DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 3: Linkliste


Diesmal geht es um Arbeitsmaterialien und Didaktisierungen rund um das Thema Fußball und dem Schwerpunkt Fußballweltmeisterschaft. Die hier vorgestellten Links werde ich in die DaF-Wiki-Seite „Fußball in DaF“ einfügen, wo sie von jedem verbessert und ergänzt werden können.

Beginnen möchte ich mit einem aktuellen Angebot auf PASCH-net. Die Seite veröffentlicht 32 Steckbriefe von Schülern aus den teilnehmenden 32 WM-Ländern. Didaktisierte Arbeitsblätter gibt es hier:

  1. Arbeitsblätter (doc, 7,86 MB)
  2.  Lösungen (doc, 7,58 MB)

Materialien:

  1. Fußball-WM: Fußball in meinem Land (Sprachniveau A2+)
  2. Alle Texte herunterladen (zip; 3,6 MB)

Daneben finde ich die Unterrichtsideen der Seite http://www.grundschule-arbeitsblaetter.de (gedacht für den Unterricht an einer deutschen Grundschule) und das Leseheft zur WM 2018 für Klasse 1/2 auf https://grundschullernportal.zum.de/wiki/Lesen_und_Lernen sehr gut gelungen. Hier gibt es abwechslungsreiche Arbeitsblätter bzw. einfache Lesetexte (A1) mit Aufgaben rund um das Thema WM 2018, die man an eigene (DaF/DaZ)-Bedürfnisse anpassen kann:

  1. a) Arbeitsblätter Fußball WM 2018

3.b) LuL – Folge 1 – WM2018.pdf + editierbare Datei herunterladen

PASCH-net bietet noch weitere Didaktisierungen vergangener Europa- und Weltmeisterschaften, die problemlos eingesetzt werden können:

  1. Anstoß, Trikot, Kopfball – über Fußball sprechen Sprachniveau A1/A2
  2. Text mit Bildern zum Ausdrucken (PDF; 1,9 MB)
  3.  Fußballfans im WM-Fieber (WM 2014) A2/B1
  4.  Fußball-Wortschatz A2 und Sprechen über Fußball
  5.  Fußball-EM 2016: Volltreffer für den Deutschunterricht

Sehr gut gestaltet sind die Arbeitsblätter auf den Seiten des Goethe-Institut Frankreich zur EM 2016.

9.1 A1+Arbeitsblätter und Lehrerhandreichung (PDF)

9.2 B1+Arbeitsblätter und Lehrerhandreichung (PDF)

Aus den USA stammt das Angebot des Goethe-Instituts „Step into German“. Hier gibt es den 10. Podcast „Der Ball ist rund“  und aktuelle Materialien zur 11.  Fußball Bundesliga. Besonders gefallen mir das 11.1 Das Tippspiel (PDF, 245 KB) und das 11.2 Fußball-ABC (PDF, 247 KB).

Auch die Website „Meet the Germans“ des Goethe-Instituts London stellt Materialien und interaktive Übungen zum Thema Fußball zur Verfügung:

  1. A2
  2. B1

Auf den Seiten des Goethe-Instituts Polen kann man gut einsetzbare Spiele zum Thema finden: „Fussballbox“ und „Dribbelmeister

14. Broschüre mit Spielen und Aufgaben (PDF, 15 MB)

Abschließen möchte ich diese Linksammlung mit dem 15. Deutschlandlabor Folge 3: Fußball . Hier geht es noch einmal allgemein um das Thema „Fußball und die Deutschen“. Die Didaktisierungen sind leider etwas „kurz“ geraten.

15.1 Arbeitsblätter für den Präsenzunterricht
15.2 Handreichungen für Lehrkräfte
15.3 Manuskript zum Mitlesen und Wortschatzhilfen

15.4 Onlineübungen zum Video

16.Interaktive Übungen habe ich auf der DaF-Wiki-Seite „Fußball in DaF“ verlinkt.

17. Zusatz: Fußball im MINT-Bereich (eventuell auch als CLIL-Unterricht anpassbar, das die Materialien in 15 Sprachen vorliegen). Zitat:

Rund um das Thema Fußball lässt sich auch im MINT-Unterricht trefflich diskutieren: 20 Lehrkräfte aus 15 europäischen Ländern haben zwölf Unterrichtseinheiten entwickelt, die zeigen, wie der beliebte Sport die Fächer Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Physik und Technik…

iStage 3 – Fußball im MINT-Unterricht  (gefunden bei: http://www.komm-mach-mint.de)

Ergänzung

Ich habe auf LearningApp noch 2 aktuelle Übungen erstellt:

A – Die Teilnehmer der Fußball-WM 2018: Zuordnung auf Bilder (Ländernamen den Flaggen zuordnen)

B – Quizaufgabe: Sind diese Fakten zur WM 2018 richtig oder falsch?

Siehe auch hier im Blog:

1. DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 2: Das Fußball-WM-ABC

2. DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 1: Filme

DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 2: Das Fußball-WM-ABC


In den letzten Tagen habe ich für die Wortschatzarbeit ein „Fußball-WM-ABC 2018“ erstellt. Es ist ab dem Niveau A2+ einsetzbar. Zusätzlich habe ich versucht kleinere Aufgaben dazu zu entwickeln, die ich in einem tutory-Arbeitsblatt eingearbeitet habe. Jeder, der sich vorher auf tutory reegistriert hat, kann das AB weiterentwickeln:

Fußball-WM 2018 von: Ralf_K

Auf tutory anschauen und bearbeiten

Dieses Arbeitsblatt wurde mit dem Autorentool tutory.de erstellt. Unter https://www.tutory.de/w/21029410 können Sie das Dokument herunterladen und anpassen (nach Registrierung).

Als PDF steht das Arbeitsblatt als Download hier zur Verfügung:

Hier noch einmal das gesamte ABC: (XYZ habe ich weggelassen)

A – das AchtelfinaleIm Achtelfinale der WM spielen 16 Teams. Es beginnt 2018 am 30. Juni.
B – der BundestrainerDas ist der Trainer der deutschen Nationalmannschafft. Sein Name ist Joachim Löw.
C – der ChipDer offizielle WM-Ball 2018 wird einen Chip enthalten, der es den Zuschauern erlauben wird, Spieldaten zu erhalten.
D – der DFB
(Deutscher Fußball-Bund)Der DFB ist der Fußballverband in Deutschland.
E – das EröffnungsspielDas Eröffnungsspiel findet am 14. Juni zwischen Russland und Saudi-Arabien in Moskau, im Olympiastadion Luschniki statt.
F – das FinaleDas Finale findet am 15. Juli 2018 in Moskau im Olympiastadion Luschniki statt. Danach kennen wir den Weltmeister 2018.
G – der GastgeberRussland ist der Gastgeber der WM 2018.
H – das HalbfinaleDie Halbfinalspiele der letzten 4 Mannschaften finden am 10. Juli statt.
I – IslandIsland nimmt erstmals an einer Fußball-WM teil. Es ist mit 334.000 Einwohner das kleinste Land, das sich für eine WM-Endrunde qualifiziert hat.
J – der JubelWenn ein Tor geschossen wurde jubeln die Fans und der Torschütze. Der Torjubel bei Fußballspielern wird immer interessanter.
K –die gelbe Karte /die rote KarteWenn ein Spieler foult, kann der Schiedsrichter die gelbe oder die rote Karte zeigen.
L – das Land, die Länder32 Länder nehmen an der WM 2018 teil.
M – „Die Mannschaft“Die deutsche Nationalmannschaft nennt man offiziell „Die Mannschaft“.
N – die NationalhymneVor dem Beginn eines WM-Spieles werden die Nationalhymnen beider Mannschaften gespielt.
O – das OrakelIst meist ein Tier, das die WM-Spiele (Wer wird Sieger?) voraussagen kann.
P – der PokalDer WM-Pokal ist 36,8 cm hoch und ist 6175 Gramm schwer.

