    • Die Feuerzangenbowle auf Wikipedia

    Filmausschnitte:

    Wat is’n Dampfmaschin? (schlecht zu verstehen)

    Baldrian

    DaF-Landeskunde-Blick in das Jahr 2009


    Nach den Rückblicken nun ein Ausblick auf die Themen des Jahres 2009.

    Ob alle Jubiläen hier im Blog mit einem Artikel bedacht werden, kann ich nicht versprechen. Vielleicht wird der eine oder andere Beitrag nur eine kurze Linksammlung. Das Jahr 2009 wird für mich auch einige Veränderungen bringen. Der Vertrag in Ungarn läuft aus und ich werde mich nach einer neuen Arbeit umsehen müssen.

    Fangen wir mit einem Komiker an: Heinz ERHARDT,  (Schauspieler, Kabarettist, Komponist, Filmproduzent) wird 100. ! (* 20. Februar 1909 in Riga  † 5. Juni 1979 in Hamburg)

    Als Kontrast die ernste deutsche Geschichte: stolze 2000 Jahre der Varusschlacht, der Fall der Berliner Mauer 20 Jahre und auch 70 Jahre des Beginns des Zweiten Weltkrieges (01. September) sind sicherlich inhaltsschwere Themen.

    Kultur und Kunst bieten ein Händel-Jahr (250. Todestag) und das Haydn-Jahr (200. Todestag. 31.Mai). Das Staatliche Bauhaus in Weimar eröffnete vor  90. Jahren seine Pforten (21. März 1919).

    Die Rockmusik feiert das 40-jährige Bühnenjubiläum der Puhdys.

    Kurios finde ich die 725 Jahre der Rattenfängersage von Hameln.

    Tagespolitisch wird man an dem Superwahljahr in Deutschland nicht vorbeikommen. Es beginnt mit der Wiederholungswahl in Hessen und wird dann am 30. August mit den Landtagswahlen in Sachsen, Saarland und Thüringen fortgesetzt. Am 27. September kommt es dann zur Wahl zum 17. Deutschen Bundestag.

    Der Höhepunkt im DaF- Bereich wird die XIV. Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) vom 3.- 8. August 2009 in Jena-Weimar sein. Ich freue mich, den einen oder anderen dort persönlich kennenzulernen.

    Sicherlich gibt es noch mehr Themen für das Jahr 2009. Welche haltet ihr für wichtig?

    Weiter Informationen hier:

    50 Jahre Trabi und noch kein Ende


    Der kleine Stinker wird 50! Ich weiß nicht, ob ich gratulieren soll, als Student bin ich selbst einen gefahren, habe mit 18 eine Bestellung abgegeben, um nach 10 Jahren einen fabrikneuen zu bekommen. Trotz dieser schönen Werbung (YouTube)

    , möchte ich ihn nicht unbedingt wieder haben. Hier in Ungarn gehört er noch zum Straßenbild und verpestet die schlechte Budapester Luft.

    Der Trabi ist mehr als ein Auto: Kultgegenstand, Sammelobjekt, Symbol für den Sozialismus und der untergegangenen DDR. Er ist in Deutschland bei Langfingern sehr beliebt: „Laut einer Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft wurden 2006 von 1000 Trabis 2,1 gestohlen – nur der Besitz eines Porsches war risikoreicher.“ (heute.de) Es gibt Trabi-Fanclubs, Trabitreffen und nun das 50jährige Jubiläum, an dem keiner vorbei kommt.

    Eine gut Präsentation zu diesem Thema bietet heute.de und die ZDFmediathek (Bilderserie Trabi-Jubiläum)

    Am 30. April 1991 lief der letzte Trabant mit der Seriennummer 3096099 um 14:51 Uhr in Zwickau vom Band. Schon seit 1989 war man sich in der DDR einig:

    „Warum wird der Trabi nun ohne Motor gebaut?
    Weil im Land eh alles bergab geht.“

    Jetzt soll er wieder produziert werden und das soll kein Witz sein.

    Weiter Witze findet man auf:

    Na gut, noch einen:

    „Wann erreicht der Trabbi seine Höchstgeschwindigkeit? Wenn er abgeschleppt wird!“

    Kein Witz, wie gefährlich Trabifahren war (ist) – ein Crashtest auf YouTube

    .

