Update Wortwolken


Hier im Blog befassen sich viele Beiträge mit dem Thema Wortwolken im DaF-Unterricht. Da sich dort einiges verändert hat, wird es Zeit, darauf aufmerksam zu machen.

Update 2022: Das bekanntest Wortwolkentool „Wordle“ ist nicht mehr online. Das Wort wird jetzt ich einer anderen Bedeutung genutzt.

Erstellt mit WordArt

Da wäre zum Ersten das Tool Tagul, das seit 2017 in Word Art umbenannt hat und nun hier zu finden ist: https://wordart.com/create  Mit dem Tool habe ich auch oben- stehende „Wortwolke“ erstellt, in der man die wichtigsten Tools wiederfindet, die noch aktiv sind. Für mich neu hinzugekommen, ist die Seite WortWolken.com. Da sie meiner Meinung nach noch einfacher funktioniert als Wordle.net (nicht mehr online) und zudem noch auf Deutsch ist, habe ich dieses Tool zu meinem Favoriten gemacht. Nach und nach werde ich deshalb meine Schritt-für-Schritt-Beschreibungen für Fortbildungen anpassen. Aber es lohnt sich auch, die anderen Tools auszuprobieren, die man oben in der „Wortwolke zu Wortwolken“  finden kann. Hier die noch einmal die Adressen:

Zum Thema Wortwolken im DaF-Unterricht habe ich auch einen LearningSnack erstellt, den ich in den kommenden Tagen anpassen werde. (Jetzt mit WortWolken.com ergänzt und Wordle gelöscht): https://www.learningsnacks.de/share/2983

Kommen wir nun zu einer wirklichen Innovation der Arbeit mit Wortwolken im Fremdsprachenunterricht. Ich fand es bisher immer sehr umständlich, die Ergebnisse des gemeinsame Brainstorming in einer Klasse oder Fortbildungsgruppe selbst oder mit Hilfe eines Schülers oder Kollegen in eine Wortwolke einzutragen oder eintragen zu lassen. Dank BYOD und eines Tools geht das jetzt sehr einfach und schnell. Ich nutze dazu Mentimeter. Neben klassischen Abfragen kann man dort auch eine Abfrage in Form einer Wortwolke generieren. Seit wenigen Wochen ist es auch möglich, die Arbeitsanweisungen in deutscher Sprache anzuzeigen. Hier ein Beispiel zum Thema „Typisch deutsch“:

Screenshot Mentimeter.com

www.menti.com

898136

Screenshot-2018-1-12 Voting – Mentimeter

Die Ergebnisse lassen sich in Echtzeit präsentieren oder sind auch herunterladbar.

Das Ergebnis kann man hier verfolgen.

Das Tool kann man auch einbetten und so zum Beispiel in Moodle sichtbar machen.

Besonders motivierend fanden die Teilnehmer, dass sie live miterleben konnten, wie sich die Wortwolke entwickelte. Dies Szenarien für den Fremdsprachenunterricht liegen auf der Hand. Es kann sowohl für Brainstorming und Aktivierung des Vorwissens in Vorbereitung einer Aufgabe oder Übung eingesetzt werden (zum Beispiel für das Lese- und Hörverstehen, Vorbereitung einer Textproduktion usw.), aber auch ganz klassisch als Abbildung der Gruppenmeinung für eine sich daran anschließende Diskussion. Auch zur Sichtbarmachung des eigenen Lernfortschrittes eignet es sich, indem man zum Beispiel eine Wortwolke vor einer Übungssequenz mit einer danach erstellten vergleicht. Auch hier eignen sich die Wortwolken für das kreative Schreiben, nur dass durch BYOD der Schreibprozess dynamischer gestaltet werden kann, da die Wortwolke ständig verändert werden kann. Auch für eine Evaluation oder als Stimmungsbild eignet sich die Wortwolke von Mentimeter.