Nach der Siegesfeier nimmt die FIFA den echten Pokal zurück und überreicht dem Sieger ein Replikat.

Q – die QualifikationZum ersten Mal seit 1958 hat sich Italien nicht für die WM qualifiziert.
R – der RassismusDie Schiedsrichter der WM 2018 können ein Spiel unterbrechen oder sogar abbrechen, sollte es zu Rassismus oder anderen Formen von Diskriminierung kommen.
S – der SchiedsrichterErstmals bei einer Weltmeisterschaft wird der Videoschiedsrichter eingesetzt.
T – der TorschützenkönigDie Torschützenkönige der letzten Weltmeisterschaften waren: 2014 James Rodríguez (6 Tore) und 2010 Thomas Müller (5 Tore)
U – UruguayDie uruguayische Fußballnationalmannschaft nimmt auch an der WM 2018 teil und war schon zweimal Fußballweltmeister.
V – das ViertelfinaleBeim Viertelfinale am 6. Juli spielen 8 WM-Teams gegeneinander.
W – der WeltmeisterDer amtierende Weltmeister ist Deutschland.
Z – ZabivakaZabivaka, ein Wolf, ist das WM-Maskottchen in Russland. Übersetzt bedeutet der Name: „kleiner Torschütze“ oder auch „Der, der einen Treffer erzielt“

Siehe auch hier im Blog:

1. DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 3: Linkliste

2. DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 1: Filme

DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 1: Filme


 

https://pixabay.com/de/fu%C3%9Fball-weltmeisterschaft-wm-2018-3374667/                           CC0 Creative Commons

Die Fußball-WM steht vor der Tür und es wird Zeit, nach Materialien für den Unterricht zu suchen. In den letzten Jahren gab es eine Reihe von Didaktisierungen zu Europa- und Weltmeisterschaften. In den nächsten Tagen möchte ich einige Materialien davon hier vorstellen.

Beginnen möchte ich mit dem Thema Film und Fußball. Für jüngere Deutschlerner eignen sich „Die Wilden Kerle“, die es mittlerweile in 6 Folgen gibt.

Zu einigen Filmen existieren auch noch Arbeitsblätter im Internet, so zum Beispiel zum 6. Film „Die Legende lebt“ (Goethe-Institut) und zum Film Nr.2 (IFI).

Wer es historischer mag, wird nicht um „Das Wunder von Bern“ (2003) herumkommen.

Teilweise wird dem ersten deutschen WM-Titel eine wichtige Rolle in der Vergangenheitsbewältigung und für das „deutsche Wirtschaftswunder“ zugesprochen. Wie dem auch sei, der Film von Sönke Wortmann ist wirklich sehenswert und natürlich gibt es auch dazu Didaktisierungen:

1. Didaktisierung des Goethe-Instituts Paris (A1,A2,B1)

2. Ideensammlung im ZUM-Wiki

3. Arbeitsmaterialien für den Unterricht (Goethe-Institut Mailand)

4. Materialien von Lehrer-online.de (nicht für DaF konzipiert)

5. Quiz zum Film

Mein Favorit ist der Film Der ganz große Traum des Regisseurs Sebastian Grobler aus dem Jahr 2011.

Dieser beschreibt nicht nur, wie der Fußball 1874 in das militaristische spießige Deutschland kam, sondern zeigt auch, wie CLIL-Sprachunterricht funktionieren kann. Es ist eine Freude zu sehen, wie Sport- und Fremdsprachenunterricht kombiniert werden und die Schüler motiviert an der Lösung sportlicher und sprachlicher Aufgaben mitarbeiten. Wenn man will, kann man den Film auch als Beispiel für erfolgreiches projektorientiertes Lernen nehmen.

  1. Unterrichtsideen (Goethe-Institut Dänemark)
  2. Didaktisierung des Goethe-Instituts Paris (A1,A2,B1)
  3. Didaktisierung auf kinofenster.de (nicht DaF, aber anpassbar)
  4. Ideensammlung zum Film (DaF)

Natürlich gibt es noch mehr erwähnenswerte Filme wie „Deutschland. Ein Sommermärchen“ (Dokumentarfilm zur WM 2006). Auf alle Fälle lohnt es sich mal wieder mehr Zeit im DaF-Unterricht für einen Langfilm zu verwenden. Natürlich gilt das auch für die Zeit vor und nach der WM.

Die Filme findet man sicherlich in einer gut sortierten Bibliothek des Goethe-Instituts in ihrer Nähe. Wenn dem nicht so ist, so kann man einige Filme auch googeln und auf YouTube oder Vimeo in ganzer Länge sehen.

Weitere Links:

Siehe auch hier im Blog:

1. DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 3: Linkliste

2. DaF-Materialien zur Fußball-WM 2018 – Teil 2: Das Fußball-WM-ABC

Überlegungen zu Qualität und OER im DaF-Bereich


Nach meinem Online-Vortrag auf der #OERsax habe ich lange über das Thema Qualität und OER nachdenken müssen.

Nicht nur auf der #OERsax-Tagung, sondern auch in Gesprächen mit Kollegen spielte das Thema eine wichtige Rolle bzw. wird nicht selten als entscheidendes Argument benutzt, um den Einsatz von OER zu relativieren oder gar abzulehnen.

Aus meiner Beschäftigung mit dem Thema Wikis im Bildungsbereich kenne ich diese Diskussion schon seit längerem. Natürlich ist es für mich wichtig, qualitativ hochwertige OER-Materialien zur Verfügung zu stellen. Derjenige, der Material erstellt und weitergibt, wird sicherlich nicht davon ausgehen, Minderwertiges oder gar Falsches zu entwickeln. (Abgesehen er wäre ein Troll.)

Die Qualität und der Inhalt des Materials sind abhängig von den Kompetenzen des Erstellers, dem spezifischen Unterrichtskontext, für den die Materialien bestimmt sind und von der Qualität der Ausgangsmaterialien, die als OER zu Verfügung stehen. Daraus ergibt sich eine Verwertungskette, bei der sich das Produkt ständig verändert (nicht unbedingt verbessert, da neue Unterrichtskontexte andere Antworten erfordern, die nicht unbedingt besser sein müssen). Im Mittelpunkt dieses Prozesses stehen die Lehrpersonen als Akteure der Veränderung (wenn sie das Material adaptieren und möglicherweise als OER weiterveröffentlichen), aber auch diejenigen, die „nur“ die Materialien um/einsetzen. In meiner Praxis als DaF-Lehrer, habe ich fast nie (ausgenommen in meiner Anfängerzeit) Materialien 1 zu 1 um/eingesetzt. Anpassungen waren notwendig, um ein Mindestmaß an guten Unterricht zu garantieren.

Durch den Austausch mit Kollegen nehme ich an, dass dies von den meisten so gehandhabt wird. Wir alle sind durch das 1. und 2. Staatsexamen bzw. durch unsere tägliche Unterrichtspraxis dazu befähigt, 1. gutes von schlechtem Material zu unterscheiden und 2. Materialien zu adaptieren / anzupassen und 3. diese auch umzusetzen um 4. dies auch so zu reflektieren, um daraus für die zukünftige Praxis zu lernen.

Indem man Lehrpersonen unterstellt, sie könnten nur mit qualitativ hochwertigen Material arbeiten, zweifelt man an den Kompetenzen, die sie als ausgebildete und erfahrene Lehrer auszeichnen. Vielleicht ist der Begriff zu hoch gegriffen, aber ich möchte in diesem Zusammenhang von der „Mündigkeit der Lehrperson“ sprechen.

