Materialien zur aktuellen deutschen Landeskunde – neue Bundesländer


Anfang September hielt ich in Dänemark einige Workshops zum Thema „Die Mauer ist weg“ – Wie ein historisches Ereignis die aktuelle Landeskunde prägt. Da die Veranstaltungen unmittelbar nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg stattfanden, waren das Interesse groß und die Diskussionen spannend.

Um eine Informationsbasis für alle Teilnehmer*innen zu schaffen, hatte ich die Idee, eine damals aktuelle Diskussion auf den Seiten von ZEIT-ONLINE („Leseraufruf“) zu nutzen und diese mit im Internet freizugänglichen Materialien (insbesondere Statistiken, auch Videos) per QR-Codes zu ergänzen. Da diese Materialien auch für andere interessant sein könnten, werde ich diese hier veröffentlichen. Über ein Feedback würde ich mich freuen.

Materialen (Word-Dateien zum Anpassen)

Informationen zum Artikel auf ZEIT-ONLINE: „Warum ist die AfD im Osten so erfolgreich?“ (Zitat:)

„30 Jahre nach demMauerfall erreicht die AfD Spitzenergebnisse im Osten. In welcher Vergangenheitsollten wir nach den Ursachen suchen?

Aber warum ist das so?Die zwei bedeutendsten Erklärungsansätze lauten kurz gesagt:

  • Es war die Zeit vor 1990.
  • Es war die Nachwendezeit.“

„Können Sie den oben skizzierten Argumenten etwas abgewinnen? Oder haben Sie andere Sichtweisen und Erfahrungen, mit denen Sie die aktuelle Situation deuten?“ 

Direkter Link zurmZEIT-ONLINE Artikel: https://kurzelinks.de/1h6m

Aufgaben:

  1. Besuchen Sie einige Stationen.
  2. Welche Entwicklungen finden Sie besonders interessant oder bedenklich? Zu welchen haben Sie noch Fragen?
  3. Was sind Ihrer Meinung Gründe für diese Entwicklungen?
  4. Können Sie daraus Gründe für das Erstarken der AfD im Osten ableiten? Wenn ja, welche?
  5. Formulieren Sie Argumente für das Erstarken der AfD im Osten. Verweisen Sie, wenn notwendig oder möglich, auf die genannten Beispiele.

DaZ/DaF-Thema: Migration und Integration


Wenn man heute nach einem aktuellen Landeskunde-Thema sucht, kommt man am Themenkomplex Migration und Integration nicht vorbei. In Österreich und Deutschland bestimmen Fragen zur Flüchtlingspolitik die öffentliche Diskussion und die aktuelle Migrationsentwicklung wirkt sich bis in die „kleinsten Winkel“ beider Länder aus. Es ist abzusehen, dass dies in den kommenden Jahren ein bestimmendes Thema bleiben und die Gesellschaft und das Zusammenleben nachhaltig verändern wird.
DaZ-Lerner haben als Teil des Themas Migration und Integration ein besonderes Interesse an den damit verbundenen Fragen und Aufgaben. Für sie sind nicht nur die „Fakten“ von besonderer Relevanz, sondern auch die interkulturelle Lebenswirklichkeit ist für Migrantinnen und Migranten „überlebenswichtig“.
Im DaF-Unterricht dürfte das Thema aus einem gewissen lebenswirklichen bzw. geografischen Abstand betrachtet werden. Die Thematik ist Fremdsprachenlerner durchaus vertraut, je nach Kursform (Schule oder Sprachkurs) kann es sogar sein, dass die Migrationserfahrungen unmittelbar bevorstehen. Der Themenkomplex motiviert zur Reflexion und zum Vergleich und ist daher für die Anbahnung interkulturellen Lernens sehr gut geeignet. Daneben regen die aktuellen Entwicklungen in Österreich und Deutschland dazu an, mehr über Gründe, Wirkungen und Reaktionen zu erfahren (Internetrecherche, Fernsehen, Presse, Soziale Medien usw.) zu wollen. Die Thematik fordert zur Meinungsäußerung heraus, so können Lerner diskutieren, kommentieren und auch erörternde Texte verfassen.
Wo gibt es aktuelle Materialien? Lehrwerke können meist nicht mit der notwendigen Aktualität dienen, bieten aber zum Beispiel Materialien mit „zeitlosen“ Informationen und Fragestellungen. (Link)