Die Erstellung ist ganz simpel. Man muss sich zuerst auf der Seite https://www.mentimeter.com/  registrieren und hat dann verschiedene Präsentationsstile zur Auswahl:

Screenshot Mentimeter Auswahl

Die Einstellungen der Präsentation zum Beispiel der Präsentationssprache oder des Präsentationsmodus oder die Begrenzung der Anzahl der Einträge sind möglich. Das Tool ist aktuell noch kostenlos und in seinen Basisfunktionen für die Schule oder auch für die Fortbildung ausreichend.

Beiträge zum Thema Wortwolken hier im Blog: (2016)

Materialien zur Vorbereitung auf das Goethe-Zertifikat A2: Fit in Deutsch


Weitere nützliche Links zum Thema (ergänzt 18.10.2017)

 

 

Zusammenfassung: Wortwolken im DaF-Unterricht


Gestern habe ich im Blog-Artikel Wikinar: Wordle & Co Unterrichtsideen für den Fremdsprachenunterricht einen kurzen Workshop zum Thema Wortwolken vorgestellt. Heute gibt es noch mehr Informationen und Materialien rund um das Thema: Wortwolken im DaF-Unterricht. Ihr findet hier:

  • Die ausführliche Beschreibung einer Fortbildung zu diesem Thema und Material
  • Eine Liste mit möglichen Einsatzszenarien für Wortwolken in DaF

Mit Wortwolken in Fortbildungen habe ich mich in den letzten Jahren im Blog Landeskunde (erstmals 2008) und in Online- oder Blended Learning-Kursen oder in Präsenzseminaren beschäftigt. Meist ging es darum, Unterrichtsideen für Wortwolken zu analysieren und eigene Wortwolken zu erstellen. Dabei sollten Ideen für die eigene Unterrichtspraxis entwickelt und Arbeitsblätter mit Wortwolken und Arbeitsanweisungen angefertigt und präsentiert werden. In den letzten 8 Jahren ist so eine Menge Material entstanden, das ich hier gerne veröffentlichen möchte.
Grob kann man den Ablauf fast aller Fortbildungsvarianten so wiedergeben:

  1. Simulation: Bearbeitung von Beispielaufgaben mit Wordle im DaF-Unterricht
  2. Reflexion dieser Aufgaben und Sammlung eigener Unterrichtsideen
  3. Erstellung von Wortwolken: Schritt-für Schritt-Anleitung, Ausprobieren von versteckten Eigenschaften des Wordle-Tools
  4. Planung und Erstellung eines Arbeitsblattes mit Wortwolken für den DaF-Unterricht
  5. Präsentation der Ergebnisse und Evaluation

Einstieg

In den Fortbildungen vergangener Jahre habe ich verschiedene Einstiegsvarianten ausprobiert. So zum Beispiel in einer Online-Fortbildung (auf Moodle) mit internationalen Teilnehmern, mit der Aktivität Wörter und Wortgruppen zum Thema: „Typisch deutsch ist für mich: …“ zu sammeln. Daraus entwickelte sich im Moodle-Forum eine interessante Diskussion und ein multiperspektivischer Blick auf das Thema. Aus den gesammelten Ideen wurde eine gemeinsame Wortwolke erstellt, die dann wiederum als Schreibanlass für einen kurzen persönlichen Text zum Thema diente. Damit waren sogleich zwei grundlegende Möglichkeiten von Wortwolken im Fremdsprachenunterricht genannt: Als Visualisierung von Assoziationen, aber auch als Schreibanlass für einen Text (auch Dialog oder Gedicht).

Simulation: Bearbeitung von Beispielaufgaben

Die Simulationsphase des Workshops soll den TN die Möglichkeit bieten, dass Potenzial von mit Wortwolken erstellten Übungen zu erkennen. Dabei lösen sie aus der Perspektive der Lerner Beispielaufgaben und reflektieren diese Aufgaben aus der Sicht des Lehrers (Lehrerprofessionalität).
Im Folgenden findet man mögliche Simulationsaufgaben und Anweisungen für die Reflexion.
Simulationsaufgaben: (Gruppen- oder Paararbeit)

Reflexionsaufgaben: (Gruppenarbeit)

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Arbeitsblätter für den Unterricht untersuchen:

  1. Lösen Sie die Aufgaben der Arbeitsblätter.
  2. Diskutieren Sie, welche Ziele mit den Aufgaben erreicht werden sollen. Tragen Sie die Ergebnisse hier ein:

Ziele:

……
3. Inhaltliche Seite:
Wie sinnvoll finden Sie die Aufgaben? a) Geben Sie 1-5 Punkte: von 1 = „nicht sinnvoll“ bis 5 = „sehr gut einsetzbar“. b) Begründen Sie Ihre Entscheidung.