Wichtig ist, dass man diesem Vorurteil, Fachlehrern fehle es an methodischer und fachlicher Kompetenz mit OER-Materialien, um OER einsetzen zu können, auf unterschiedlichen Ebenen argumentativ entgegenwirken. Bedenklich finde ich es, wenn einige Lehrer dieses Bild auch von sich selbst haben.

Noch einmal meine These: (Gute) Lehrer sind fachlich und methodisch so ausgebildet, dass sie gute von weniger guten/geeigneten Unterrichtsmaterialien, Ideen, Methoden unterscheiden können.

Sie wissen auch, dass man dabei Fehler machen kann und dass sie daraus lernen können und werden.

Aber woher kommt das oben genannte Vorurteil? In meiner Tätigkeit im DaF-Bereich in unterschiedlichen Ländern musste ich feststellen, dass nicht wenige der Kolleginnen und Kollegen „werkgetreu“ unterrichten, das heißt, ihr Lehrwerk chronologisch abarbeiten. Dies entspricht manchmal auch der vorherrschenden Lehr- und Lernkultur, dass Lehrwerke eine anerkannte Autorität sind, die nur selten hinterfragt wird. Es gab Extremfälle, bei denen das DaF-Lehrwerk einen höheren Stellenwert als das vorgeschriebene Curriculum hatte. Es gab Lerner und Eltern, die darauf bestanden, dass auch alle Aufgaben in Lehrwerken gelöst werden müssen (Man hat ja dafür bezahlt). Lernkulturen, die die „Heiligsprechung des Lehrwerkes“ als gegeben hinnehmen und nicht mehr hinterfragen, machen es sich selbst schwer, sich zu verändern. Insbesondere dort, wo die benutzten (DaF-) Lehrwerke nicht den Qualitätsstandards entsprechen, kann das „werkgetreue“ Unterrichten auch zur Demotivierung der Lerner führen, die sich wiederum negativ auf die Stellung des Faches Deutsch als Fremdsprach auswirkt.

Was muss sich also ändern?

Die Lehrer-Aus- und Weiterbildung muss auf die Veränderung der Verfügbarkeit von alternativen Materialien im Internet reagieren. Es geht nicht nur darum, Lehrwerke zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, auch der Prozess der OER-Entwicklung sollte im Mittelpunkt stehen. Die Arbeit mit OER hat auch für das lebenslange Lernen der Lehrperson einen positiven Effekt: Die Freiheit des Anpassungsprozesses von OER Materialien, hat nicht nur das Potential, Unterricht zu optimieren, in dem er zum Beispiel gezielter den unterschiedlichen Bedarf der Lerner berücksichtigt, sondern fördert die Entwicklung einer professionellen Lehrperson durch aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Unterricht und dem Unterricht anderer, durch die Erweiterung des professionellen Horizonts und den Zuwachs an Wissen über das eigene Fach hinaus, durch Austausch und ständige Weiterbildung.

Für die OER-Community heißt das aber auch, dass der Umgang mit OER-Materialien noch einfacher werden muss. Dabei geht es nicht nur um das quantitative Auffinden von Materialien. Kollegen haben das Recht zu wissen, was von den vielen Angeboten auch von anderen Kollegen als gut befunden wird. Es sollte klar beschrieben werden, was man in diesem Material findet. Sie müssen nicht immer damit (Qualität und Bewertung) einverstanden sein, aber ein Grundvertrauen in die „Schwarmintelligenz“ besitzen. Das spart wertvolle Zeit und motiviert.

Es müssen Gelegenheiten geboten werden, Material in unterschiedlichen Varianten zu bewerten und diese Bewertungen müssen aussagekräftig sein. Ideal wäre es auch, wenn diese Bewertungen den Austausch zwischen den Lehrern fördern würden. Das können kurze Erfahrungsberichte sein bis hin zu komplexeren Reflexionen im Sinne der Aktionsforschung.

Das Internet bietet diese Möglichkeiten. Auch wenn es dahin noch ein weiter Weg ist, ist es nicht unmöglich.

Hier noch eine Nachlese auf dem OERsax-Blog: Die ersten sächsischen OER Tage (15.01.-18.01) – Tag 3 + 4 – Webinarvielfalt

Ergänzung (1.6.2018)

Klaus Dautel berichtet auf ZUM.de über seine Erfahrungen auf dem EduCamp in Bad Wildbach.  Dabei geht er auch auf die fehlende Bereitschaft ein, erstellte OER Materialien auf dem Landesbildungsserver kommentieren zu lassen (siehe meine Anmerkungen oben).  In seinem Blog-Beitrag findet sich auch ein Link zu Qualitätskriterien, die im Landesbildungsserver BW für dort erstellte OER-Materialien gelten.

Folien zum Webinar auf der #OERsax


Gerade habe ich auf der #OERsax ein kurzen Vortrag über das ZUM-Willkommen-Wiki gehalten. Hier die Folien und einige Links:

Das dort erwähnte Buch: „Web 2.0 im Fremdsprachenunterricht: Ein Praxisbuch für Lehrende in Schule und Hochschule“, 2012, von Jürgen Wagner (Herausgeber),‎ Verena Heckmann (Herausgeber) (Amazon) -> Auf den Seiten 137-145 der erwähnte Text „Wiki im DaF-Unterricht“

Linkliste des Vortrages

Hier noch eine Nachlese auf dem OERsax-Blog: Die ersten sächsischen OER Tage (15.01.-18.01) – Tag 3 + 4 – Webinarvielfalt

Update Wortwolken


Hier im Blog befassen sich viele Beiträge mit dem Thema Wortwolken im DaF-Unterricht. Da sich dort einiges verändert hat, wird es Zeit, darauf aufmerksam zu machen.

Update 2022: Das bekanntest Wortwolkentool „Wordle“ ist nicht mehr online. Das Wort wird jetzt ich einer anderen Bedeutung genutzt.

Erstellt mit WordArt

Da wäre zum Ersten das Tool Tagul, das seit 2017 in Word Art umbenannt hat und nun hier zu finden ist: https://wordart.com/create  Mit dem Tool habe ich auch oben- stehende „Wortwolke“ erstellt, in der man die wichtigsten Tools wiederfindet, die noch aktiv sind. Für mich neu hinzugekommen, ist die Seite WortWolken.com. Da sie meiner Meinung nach noch einfacher funktioniert als Wordle.net (nicht mehr online) und zudem noch auf Deutsch ist, habe ich dieses Tool zu meinem Favoriten gemacht. Nach und nach werde ich deshalb meine Schritt-für-Schritt-Beschreibungen für Fortbildungen anpassen. Aber es lohnt sich auch, die anderen Tools auszuprobieren, die man oben in der „Wortwolke zu Wortwolken“  finden kann. Hier die noch einmal die Adressen:

Zum Thema Wortwolken im DaF-Unterricht habe ich auch einen LearningSnack erstellt, den ich in den kommenden Tagen anpassen werde. (Jetzt mit WortWolken.com ergänzt und Wordle gelöscht): https://www.learningsnacks.de/share/2983

Kommen wir nun zu einer wirklichen Innovation der Arbeit mit Wortwolken im Fremdsprachenunterricht. Ich fand es bisher immer sehr umständlich, die Ergebnisse des gemeinsame Brainstorming in einer Klasse oder Fortbildungsgruppe selbst oder mit Hilfe eines Schülers oder Kollegen in eine Wortwolke einzutragen oder eintragen zu lassen. Dank BYOD und eines Tools geht das jetzt sehr einfach und schnell. Ich nutze dazu Mentimeter. Neben klassischen Abfragen kann man dort auch eine Abfrage in Form einer Wortwolke generieren. Seit wenigen Wochen ist es auch möglich, die Arbeitsanweisungen in deutscher Sprache anzuzeigen. Hier ein Beispiel zum Thema „Typisch deutsch“:

Screenshot Mentimeter.com

www.menti.com

898136

Screenshot-2018-1-12 Voting – Mentimeter

Die Ergebnisse lassen sich in Echtzeit präsentieren oder sind auch herunterladbar.