By Mstyslav Chernov – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43060182

Relativ zeitnah sind eine Reihe von Online-Veröffentlichungen der Deutschen Welle und des Goethe-Instituts. Aber auch hier sollte man darauf achten, ob sie eher allgemein über das Thema berichten oder aktuell.
Eine kleine fertige Unterrichtssequenz findet man unter den Materialen der Website „Meet the Germans“ (auf A2-und B1). Beginnend mit einem aktivierenden Einstieg gibt es Teile zum Sehen (Teil 1)Sehen (Teil 2) –zum Lesen – zur Produktion.
Dazu gibt es Lerntipps  und Handreichungen für Lehrer.
Auf der Seite findet man auch andere landeskundliche Themen, wie Lebensformen, Essen und Fußball und vieles mehr. Das Stöbern lohnt sich.
Aktueller zum Thema Migration ist das Material auf den Goethe-Seiten „Deutschlandlabor“:

Hier der Film:

Im Arbeitsblatt-Teil nach der Filmpräsentation finde ich die abschließende Aufgabe gut geeignet, wenn auch nach einer notwendigen Anpassung an die Lerner. So sollte man unbedingt zulassen, dass die Lerner auch fiktiv über mögliche Erfahrungen berichten können (werde/ würde).

Das Leben in einem anderen Land: „Wart ihr schon einmal für längere Zeit in einem anderen Land? Was war oder ist für euch wichtig, damit ihr euch in einem anderen Land wohl fühlt, und was ist nötig, damit Integration gelingt?
Tauscht euch in Partnerarbeit dazu aus und vervollständigt gemeinsam die folgenden Sätze.
• An meinem ersten Tag in einem fremden Land, würde ich …
• In der ersten Woche …
• Im ersten Monat …
• Nach einem Jahr …
• Nach 10 Jahren …

Die Deutsche-Welle beschäftigt sich konkret mit dem Unterrichtsthema „Flüchtlinge in Deutschland“.

„In den deutschen Medien wird viel über Flüchtlinge berichtet – ein Thema, das auch in Schulen eine Rolle spielt. Einige Materialien, die für Schüler konzipiert wurden, eignen sich auch für den DaF-Unterricht.“
Quelle: DW

Hier findet man weiterführende Links und ich denke, dass man hier in Zukunft noch mehr zu dem Thema finden wird.
Auch PASCH-net gibt es schon seit einigen Monaten eine Didaktisierung zum Thema „Wettrennen um Migranten“

Für eine projektorientierende Arbeit eignet sich das Portal „Mein Weg nach Deutschland“. Das Internetportal zum Übergangsmanagement ist unter folgender Internetadresse zu finden:

Aus den Filmen und den Informationsmaterialien lässt sich zum Beispiel durch die Lerner ein Webquest gestalten. Möglich wären auch selbsterstellte Informationsfilme, -Flyer oder Plakate für Neuankömmlinge. Interviews mit Flüchtigen (Kroatien befindet sich zum Beispiel auf der Balkanroute) bieten sich an, aber auch fiktive Interviews bzw. gespielte Situationen, die die Ankunft oder mögliche Missverständnisse simulieren.
Ein Beispiel ist der YouTube-Kanal: Deutschland für Anfänger
Trailer:


Wenn es um Migration und Verlust der alten Heimat bzw. Aufbruch in neue Welten geht, finde ich es sehr wichtig, die historische Perspektive nicht außer Acht zu lassen. Fast alle Länder haben Erfahrungen mit dem Thema gemacht. Deutschland war zum Beispiel schon immer ein Einwanderungsland und ein Auswanderungsland zugleich. „Für insgesamt fünf Millionen Auswanderer war zwischen 1850 und 1939 Hamburg das sprichwörtliche Tor zur Welt.“ (Quelle) Sehr schön wird dieser Umstand im Buch „Zwischen den Kulturen“ deutlich (S.24-28) gemacht.
Eine Sammlung von Unterrichtsideen aus muttersprachlicher Sicht bietet die Linksammlung zu Unterrichtsmaterialien zum Themenkomplex Migration, Flucht, Asyl des Bildungsserver.de:

Aber auch in den Linksammlungen im ZUM-Wiki wird man Anregungen für den Unterricht finden:
ZUM-Wiki:Flüchtlingskrise in Europa 2015
ZUM-Wiki:Flüchtlinge#Möglichkeiten der Bearbeitung

Zahlen zu Asyl in Deutschland findet man als Infografiken nach Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung:

 

Alltag anders – eine interkulturelle Sendereihe


Über die „kleinen Dingen des Alltags“ zu berichten, ist das Ziel der Sendung „Alltag anders“ von Deutschlandradio Kultur. Die Sendung läuft jeden Freitag gegen 7.40 Uhr und ist im Internet nachzuhören. So erfährt man in kleinen Beiträgen vor knapp 4 Minuten, wie anders das Leben in Peking, Mexiko City, Nairobi, Moskau, Los Angeles, Rabat, Tel Aviv oder Tokio (auch aus anderen Städte wird berichtet.) verläuft. Es sind persönliche Erlebnisse und Erfahrungen der Korrespondenten, die in der Sendung mosaikartig vorgestellt werden.

Obwohl (oder gerade weil) Deutschland fehlt, möchte ich diese Sendereihe für den Unterricht, aber auch für den eigenen Gebrauch empfehlen. Hier kann man alltägliche Handlungen mit der eigenen bzw. der „erlernten“ der Zielsprache vergleichen. So sensibilisiert für verschiedene Konzepte der Alltagsbewältigung könnten Lerner eigene Beiträge erstellen, wie in ihrem Land bestimmte Alltagssituationen gemeistert werden.

Hier einige Beispiele:

Etikette
In den USA ist man im Umgang sehr viel höflicher als in Deutschland. In China muss der Besucher zunächst seine Schuhe ausziehen, bevor er in die Wohnung eingelassen wird. Und in Polen werden Damen noch mit Handkuss begrüßt

Emanzipation
In Italien wird das traditionelle Frauenbild hochgehalten. Chinesinnen sind durchsetzungsstark und Mexikanerinnen tougher als Männer. In welchem Land gilt es als ungeschriebenes Gesetz gilt, dass der Mann beim ersten Date bezahlt?

Weitere Themen sind: Freunde, Flirten, Fitness, Postämter, Fahrrad, Friedhöfe, Winter und vieles vieles mehr.

Es lohnt sich wirklich einmal reinzuhören.

Deutschlandkarten zu positiven und negativen Vorurteilen der Deutschen


Ist ein Erzgebirgler wirklich zänkisch oder ein Hesse besonders schlau? Vorurteile entstehen meist ohne Grund, halten sich aber hartnäckig, wie zwei Deutschlandkarten von ZEIT.ONLINE  zeigen:

  1. Karte der negativen Vorurteile
  2. Karte der positiven Vorurteile

Es überrascht nicht, dass die positiven Eigenschaften der Bundesbürger nicht so einfach zu finden waren. Zitat:

Es macht eben keinen Spaß, über den anderen gut zu reden. Die positiven Vorurteile sind weniger Fremd- als Selbstbilder.

Aus: http://www.zeit.de/2011/32/Deutschlandkarte-Vorurteile

Bleibt noch anzumerken:

Zum Glück werden Vorurteile in Deutschland heute nicht mehr dazu benutzt, um Kriege zu führen, sondern um Bürowitzchen über »den Schnösel aus München« zu machen.