    Geschichte der deutschen Einwanderung


    Die Focus-Serie: Geschichte der deutschen Einwanderung bietet historische Hintergründe, wie Deutschland vom Aus- zum Einwanderungsland wurde. Gerade als DSD-C1 Projektthema eignet sich dieser Überblick, weil er die Probleme aufzeigt, die durch Aus- und Einwanderung entstanden und entstehen. Auch der Beitrag zu den Migrantenkindern: „Gemischte Nationalgefühle“ dürfte unsere Schüler direkt ansprechen: „Während sich einheimische Jugendliche häufig für die Historie ihres Landes interessieren, identifizieren sich Migrantenkinder meist über die Geschichte ihrer Religion.“

    Abgerundet wird das Ganze durch Kommentare der Leser, die sich gut in den Unterricht einbinden lassen. Solche Kommentare lassen sich in der Stunde schnell erstellen und natürlich (auch im Wiki) diskutieren.

    Digitalbilder des Bundesarchivs jetzt im Internet


    heise online meldet, dass das Bundesarchiv sein Digitales Bildarchiv für den Zugriff aus dem Internet geöffnet hat: „Als Querschnitt aus den insgesamt etwa 11 Millionen verwahrten Bildern des Archivs sind damit zur Zeit 60.000 Fotos, Luftbilder und Plakate zu Personen und Ereignissen der deutschen Geschichte von 1860 bis zum Ende der 1990er Jahre online zugänglich.“Ich habe es mir angeschaut und kann sagen, dass es ein Fundgrube für den Landeskundeunterricht ist. Der Zugang zum Digitalen Bildarchiv ist kostenfrei, man kann die Datenbank ohne Registrierung benutzen und die Bilder über eine Volltext- oder eine Themensuche erschließen. Das Herunterladen von reproduktionsfähigen Bildern ohne Wasserzeichen erfordert allerdings eine Registrierung und ist nur kostenpflichtig möglich.

    Die Geheimnisse des Handshakes


    Wie oft geben wir täglich die Hand? Denken wir dabei warum wir das tun, oder vielleicht welche Bedeutung der Händedruck hat? Ein lesenswerter Artikel der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gibt auf viele dieser Fragen Antworten. Dieses mit vielen Bedeutungen befrachtete Symbol eignet sich ausgezeichnet für den Landeskundeunterricht. „Der Händedruck ist die einzige Berührung, die wir uns unter Fremden zugestehen“ und als Teil des Begrüßungsrituals bietet sich ein Vergleich zwischen den Kulturen geradezu an.

    „Woher kommt der Händedruck?

    Er hat verschiedene Wurzeln: Die älteste ist der Handgruß gegenüber dem Fremden mit der erhobenen Hand, mit dem man zeigt, dass man ohne Waffen und ohne Arg kommt. Dann der Handschlag, mit dem man Verträge besiegelt, bei dem man einander zweimal auf die Hände schlägt, wie bei Faust und Mephisto. Dann der Handgang, das Einlegen der Hände des Lehnsmanns in die Hände des Lehnsherrn. Schließlich der gemeinschaftliche Schwur, wie beim Rütli-Schwur, und der Handtreu, ein Zeichen der Eintracht in der Antike, vor allem unter Eheleuten.“

    Eine interessante Diskussion in der Lerngruppe verspricht folgende Aussage:

    „Es gibt beim Händedruck eine Menge Varianten, man kann damit eine Menge ausdrücken. Die Winkelstellung der Handfläche zum Beispiel: Es gibt amerikanische Studien, wie Dominanz signalisiert wird mit einer Handstellung, die die Handoberfläche stärker nach oben hält – Unterwerfung eher durch eine Stellung, bei der die Handinnenfläche nach oben zeigt.“

    Also, dass nächste mal darauf achten und andere Varianten suchen.

    Den ganzen Text könnt ihr hier lesen:

    Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.08.2007, Nr. 33 / Seite 10

    auch auf NZZ-Online (etwas ausführlicher)

    Wer es wissenschaftlicher wünscht, kann sich diese PDF-Datei herunterladen:

    Zwischen dem Bruderkuss und hand-shake. Zur Symbolik öffentlicher Begrüßungsrituale in der ost- und westeuropäischen Moderne