Das Ergebnis kann man hier verfolgen.

Das Tool kann man auch einbetten und so zum Beispiel in Moodle sichtbar machen.

Besonders motivierend fanden die Teilnehmer, dass sie live miterleben konnten, wie sich die Wortwolke entwickelte. Dies Szenarien für den Fremdsprachenunterricht liegen auf der Hand. Es kann sowohl für Brainstorming und Aktivierung des Vorwissens in Vorbereitung einer Aufgabe oder Übung eingesetzt werden (zum Beispiel für das Lese- und Hörverstehen, Vorbereitung einer Textproduktion usw.), aber auch ganz klassisch als Abbildung der Gruppenmeinung für eine sich daran anschließende Diskussion. Auch zur Sichtbarmachung des eigenen Lernfortschrittes eignet es sich, indem man zum Beispiel eine Wortwolke vor einer Übungssequenz mit einer danach erstellten vergleicht. Auch hier eignen sich die Wortwolken für das kreative Schreiben, nur dass durch BYOD der Schreibprozess dynamischer gestaltet werden kann, da die Wortwolke ständig verändert werden kann. Auch für eine Evaluation oder als Stimmungsbild eignet sich die Wortwolke von Mentimeter.

Die Erstellung ist ganz simpel. Man muss sich zuerst auf der Seite https://www.mentimeter.com/  registrieren und hat dann verschiedene Präsentationsstile zur Auswahl:

Screenshot Mentimeter Auswahl

Die Einstellungen der Präsentation zum Beispiel der Präsentationssprache oder des Präsentationsmodus oder die Begrenzung der Anzahl der Einträge sind möglich. Das Tool ist aktuell noch kostenlos und in seinen Basisfunktionen für die Schule oder auch für die Fortbildung ausreichend.

Beiträge zum Thema Wortwolken hier im Blog: (2016)

Märchen in Leichter Sprache


Das Angebot des NDR „Märchen in Leichter Sprache“ lässt sich sehr gut auch für DaF- und DaZ-Anfänger nutzen. Gerade im Unterstufenbereich dürften die einfachen Texte besonders durch ihr mehrkanaliges Angebot – man kann die Märchen: Lesen + Anhören + Und in Gebärdensprache sehen zum Einsatz kommen.

Quellen und weitere Seiten zum Thema:

Warum ich mit „Flipped Classroom“ im DaF-Unterricht Bauchschmerzen habe


„Bei dem Unterrichtskonzept Flipped Classroom (FC) erarbeiten Schüler (mit Videos) den Lernstoff zu Hause. -> Im Unterricht wird der Stoff wiederholt und vertieft.“

(Quelle: Wenn Lehrer ausflippen)

Diese einfache Formel scheint jedem sofort einzuleuchten. Es ist deshalb auch nicht sehr verwunderlich, dass sich aktuell sehr viele Lehrerinnen und Lehrer dafür begeistern und ihre Erfahrungen im Netz teilen.
Was mich aber interessiert, ist die Frage, wie dieses Konzept in einem DaF-Unterricht wirkt, dessen Hauptziel der Erwerb der kommunikativen Kompetenz ist. Grundlage meines Misstrauens ist genau die oben zitierte kurze Formel:

1. SuS erarbeiten den Lernstoff, zum Beispiel eine grammatische Regel, durch ein Erklärvideo. Das entspricht der sogennanten expliziten Grammatikvermittlung.

2. SuS „wiederholen“ und „vertiefen“ die zu Hause kennengelernten Regeln im Unterricht.

Mein erster Eindruck: Diese Formel widerspricht allem, was wir in den letzten Jahren in der Lehrer(fort)-Bildung im schulischen Bereich in DaF erreichen wollten. Deshalb interessiert mich die Frage, ob man so aufgabenorientiertes Sprachenlernen (mit Aufgaben, die ihren „Sitz im Leben haben“) umsetzen könnte? Daneben ist mir aufgefallen, dass FC besonders bei der Grammatikvermittlung beliebt ist, ein schon immer „sensibler“ Bestandteil des Fremdspachenerwerbs.

Ich möchte vorwegschicken, dass es mir im folgenden Text nicht um die Wirkungen von Flipped Classroom (FC) im MINT-Bereich oder im Deutschunterricht (Muttersprache) geht. Falls es Parallelen geben sollte, überlasse ich es den Kollegen dieser Fächer diese zu ziehen.

Auch in Deutsch als Fremdsprache wird aktuell das Flipped-Classroom-Konzept, das sogenannte umgedrehte Klassenzimmer (auch „Flipped Learning“ = umgedrehter Unterricht) (meist positiv) dargestellt und genutzt. Im Netz findet man dazu aufgezeichnete Vorträge hier und  hier, die das Konzept erklären und neuerdings auch einen Artikel im Magazin Sprache des Goethe-Instituts „Sprachlernen per Videobotschaft“ (Autorin Janna Degener) vom März 2017.

Die im Magazin Sprache-Artikel genannten Vorteile von „Flipped Classroom“ in DaF sind natürlich begrüßenswert. Man verspricht sich mehr Möglichkeiten bei der Binnendifferenzierung „Jeder in seinem Tempo“. Wenn das Video von einem Muttersprachler gesprochen wurde, ist man „dankbar … (für das) Sprachvorbild“. Als ein wichtiges Argument wird genannt, dass man „kostbare Unterrichtszeit sparen“ kann, weil „anders als im klassischen Anweisungsunterricht … die Stoffvermittlung über die Hausaufgaben“ stattfindet.

Daneben hört man oft, ein seit Jahren beim Einsatz von digitalen Medien im Fremdsprachenunterricht gern angeführtes Argument der „gesteigerten Motivation der Schüler“, obwohl dabei nur selten der vorausgegangene Unterricht, die Gewöhnung der Schüler an bestimmte Methoden und die nachhaltige Wirkung beschrieben werden.

Es gibt keine „beste Methode“

Bis heute gibt es keine Einigkeit darüber, welche Wege des Lehrens und Lernens einer Fremdsprache die effektivsten seien. Besonders durch Erkenntnisse der Neurodidaktik, die für das Lernen relevante individuelle Faktoren identifiziert hat, wie zum Beispiel das Lernalter, unterschiedliche Lernstile (jeder Mensch lernt anders), Persönlichkeitsfaktoren oder unterschiedliche Lernbiografien (auch bedingt durch Unterschiede in der Lernkultur und den persönlichen Zielen) und nicht zu vergessen die sprachliche Systemdistanz zwischen der ersten und der später gelernten Fremdsprache. Deshalb geht man aktuell davon aus, dass es keine einheitliche und universelle Methode für alle Lernenden gibt. Diese „Post-Methodenära“ darf aber nicht als Argument für Beliebigkeit und unreflektiertes Unterrichten dienen. Schulische Fremdsprachenklassen sind nicht nur aus neurodidaktischer Sicht heterogen, so dass es eine Herausforderung ist, das optimale Lehr- und Lernsetting für die gesamte Klasse zu finden. Der Lehrer macht hier wirklich den Unterschied.