Aus: http://www.zeit.de/2011/31/Deutschlandkarte-Vorurteile

Beide Karten eignen sich ausgezeichnet für Deutschstunden zu diesem Thema. Auf den Seiten der ZEIT.ONLINE Serie „Deutschlandkarten“ finden sich noch weitere brauchbare Unterrichtsmaterialien, wie zum Beispiel: Meier, Meyer, Mayer oder Maier

 

Chancengerechtigkeit


Die Chancen von Kindern armer Eltern, durch Bildung aufzusteigen und am gesellschaftlichen Wohlstand teilzuhaben, sind in Deutschland geringer als in anderen Industrieländern. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zur sozialen Gerechtigkeit.

Aus: http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-armen-sind-die-dummen/

Pressemeldung der Bertelsmann Stiftung

Macht uns das Internet dümmer oder klüger?


Das Thema eignet sich bestimmt für eine spannende DSD -Diskussion. Informationen dazu bietet das Arbeitsblatt auf ZEIT-ONLINE. Hier ein Zitat:

Das Internet beeinflusst unser Gehirn, den gesellschaftlichen Diskurs und unser Rechtsempfinden.
Aber macht es unsere Gesellschaft demokratischer oder wird das Netz zunehmend zur Spielwiese von Mobbern, Extremisten und Softwarepiraten? Die heutigen Schüler gehören zur ersten Generation der „Internet-Natives“. In der Netzkultur aufgewachsen, kennen Sie keine Bildungs- und Informationskultur, vor dem Internet – und damit auch nicht den unmittelbaren
Vergleich.

November: Macht uns das Internet dümmer oder klüger?

Natürlich kann man aus dem Material Cluster für einen Vortrag zum Thema Internet erstellen oder durch die Schüler erstellen lassen. Aber besonders gut hat mir folgende Aufgabe gefallen, wo man sein eigenes Internetverhalten reflektieren soll:
(1= trifft vollkommen zu, 6 = trifft überhaupt nicht zu)

1. Ich habe durch das Internet mehr Freunde in der virtuellen Welt gefunden.
2. Ich habe durch das Internet mehr Freunde in der physischen Welt gefunden.
3. Ich bin politisch besser informiert, seitdem ich das Internet regelmäßig nutze.
4. Ich habe Konzentrationsschwierigkeiten, wenn ich längere Texte lese.
5. Ich habe das Gefühl, von Informationen überfrachtet zu werden.
6. Ich werde schnell nervös, wenn etwas nicht schnell genug geht.
7. Ich habe meist mehrere Fenster/Anwendungen gleichzeitig offen und wechsle oft hin und her:
8. Ich lese die meisten Texte im Internet nicht zu Ende.
9. Es fällt mir oft schwer, mich an den Inhalt eines Textes zu erinnern.
10 Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich Mitteilungen nicht schnell genug beantworte.
11. Ich habe das Gefühl, ohne Handy oder Internet von der Welt abgeschnitten zu sein.
12. Ich fühle mich freier, im Internet meine Meinungen zu vertreten, als im physischen Leben.
13. Ich habe Methoden entwickelt, um die ständige Informationsflut einzudämmen.
14. Fernsehen verblödet eher als Internet.
15. Seitdem ich im Internet/per E-Mail kommuniziere, schreibe ich mehr.
16. Sätze, die ich schreibe, sind extrem verkürzt (z.B. SMS-Kürzel).

Danach soll der Klassendurchschnitt erstellt werden. Hier kann man mit Excel auch ein Diagramm entwerfen, welches die Schüler dann in einem Text beschreiben könnten. Auch eine Erörterungsaufgabe gibt es: „Erörtern Sie, inwiefern Sie die Ergebnisse als positiv oder negativ bewerten und begründen Sie Ihre Entscheidung.“

Und schon hat man eine fertige Übung für den Prüfungsteil „Schriftliche Kommunikation“.

Wiener Kaffeehäuser – Lieblingsort der Literaten …


… und auch sehr beliebt als DaF-Thema. Deshalb dieser Verweis auf einen aktuellen Beitrag auf Spiegel-Online:

Tratschen und diskutieren, Zeitung lesen und philosophieren: Das Wiener Kaffeehaus ist schon immer mehr Club als Café gewesen, beliebt bei Literaten und Touristen. Noch heute werden Fiaker und Einspänner auf einem Silbertablett serviert.