Betrachtet man den deduktiven Weg des Flipped Classroom-Konzepts, so erinnert er beim Thema „Grammatikvermittlung“ an die GÜM (Grammatik-Übersetzungsmethode) des 19. Jahrhunderts. Hier legte man besonderen Wert auf die Beherrschung von grammatischer Terminologie und dem Auswendiglernen von Regeln, die dann im Sprachgebrauch ihre Anwendung fanden. Die darauffolgenden Direkte- und die Audiolinguale Methode/n begannen damit, diesen Lehr- Lernweg „um-zu-drehen“. In der Kommunikativ-Interkulturellen Methode wurde diese Tendenz aufgegriffen und weiterentwickelt. Dies war gut und richtig so, um das Fremdsprachenlernen für die Praxis in einer globalen Welt fit zu machen, indem man das Lernen handlungsorientiert ausrichtete und dem Inhalt den Vorzug vor der Form gab. Heute wird die Progression nicht mehr durch Grammatik, sondern durch kommunikative Handlungen bestimmt. Auch die aktuelle Phase des „Methodenpluralismus“ hat nicht zum Ziel, eine Renaissance der GÜM einzuläuten. (Es soll ja noch Länder geben, die noch nach dieser Methode unterrichten.)

Hinzu kommt, dass die Gegenwart stark von konstruktivistischen Ansätzen im Bildungsbereich geprägt ist, was auch dazu geführt hat, dass heute das Auswendiglernen von Regeln nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern das entdeckende Lernen, bei dem die Lernenden eigene Regeln konstruieren.

Wie viel Grammatik ist notwendig?

Aber zurück zur Grammatik. Grammatikvermittlung scheint für Erklärvideos im DaF-Bereich sehr beliebt zu sein. Die Videos im oben erwähnten Artikel „Sprachlernen per Videobotschaft“ beschäftigen sich ausnahmslos mit der Grammatikvermittlung. Das könnte Zufall sein, aber ich befürchte, dass dies nicht der Fall ist, sondern einer Tendenz entspricht, jedenfalls lässt das die Zunahme von DaF-Grammatik-Erklärvideos auf YouTube befürchten. Natürlich sind auch andere sinnvolle Einsatzgebiete solcher Filme möglich, so zum Beispiel Präsentationen zur Aussprache, aber diese scheinen dort in der Minderheit.
Warum ist aber Grammatik so beliebt? Ein Grund könnten die Lehrtraditionen in bestimmten Ländern sein, die schwer aufzubrechen sind. (Einige Lehrer unterrichten, wie sie unterrichtet wurden sind, obwohl sie in ihrer Ausbildung und/oder auf Fortbildungen andere Wege und Methoden vermittelt bekommen haben.) Diese Beobachtung konnte ich selbst in meiner eigenen Lehr- und Fortbildungstätigkeit in drei Ländern (Belarus, Ungarn, Kroatien) machen. Grammatik ist auch deswegen oft beliebt, weil sie sich einfacher als kommunikative Kompetenz testen lässt. Besonders in Ländern, wo von den Lehrkräften häufiges Benoten verlangt wird oder sogar Prüfungsaufgaben grammatische Tests vorsehen, stehen im Unterricht geschlossene Grammatik-Übungen und -Tests im Mittelpunkt. Für die Lehrkraft kann dies auch von Vorteil sein, da sich solche Übungen und Tests, einfacher und zeiteffektiver benoten lassen. Das führt dazu, dass Schüler an solche Übungen gewöhnt werden und ihnen suggeriert wird, dass davon die guten Noten oder sogar der Erfolg in einer Fremdsprache abhinge. Schaut man sich dagegen das Lernfeldermodell (Four Strands, von Nation/Newton 2009) an, wird schnell klar, dass die „Arbeit mit sprachlichen Formen“ in einem Schuljahr nur ein Viertel aller Lernaktivitäten abdecken sollte. Viele Lehrkräfte sind überrascht, wenn sie dies mit der Realität im eigenen Unterricht vergleichen.

Deshalb sehe ich die Gefahr, dass ein solcher Unterricht durch den unreflektierten Gebrauch des klassischen Flipped-Classroom Modells plötzlich als „modern“ und „innovativ“ empfunden werden kann. Man macht ja etwas mit digitalen Medien und setzt eine aktuell angesagte Methode ein.

Wie könnte man das FC-Konzept nutzen?

Viele Lehrer versuchen das Konzept für die Binnendifferenzierung nutzbar zu machen. Sie gehen davon aus, dass FC bei sinnvoller Anwendung, bestimmten Lernstilen entgegenkommen könnte. Dies zu verwirklichen ist nicht einfach. Man muss in der Lage sein, Lernstile zu identifizieren und diese dann gezielt zu bedienen. Dies erfordert auf Seiten der Lehrkraft eine genaue (umfangreiche) Vorbereitung und analytische Kompetenzen. Nur allein der Einsatz eines Videos reicht da nicht aus.

Erklärvideos könnten auch der Entwicklung der Lernerautonomie und die Vorbereitung auf das lebenslange Lernen dienen. (In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass nicht selten bereits der Gebrauch von Erklävideos mit der FC-Methode gleichgesetzt wird, was zu einem inflationären Gebrauch des Begriffs geführt hat. Es macht also Sinn, genauer hinter den Begriff zu schauen.)
Wir nehmen heute an (oder hoffen es), dass Lerner im Laufe ihres Lebens die erworbenen Fremdsprachen weiterentwickeln oder mithilfe der erworbenen Lernstrategien andere Fremdsprachen erlernen werden. Dies kann je nach persönlicher Situation in einem Online-Kurs oder im Selbststudium (informelles Lernen) unter Zuhilfenahme von Erklävideos erfolgen. Das heißt, dass die Schule die Lerner darauf vorbereiten muss: Medienkompetenz und Lernkompetenz müssten dafür entwickelt werden. Eine Möglichkeit wäre die aktive Auseinandersetzung der Lernenden mit (für das Sprachenlernen) guten und weniger geeigneten Videos. Dabei könnten Kriterien für gelungene Filme durch die SuS selbst gefunden, mit allgemeinen Kriterien verglichen und eigene Kriterien erstellt werden. Die Anwendung und Vertiefung kann dann durch das Produzieren eigener Erklärvideos erfolgen.

Den Unterricht wirklich „umdrehen“

Die Produktion eigener Videos seitens der Lerner wäre ein wirklicher Mehrwert der Methode. Dies käme auch dem Ansatz des „umgedrehten Unterrichts“ entgegen, nur dass der damit weitläufig verbundene didaktische Ablauf auf den „Kopf gestellt“ würde. Im Sinne des Konzepts Lernen durch Lehren (LdL) könnten so Schüler für Schüler Lernhilfen und daran angeschlossen, weiterführende Übungen erstellen und im Unterricht ihr Wissen an Mitschüler weitergeben. Grundlage eines solchen Vorgehens könnte das S-O-S-Modell sein, bei dem Lerner selbst Informationen finden, die ihnen helfen, grammatische Phänomene zu verstehen und danach diese als eigene Regeln formulieren:

  1. S – Sammeln: Neue Formen sammeln, unterstreichen und auflisten – „wahrnehmen“
  2. O – Ordnen: Wahrnehmung ordnen
  3. S – Systematisieren: die Regel erkennen – Regeln verstehen + Regeln in das eigene Grammatiksystem integrieren

4. Nach Übungen, die Automatisierung und die Verbesserung der Flüssigkeit zum Ziel haben, erfolgt

5. … die Anwendung in kommunikativen und personalisierten Kontexten. (Lerner sprechen oder schreiben = sinnvoller Output.)

Zur Festigung könnte auch eine Transferaufgabe dienen, bei der die Lerner die erkannte Regel in einem Film darstellen und dabei die Kriterien für ein gutes Erklärvideo anwenden.

Beispiele für das Fremdsprachenlernen gibt es schon. So findet man im Projektblog (Flip Your Class!) (Christian Spannagel) einen lesenswerten Text („Flip den Fremdsprachenunterricht“) einer Fremdsprachenlehrerin, die in der Art der Aktionsforschung über einen längeren Zeitraum mit FC mutig Veränderungen an ihrem Unterricht vornimmt, diese reflektiert, verwirft und Neues hinzufügt. Sie schreibt am Ende ihres Blogbeitrages: „Das Projekt ging noch einen Schritt weiter, so dass auf Anfrage der Schüler eigene Lernvideos produziert wurden im Rahmen eines Projektes am Ende des Schuljahres. Diese wurden dann nach den Ferien als Wiederholung genutzt und im Sinne der Methode „Lernen durch Lehren“ eingesetzt.

Wir dürfen gespannt sein, wohin die Reise mit FC gehen wird.

Unbedingt sollte dazu eine offene und vorurteilsfreie Diskussion über das Konzept stattfinden.

PS. Dazu passt folgendes Video:

Links

  1. „Sprachlernen per Videobotschaft“ (Autorin Janna Degener)  in Magazin Sprache (Goethe-Institut), lizenziert unter Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
  2. Sehr gute Erklärung der Methode: Flipped Classroom „Geflippte” Stunden stellen die Lernenden ins Zentrum in wb-web (Wissensbaustein)
  3. Gastbeitrag: Flip den Fremdsprachenunterricht – Mit Flipped Classroom einen kommunikativen und differenzierenden Fremdsprachenunterricht ermöglichen in http://flipyourclass.christian-spannagel.de/2017/01/gastbeitrag-flip-den-fremdsprachenunterricht/
  4.  Workshop Vorstellung: „Schüleraktivierung im Rahmen komplexer Lernaufgaben – Überlegungen zur Integration des Flipped Classroom-Konzeptes in einen modernen Fremdsprachenunterricht“ in http://flipyourclass.christian-spannagel.de/2017/05/workshop-vorstellung-schueleraktivierung-im-rahmen-komplexer-lernaufgaben-ueberlegungen-zur-integration-des-flipped-classroom-konzeptes-in-einen-modernen-fremdsprachenunterricht/
  5.  Wenn Lehrer ausflippen“   Quelle: didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen, Ausgabe 2/2017, S. 4 – 7, www.didacta-magazin.de – Text: Tina Sprung http://flipyourclass.christian-spannagel.de/wp-content/uploads/2017/05/pgTitelthema_4-7.pdf
  6. Einführung in die Arbeit von LernvideosDie Arbeit mit Lernvideos muss eingeführt werden, SchülerInnen sind meistens zunächst überrumpelt, wenn sie sich zum ersten Mal mithilfe eines Lernvideos neue Inhalte erschließen sollen.“ in https://modernlanguageteaching.com/2017/05/08/einfuhrung-in-die-arbeit-von-lernvideos/
  7. Nicht flippig genug, Veröffentlicht: Freitag, Juni 16, 2017 in FlippedClassroom, Gastbeitrag: https://cspannagel.wordpress.com/2017/06/16/nicht-flippig-genug/
  8.   Prezi: “ Umgedrehter Unterricht / Flipped Classroom – was, warum, wie?von Katrin Krause (8. August 2016)
  9. Vorneweg geflippt Eva Birger (GI – Israel) (positive Sicht auf die Methode im DaF-Bereich)
  10. Deutsch lernen mit YouTube (Empfehlungen)

Im Fokus: classroomscreen.com


In der kommenden Woche wird in Zagreb ein Workshop zum Thema Classroom Management (mit Schwerpunkt DaF) stattfinden. Das war für mich ein Grund, auf die Suche nach digitalen Tools zu gehen, die die Arbeit im Klassenraum erleichtern. Auf Twitter bin ich fündig geworden:

Dieses schicke Tool ist einfach zubedienen, bietet viele Funktionen für die Organisation des Unterrichts und sieht gut aus. Man braucht dazu Beamer, Laptop mit Internet und Browser oder nutzt es auf dem Interaktiven Whiteboard, wo es zwar auch ähnliche Funktionen gibt, aber mit classroomscreen ist die Bedienung kinderleicht.

Hier einige Screenshots mit kurzen Erklärungen:

  1. Die classroomscreen Funktionen findet man nach dem Öffnen der Seite unten aufgereit.

2. Falls die Sprache noch nicht automatisch erkannt wurde oder eine andere gewünscht ist, kann man diese hier auswählen und einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

3. Wer möchte, kann je nach Geschmack den Hintergrund ändern.

4. Eine starke Funktion ist der schnelle QR-Code-Generator. Einfach die gewünschte Adresse eingeben und ein QR-Code wird erstellt, den die Schüler oder die Teilnehmer einer Fortbildung nutzen können.

      

5. Natürlich kann man mehrere Felder auf einmal anzeigen lassen. Wie eine Tafel funktioniert die Text-Funktion, nur dass dadurch jede Schrift lesbar, farblich hervorgehoben, formatiert wird und noch vieles mehr. Auch Smilys lassen sich einfügen.

6. Sozialformen oder Aktivitäten können schnell durch bestimmte Icons angezeigt werden.

7. Insgesamt ist sehr viel Platz auf einem „Fenster“ (einer Tafel). Die Anzeige ist einfach, übersichtlich und lässt sich schnell verändern.

Dadurch können im Klassenraum klar strukturierte Rituale vermittelt und genutzt werden. Zusätzlich wird der „Lehrerkopf“ frei für andere wichtige Sachen.

Diese Anwendung eignet sich natürlich auch für Lehrerworkshops, so kann man zum Beispiel das Thema Rituale im Unterricht reflektieren oder einfach die eigene Fortbildung strukturieren.

Ab jetzt wird es ein Teil meines Seminarraum Management. 😉 Hier noch einmal die Adresse der Seite:

http://www.classroomscreen.com/

Und hier ein Schaubild von mir, das die wichtigsten Eigenschaften erklärt:
//www.thinglink.com/card/1095689537536917507

Im Fokus: Learning-Snacks


Natürlich fragt man sich beim Lesen der Überschrift, was denn Learning-Snacks sind. Lern-Snacks? Etwas zum Thema Ernährung? Lernen über das Essen? Die Betreiber der Seite beschreiben ihr Angebot als „kleine, leichtverdauliche Wissenshäppchen“. Diese Häppchen eignen sich nicht nur für das formelle Lernen (Schule, Fortbildung), sondern bieten die Möglichkeit zum  informellen Lernen (zuhause oder unterwegs). Schwerer zu beschreiben ist die Eigenschaft „leichtverdaulich“. Diese bezieht sich auf die Quantität der dargebotenen Lerninhalte, was sie aber über den Inhalt (Schwierigkeitsgrad) aussagt, bleibt offen.

Im Unterricht eignen sich die Häppchen insbesondere für binnendifferenziertes Vorgehen. Schüler, die besonders schnell eine Aufgabe lösen, können mit den motivierend gestalteten Snacks belohnt werden, andere hingegen können zusätzliche Übungen in einer für Schüler ansprechenden Form erhalten. Snacks eignen sich auch sehr gut für Stationenlernen und Hausaufgaben. Da sie sehr einfach zu erstellen sind, können Schüler Aufgaben und Übungen für andere Schüler produzieren oder eigene Präsentationen mit einer selbst konzipierten (Snack-)Wiederholung abrunden. Das Design erinnert an WhatsApp-Dialoge, ist übersichtlich, ohne Werbung oder anderen Dingen, die ablenken.