Hier in diesem Blog gab es zu diesem Thema schon mal einen längeren Beitrag: Kaffee- und Kaffeehaus- Kultur in Wien und Budapest

Aktuelle Infografiken zum Thema „Jugend 2010“


In der aktuellen Shell-Jugendstudie „Jugend 2010“ finden sich eine Reihe Infografiken, die sich sehr gut für das DSD-Thema und die Vorbereitung auf die schriftliche DSD-Prüfung eignen. Hier eine Auswahl:

Präsentation der 16. Shell Jugendstudie „Jugend 2010“


Terminhinweis: Präsentation der 16. Shell Jugendstudie „Jugend 2010“ am 14. September um 12 Uhr in der Bundespressekonferenz in Berlin

Die Seite der Studie: hier

Hier eine weitere aktuelle Jugendstudie:

Internationaler Linkshändertag


Das es diesen Tag gibt, war mir nicht bekannt. Ich bin durch einen Artikel der online Ausgabe der taz darauf gestoßen:

Am nächsten Freitag, den 13. August, ist internationaler Linkshändertag. Der Amerikaner Dean Campbell hat ihn 1976 ins Leben gerufen, um auf die Diskriminierung und die Bedürfnisse der Linkshänder hinzuweisen. In gewisser Weise ist das auch ein Tag für Ludwig van Beethoven, Paul McCartney, Bob Dylan, Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe, Bill Gates, Isaac Newton, Bill Clinton und Barack Obama. Sie alle sind oder waren schließlich Linkshänder.

Beim Lesen des Artikels musste ich mich daran erinnern, dass ich in der Grundschule gezwungen wurde, mit der rechten Hand zu schreiben. Bis heute habe ich diese Tortur nicht vergessen. Viele Dinge erledige ich weiterhin mit links. Deshalb  fand ich den Artikel in der taz besonders interessant, weil er auch darüber informiert, dass viele nicht wissen, dass sie Linkshänder sind:

Wenn Sie von diesen zehn Tätigkeiten fünf automatisch mit links machen, kann es gut sein, dass Sie eigentlich Linkshänder sind: Zähne putzen, unterschreiben, Brot streichen, Blumen gießen, Kartoffeln schälen, greifen, kleine Gegenstände aus einem Gefäß nehmen, Nägel feilen, Tisch wischen, Streichholz anzünden. Wer es genauer wissen will, kann sich von Experten testen lassen.

Immerhin sollen 10 bis 15 Prozent aller Menschen Linkshänder sein. Mit der Methode meiner Umschulung hatte ich wahrscheinlich noch Glück:

Lehrer und Eltern banden linke Hände der Kinder auf den Rücken, gipsten sie ein, stülpten e darüber. Alles bloß, damit das Kind nicht seiner natürlichen Prägung folgen kann.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Leftright.jpg

Als Diskussionsthema eignet sich das Problem nicht nur wegen der erwähnten Methoden, sondern auch, weil die Diskriminierung der Linkshänder im Alltag immer noch aktuell ist. Ich finde es besonders aus interkultureller Sicht interessant: Wie geht man in deinem Land mit Linkshändern um? (Und warum?) In Wikipedia findet man als Erklärung:

Häufiger hat eine Umerziehung jedoch kulturelle Ursachen (beispielsweise durch die zur Begrüßung verwendete rechte Hand). Dies trifft weltweit zu: So gibt es in arabischen Kulturen ein schweres Stigma gegen Linkshändigkeit, dessen Ursachen viele Jahrhunderte in der Vergangenheit liegen und einen zum Teil pragmatischen Grund haben. In der arabischen und in anderen Kulturen wird die Reinigung nach dem Stuhlgang üblicherweise direkt mit der linken Hand und Wasser ausgeführt. Dies führte zu der Betrachtung der linken Hand als unrein; sie wird daher nicht zum Essen oder für soziale Kontakte eingesetzt.