Hier ein Beispiel, das ich zum Thema Redewendungen (B1) erstellt habe: https://www.learningsnacks.de/share/2989/

So einfach geht es:

Auch für die Fortbildung eignen sich Snacks. Hier sind sie als Zusammenfassung von Präsentationen, in der Input-Phase, zum Beispiel an einer Station, oder in der Anwendungsphase denkbar. Zum Thema „Wortwolken im DaF-Unterricht“ habe ich versucht, auch die Simulationsphase mit Learning Snacks zu gestalten. Meiner Meinung nach ist mein Snack etwas zu lang geraten:

https://www.learningsnacks.de/embed/2983/©landeskunde

Kritisch möchte ich bemerken, dass die Auswahl an Übungsformen etwas beschränkt ist. Es sind nur Multiple Choice Abfragen möglich. Hier ein Beispiel:

Auch über die Möglichkeit externe Anwendungen einbetten zu können, würde ich mich freuen. Hier ein kleiner Test:

Insgesamt ein kleines, leicht zu bedienendes, übersichtliches Tool (KISS-Prinzip) mit didaktischem Mehrwert insbesondere für das informelle Lernen.

Links:

 

Grammatik-Kiste im Willkommen-Wiki


Das Willkommen-Wiki hat sich zu einem wichtigen Anbieter für A1-DaF-Materialien entwickelt. Dabei hat sich die Organisation der Links und Materialien nach den Anforderungen der sogenannten Handlungsfeldern  (Diese werden durch „Kann-Bestimmungen“ beschrieben.) bewährt. Neben dieser kommunikativen Ausrichtung sind natürlich auch Übungen und Erklärungen der deutschen Grammatik wichtig. Diese bietet die „Grammatik-Kiste“. Hier habe ich in den letzten Wochen interaktive Übungen, Texte und Videos für das A1 und A2 Niveau ergänzt. Natürlich freuen wir uns als Initiatoren des Projektes, wenn weiter Ergänzungen oder Verbesserungen vorgenommen werden. Baustellen gibt es noch viele.

Hier die direkten Links:

Materialien zur Vorbereitung auf das Goethe-Zertifikat A2: Fit in Deutsch


Weitere nützliche Links zum Thema (ergänzt 18.10.2017)

 

 

Lernvideos zu den Themen: Schaubilder und Diagramme auswerten; Argumentieren und Erörterung


In einigen Sprachprüfungen wird diese Kompetenz verlangt. Hier ein sehr gut gemachtes Lernvideo zu diesem Thema. Es richtet sich zwar an Muttersprachler, ist aber auch für Fremdsprachenlerner ab B2 nützlich.

Das Video ist auch hier auf den Seiten von ivi-education.de abrufbar.

Dazu gibt es ein „Learning Snackshttps://www.learningsnacks.de/share/947/ von

Weitere Informationen zum Konzept der Video-Ersteller findet man hier: http://ivi-unterricht.de/ Ein Besuch lohnt sich!

Weitere Links:

PS. Gerade ist dort auch ein sehr gutes Lernvideo zum Thema

Grundlagen der Argumentation

veröffentlicht wurden. Sehr gut geeignet für B2 Aufsätze zum Beispiel auch für den DSD II -Aufsatz:

Link zur ivi-Seite

Ergänzung

Unterschied zwischen einer linearen und einer dialektischen Erörterung:

Anerkannte Sprachnachweise zum Studium im deutschsprachigen Raum


Oft werde ich dazu befragt, was die sprachlichen Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland sind. Leider ist das besonders für die Zertifikate des Goethe-Instituts nicht so einfach zu beantworten.

Für den Zugang zu deutschen Hochschulen und Universitäten werden allgemein folgende Zertifikate anerkannt: DSD II (Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz Stufe II), DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber), TestDaF (Test Deutsch als Fremdsprache) und an allen Institutionen das Goethe-Zertifikat C2 (GDS).

Daneben kann man sich an bestimmten deutschen Hochschulen und Universitäten auch mit anderen Sprachzertifikaten des Goethe-Instituts (zum Beispiel B2 oder C1) bewerben. Über die Anerkennung entscheidet die jeweilige Hochschule für sich, was für ausländische Studierende sehr verwirrend sein kann.

Folgende PDF-Dokumenten (Stand März 2016) helfen nun, sich zu orientieren und die passende Prüfung auszuwählen.

Anerkennung der Goethe-Zertifikate zum Studium im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien – Südtirol): Gesamt-PDF

Bitte beachtet folgende Information: „Das Goethe-Institut bemüht sich, diese Liste aktuell zu halten. Es übernimmt jedoch keine Gewähr für die Vollständigkeit und Korrektheit der Angaben. Eine Haftung ist ausgeschlossen.“

Weitere Informationen:

 

Wer sind diese Deutschen – Material


Nachdem in den beiden letzten Blog-Beiträgen das Thema „Wer sind diese Deutschen?“ inhaltlich und anhand eines aktuellen Beispiels besprochen wurde, soll in diesem Post eine kurze Materialsammlung veröffentlicht werden.

Beginnen möchte ich mit einem Gedicht, das ich bereits seit 18 Jahren in meinem Unterricht oder in Fortbildungen nutze. Dabei hat sich die Auseinandersetzung mit dem Text ständig fortentwickelt. Wenn es entsprechend angepasst wird, kann es für unterschiedliche Subkulturen einer „Nationalkultur“ sensibilisieren. Deshalb ist der Text nicht nur für interkulturelle Fragestellungen geeignet, sondern eignet sich auch für den (reflexiv)kulturellen Ansatz:

empfindungswörter

Gedicht von Rudolf Otto Wiemer

aha die deutschen
ei die deutschen
hurra die deutschen

Im Gedicht findet man folgende Empfindungswörter:

Ei – Freude, Überraschung
Hurra – Freude, Begeisterung
Pfui – Abscheu, Verachtung
Ach – Bedauern, Sehnsucht
Nanu – Verwunderung, Überraschung
Oho – Erstaunen,Verwunderung
Hm – Zustimmung
Nein – Ablehnung, Zweifel
Ja ja – Zustimmung

Die Bedeutung der Aussagen hängen stark von Gestik, Mimik und der Intonation ab (Betonung und Wortmelodie).

Didaktisierungen im Internet:

Werbespot: „Diese Deutschen …“

Als Einstieg in das Thema bietet sich ein kurzer Werbespot der Lufthansa an, den man didaktisiert auf den Seiten des Goethe-Instituts findet.

Materialien:

STICHWÖRTER:  Reisen, Stereotypen, deutsch-französisches Verhältnis
DIDAKTISIERUNGEN:
Arbeitsblätter (PDF, 380 KB)
Hinweise für Lehrende (PDF, 200 KB)
Dialogliste (PDF, 145 KB)

Die „Realität“ 😉

Sehr aktuell sind die Filme des WDR, die gerade im Internet abrufbar sind. Diese beschäftigen sich im Spiegel der gegenwärtigen gesellschaftlichen Ereignisse kritisch mit Fragen des typisch Deutschen. Die Darstellung bietet ein differenziertes Bild, (aber ist immer noch ein Bild). Didaktisierungen dazu wären sehr wünschenswert und hilfreich.

Was ist deutsch? Die deutschen Tugenden auf dem Prüfstand

Pünktlichkeit, Sauberkeit und Ordnung, Fleiß und Pflichtbewusstsein – typisch deutsche Tugenden, oder etwa nicht? Quarks & Co nimmt die Tugenden unter die Lupe: Welche Rollen spielen sie in Deutschland wirklich? Quelle

01.03.2016 | 2 Min. | In der Mediathek verfügbar bis 01.03.2021 | Quelle: WDR

Der gesamte Film„Was ist deutsch? – Eine Reise durch die Republik“ in der Mediathek – 43:43 Min. (Mit Untertiteln!)

Dazu gibt es eine Umfrage: Was ist typisch deutsch? und einen Test: Haben Sie Vorurteile?

-> Vorurteile? Testen Sie sich selbst! | Hier geht es zum Test

Auch interessant: – Typisch deutsche Gene – Gibt es das?

Quarks & Co | 01.03.2016 | 03:23 Min. | WDR

http://www1.wdr.de/fernsehen/quarks/deutsch-gene100.html

Ebenfalls als Information zu dem Thema konzipiert sind die Animationen des Goethe-Instituts, deren Fokus auf  „Zeit“ und „Arbeitseinstellung“ (Wertvorstellungen) liegen.

Typisch Deutsch – Umgang mit der Zeit

Typisch Deutsch – Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps

Mentalität und „Wie sind die Deutschen?“ sind Themen einer Folge der erfolgreichen Produktion des GI „Das Deutschlandlabor“. („Eine Entdeckungsreise in 20 Videofolgen für Deutschlernerinnen und -lerner mit Grundkenntnissen ab dem Niveau A2.) Dabei kann man Labor durchaus so verstehen, dass im Film verschiedene Eigenschaften und Handlungsfelder im Deutschen „getestet“ werden. Damit die Filme nicht nur reine Informationsmedien bleiben, ist es wichtig, passende „Zusatzexperimente“ für die Lerner zu finden, in denen die Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft werden.

Filme zur deutschen Mentalität – Das Deutschlandlabor – Beispiel:

Material:

Die Deutschen sind pünktlich, gut organisiert und lieben Regeln. Stimmt das? David und Nina fragen nach, was typisch deutsche Eigenschaften sind. Und sie sammeln viele neue interessante Regeln für den Alltag. Quelle

Hier nun einige Filme und Serien, die sich sehr konkret mit dem Thema auseinandersetzen:

Typisch!?  – Link zur Website: 

-> Episode 4: Mahlzeit!

Was machen Sie in Ihrer Mittagspause? Diskutieren Sie mit uns auf „Deutsch für dich“.

Zusatz: Online-Übungen für Deutsch im Büro

Auch hier gibt es das Thema: -> Pünktlich!

Oder zum Beispiel eine Präsentation über den  „Schrebergarten“

veröffentlicht am 20.01.2016 aus Panorama DaF A2 Kursbuch (Cornelsen)

Weitere Infos zum Thema im Material zur Ausstellung „Willkommen im Schrebergarten“ (Eine Ausstellung des Goethe‐Instituts Australien in Melbourne und des Institutes für Kunstpädagogik der Universität Leipzig): u.a Videos und Interviews.

YouTube-Fundstücke

Auf Youtube gibt es Erklärvideos zu allen möglichen und unmöglichen Themen, da verwundert es nicht, dass es solche Filme auch für Deutschlerner gibt, denen das Leben in Deutschland erklärt wird. Hier zwei Beispiele. Zuerst passend zu den oben schon zitierten Filmen zum Thema Zeit:

Deutschland für Anfänger, الالتزام بالمواعيد, Pünktlichkeit

Und zum zweiten zu ganz „trivialen“ aber wichtigen Dingen: „Cari antwortet (26) – Schuhe aus | Bier trinken | Schaffen | Buch Gewinnspiel

Weitere Links:

Vor Jahren habe ich zum Thema „Stereotype“ im ZUM-Wiki eine Seite erstellt: Stereotype im DaF-Unterricht. 

Auch im ZUM-Wiki finde ich die Linksammlung zu Integration und interkulturelle Verständigung interessant.  Zu diesem Thema findet man eine Liste verschiedener Werke der Kinder- und Jugendliteratur. Diese Seite nennt einige Titel und bietet Raum für dazu passende Unterrichtsideen. (Link)

Aktuell hat das GI Athen eine Linksammlung zum Thema: Klischees und Stereotypen im DaF-Unterricht Stufe: ab A2 veröffentlicht.

Abschließend ein kurzes Zitat:

Es sind nicht die Unterschiede, die uns trennen. Es ist unsere Unfähigkeit, diese Unterschiede zu erkennen, zu akzeptieren und zu feiern.


Aus: Audre Lord, Schriftstellerin und Aktivistin, Quelle

Wer sind diese Deutschen? – Idee einer Annäherung


Ein aktueller „Kulturfund“ (Den  Begriff entnehme ich der FSE Nr.52, S.6) ist die Auseinandersetzung mit dem Twitter-Tweet von Erika Steinbach (Deutschland 2030). Das sich anschließende Echo in den Print- und Sozialen Medien eignet sich sehr gut, um landeskundliche Lernprozesse in Gang zu setzen. Der in Deutschland bestehende gesellschaftliche Konflikt, ist auch auf andere DACH-Länder ausweitbar (exemplarisch). Der Kontext des Diskurses hat einen historischen Vorlauf, ist grenzüberschreitend, betrifft Deutschlerner als Besucher oder Migranten deutschsprachiger Länder direkt und offenbart differenzierte Denkmuster nicht nur in den deutschsprachigen Kulturen, sondern auch in den eigenen. Er fordert zur Stellungsnahme heraus und motiviert Hintergründe zu erfahren.

Gemeint ist folgender Tweet von Frau Steinbach https://twitter.com/SteinbachErika (über den auch noch einen Monat später diskutiert wird (Ergänzung 23.03.2016 -> „Ausgegraben: Der Ursprung des Steinbach-Bildes“.)

Quelle des getwitterten Bildes: https://pbs.twimg.com/media/CcOYwTdWEAAQ_l0.jpg:large

Landeskunde in dem Sinne verstanden als Kunst des Suchens und Fragens, des Nachfragens und Infragestellens (FSE Nr.52, S.10) findet hier ein lohnendes Objekt für projektorientiertes Arbeiten.

Mögliche Rechercheaufgaben und Fragen könnten sein:

Zur Person: Wer ist Frau S.? In welchen Diskursen wirkt sie oder hat sie mitgewirkt? Kann man ihr Denkmuster / ihre Wertorientierung beschreiben? Gibt es ähnliche Muster in anderen Diskursen?

Zum Bild: Bildbeschreibung, Aussage (Interpretation), In welcher Bildtradition steht das Bild? Mögliche Wirkung des Bildes auf unterschiedliche Identitäten, Welche Wertorientierung transportiert das Bild? Warum 2030?

Zeitpunkt des Erscheinens des Bildes: Bezug zu aktuellen Diskursen, mögliche erwartete und zu erwartende Wirkung zum Zeitpunkt des Erscheinens, Deutschland Atlas 2030 (Süddeutsche Zeitung), …

Öffentliche Wahrnehmung und Reaktion: Zeitung, Soziale Medien, Untersuchung der Twittermeldungen, Zahl der „Likes“ und „Retweets“, Wahrnehmung in der Gesellschaft (Interviews führen)

Kontext der Diskurse: „Überfremdung„: historisch (Sarrazin, oder noch früher), „Demographischer Wandel„: Zusammenfassung der aktuell wichtigsten Richtungen, erkennbare Denkmuster in den Diskursen,

Persönliche Perspektive: Perspektivwechsel, Identitäten ausprobieren, fiktive Auseinandersetzungen konstruieren, Rollenspiele, Verarbeitung in Kunst …

Und zum Abschluss die Reaktionen in Satiresendungen. Hier ein Beispiel von extra3 https://twitter.com/extra3

Quelle des Bildes: https://pbs.twimg.com/media/CcYJ2xbWAAABENV.jpg:large

Bildinterpretation, realer Hintergrund, Deutschland Atlas 2030 , Karten dazu, …

Produkte können Planspiele sein, mit festgelegten Rollen, um Diskussionen zu üben, Präsentationen on- und offline, Leserbriefe (Prüfungsvorbereitung), „Denkmusterlandkarten“ und vieles mehr.

Siehe auch den Artikel: Wer sind diese Deutschen?

P.S. Nachtrag vom 23.03.2016 -> Artikel auf SPIEGEL-ONLINE: „Deutschland 2030“: Das zeigt Erika Steinbachs Twitter-Foto wirklich