Über Deutschland wird folgendes gemeldet:

Die Diskriminierung der mindestens acht Millionen Linkshänder in Deutschland findet nun subtiler statt: Kaum ein Haushaltswarenladen bietet Messer, Saucenlöffel, Korkenzieher oder Dosenöffner für Linkshänder an. Größere Drogeriemärkte verkaufen zwar Linkshänderblöcke und -stifte. Lineale, Spitzer und Geldbeutel für Linkshänder gibt es dort jedoch selten. Und dass Stifthersteller ganz selbstverständlich sowohl eine Version für Rechtsschreiber als auch eine für Linksschreiber anbieten, scheint bisher die Ausnahme zu sein. Quelle

Auch in der Schule besteht das Problem noch:

Oft haben linksschreibende Kinder so sehr Angst, anders zu sein, dass sie heimlich umtrainieren.

Also ein lesenswerter Artikel: Das Ende des Rechtsdrills! Lassen Sie doch mal die Schüler eine Stunde lang alles mit der linken Hand machen und über ihre Beobachtungen berichten. 🙂 Aber auch folgende These könnte für den Unterricht interessant sein:

In der Literatur werden mitunter Linkshändern besondere Eigenschaften zugeschrieben, die bei ihnen statistisch gesehen stärker ausgeprägt sein sollen als bei Rechtshändern. Genannt wird etwa, dass Linkshänder im Durchschnitt intelligenter seien als Rechtshänder. Insbesondere in der populärwissenschaftlichen Literatur wird die mit der Händigkeit einhergehende Dominanz jeweils einer bestimmten Gehirnhälfte mit statistisch vorherrschenden Stärken, Schwächen und Persönlichkeitsmerkmalen in Verbindung gebracht. Auch wird angenommen, dass Linkshänder kreativ denken und handeln, während Rechtshänder in der Mehrzahl eher rational vorgehen. Quelle

Links:

Internet-Detektive im Wiki


Viele von euch kennen die Aufgabe „Müll-Detektive“ (Aus dem Buch „Handeln und Sprechen im Deutschunterricht“ von Rainer E. Wicke) In diesem Spiel geht es darum, dass die Lerner aus dem Inhalt dreier Mülltonnen bestimmte Eigenschaften und Vorlieben von jeweils drei Familien herausfinden sollen. Ich nutze die Aufgabe sehr gern, weil neben der Erweiterung des Wortschatzes, viele landeskundliche Informationen zu gewinnen sind. In Gruppenarbeit müssen die Schüler mit ihrem vorhandenen Wissen aushandeln, ob zum Beispiel die Familie Kinder hat, welchen Hobbys sie nachgehen oder wohin sie in den Urlaub fahren. Gute Schüler finden auch zusätzliche Informationen, die so nicht gefordert sind, wie politische Einstellungen oder erfinden ganze Liebesgeschichten. So nutze ich die Aufgabe auch dazu, um kleine Geschichten schreiben zu lassen oder dieselbe Aufgabe, aber mit umgekehrten Vorzeichen, neu erstellen zu lassen: Drei ungarische Mülltonnen – sagen etwas über drei ungarische Familien.

Das letzte Mal hatte ich eine andere Idee. Ich fragte die Schüler, welche Dinge ebenso etwas über eine Familie oder eine Person aussagen würden. Spontan wurden genannt: Damenhandtasche, Schreibtisch, Bücherregal und besuchte Internetseiten.

Die Schüler entwarfen Fragen, die die Personen charakterisieren sollten, und erstellten eine Liste mit den typischen Dingen. Zwei Aufgaben waren so gut, dass wir diese im Wiki einstellen konnten, um diese in einer Unterrichtsstunde zu lösen:

Hausaufgaben – Was erfahre ich über die Familie oder Person?

Besonders gefreut habe ich mich über die Aufgabe Besuchte Internetseiten. Hier hat ein Schüler die gesamte Aufgabe selbstständig entwickelt. Er gibt 7 von einer fiktiven Person besuchte Internetseiten vor und stellt dazu Fragen in Form eines online Kreuzworträtsels. Auch die Schüler waren von dieser Idee begeistert. Ich hoffe, dass noch weitere Aufgaben im Wiki folgen werden.

Der kleine Held von Sopron


19. August 1989: Zu Hunderten drängen Menschen aus der DDR über die ungarisch-österreichische Grenze. Arpad Bella müsste sie aufhalten. Aber der Offizier zieht seine Waffe nicht. 20 Jahre später erzählt er von dem Tag, der auch sein Leben verändert hat.

www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/20_jahre_mauerfall/der_fall_der_mauer/& oder http://www.dpa.de/Detailansicht.530+M51a7b77560a.0.html

Dieser Text der FR-Online eignet sich ausgezeichnet für den Landeskundeunterricht hier in Ungarn. Passend dazu auch folgendes Video der DW:

Weitere Links:

Alltagsdeutsch: Amtssprache


Da ich schon früher auf das Problem Behördendeutsch/ Amtssprache eingegangen bin, möchte ich die aktuelle Sendung Alltagsdeutsch der Deutschen Welle erwähnen:

Amtssprache

Umständlich ist sie überall auf der Welt: die Sprache von Ämtern und Behörden. Den Deutschen jedoch wird nachgesagt, dass sie in dieser Hinsicht wahre Meister sind – so dass wirklich niemand mehr etwas versteht.

Siehe auch den Post:

Webportal „60 deutsche Jahre – Geschichte(n) in den deutschen Medien“


Dieses Webportal zur jüngeren deutschen Geschichte wurde von der Nachrichtenagentur dpa in Zusammenarbeit mit ihren Kunden aufgebaut. Es biete aktuelle Berichte rund um die historischen Jubiläen in diesem Jahr, teilte die Deutsche Presse-Agentur dpa am Mittwoch mit.

Derzeit beteiligen sich laut dpa an dem Angebot mehr als 30 Verlagshäuser, die bis zum Jahresende fortlaufend Beiträge auf dem Portal veröffentlichen wollen.

Und hier ein Beispiel passend für den Landeskundeunterricht: Typisch deutsch lebt weiter („Was ist aus den Klischees über Deutsche geworden, und was ist überhaupt noch typisch deutsch? Eine Suche an vermeintlich typischen Orten.“)

Thema Abiturbräuche im DaF-Wiki-Baukasten


Das Schuljahr nähert sich seinem Ende und die Schulabschlussfeiern rücken näher bzw. sind schon „überstanden“. Wenn ich im Unterricht über die Abiturbräuche in Deutschland berichte, sind die Schüler hier (in Ungarn) meist sehr überrascht. Abi-Bräuche in Ungarn sind sehr traditionell. Wir würden in Deutschland „brav“ dazu sagen. Auch ist erstaunlich, dass über die Vielfalt der Bräuche kaum etwas bekannt ist.

Im DSD-Wiki habe ich einige mögliche Aufgaben zusammengefasst, wie man das Thema im Unterricht behandeln könnte. Die Aufgaben sind nach den Kritierien des hier schon erwähnten DaF-Wiki-Baukastens gestaltet. Es ist kein Webquest, sondern ein „Steinbruch“ zur weiteren Bearbeitung. Über Ideen und vielleicht Mitarbeit im Wiki würde ich mich freuen!

http://wikis.zum.de/dsd/index.php/Beispielaufgabe_Abitur

  1. Einleitung
  2. Aufgabe 1 → Abitur
  3. Aufgabe 2 → Abibräuche in Deutschland
  4. Aufgabe 3 → Abistreich
  5. Aufgabe 4 → Abi-T-Shirt
  6. Aufgabe 5 → Abifeier (Abiparty)
  7. Aufgabe 6 → Abi-Geschenke im Wandel der Zeit. Ein kleiner Überblick
  8. Schluss → Abitur geschafft! Wie geht es weiter???