Nicht sinnvoll                                                                          Sehr gut einsetzbar
1                          2                               3                            4                                5
Begründung:

…..

4. Welche Alternativen für die Aufgabenstellung oder für die formale Gestaltung würden Sie vorschlagen? Was würden sie anders machen?

….

5. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse im Plenum:

a) Sie stellen die Aufgabenstellung und die Ziele des Arbeitsblattes kurz vor. (früher Folie, jetzt iPad über Apple-TV) b) Lesen Sie Ihre Texte vor. (Zeitfrage)
c) Präsentieren Sie Ihre Bewertungen mit Begründung.
d) Nennen Sie mögliche Alternativen.

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Erarbeitung / Information

Danach sammeln die TN in Gruppen Ideen für den Einsatz von Wortwolken im eigenen Unterricht.

Arbeitsauftrag:

1. Finden Sie in Ihrer Gruppe eine für Sie interessante Unterrichtsidee, wie man das Wordle-Tool im DaF-Unterricht einsetzen könnte.
2. Beschreiben Sie diese Idee und stellen Sie diese im Plenum vor. Nutzen Sie für Ihre Arbeit folgende Wortwolke:

Einige Ergebnisse findet man im ZUMPad: http://zumpad.zum.de/p/Zagreb5

Zu den gesammelten Wortwolken-Ideen

Folgende Wortwolken-Ideen stammen von mir oder aus Online- und Präsenzveranstaltungen der vergangenen Jahre. Sie sollen hier nur kurz beschrieben werden.
Sinnvoll erscheint mir eine Gliederung nach Fertigkeitsbereichen (Lese- oder Hörverstehen, Sprechen und Schreiben), wobei die Einteilung nach Unterrichtsphasen dem untergeordnet wird. Weitere Übungsformen zum Beispiel zu Grammatik, Wortschatz, aber auch zur Landeskunde werden gesondert dargestellt. Ergänzt werden auch Ideen für die Lehrerfortbildung.

Als ersten ein ausführlich beschriebenes Beispiel aus meiner Unterrichtspraxis:

Zielaufgabe im Fach Civilizacio (DaF-Landeskunde-Fach in Ungarn):
Die Schülerinnen und Schüler (SuS) können einen Tourismuswerbetext zu München verfassen.

Verlauf:
1. Als Einstieg wurde das Vorwissen der SuS abgefragt und in einer Wortwolke visualisiert. (Mehrfachnennungen = größere Anzeige)
2. Danach wurde der Inhalt erarbeitet: Texte, Filme, Bilder (Vorgehen nach Belieben – Vorschlag: projektorientiert, Gruppenarbeit (GA), Wirbelgruppen)
3. Der“ Zwischenstand“ kann ebenfalls als Wortwolke dargestellt werden. Der Lernzuwachs wird so von den SuS direkt wahrgenommen.
4. „Abschluss-Wortwolke“ mit allen relevanten Begriffen, die zur Erfüllung der Aufgabe notwendig sind, wird erstellt.
5. Die Wortwolke kann zum Üben (Erstellung von MindMaps zur strukturierten Textproduktion, freies Sprechen, Formulierung von Sätzen und Textabschnitten) genutzt werden.
6. Die Wortwolke dient als Vorlage für den Aufsatz, der als Abschlusstest der Einheit geschrieben wird.
Hinweis: Hier bietet es sich an, je nach Lernergruppe, die Erstellung der Wortwolke den SuS zu überlassen. Die Sammlung der Ideen kann im Wiki oder Etherpad erfolgen. Die „Abschlusswolke“ sollte durch den Lehrer vereinheitlicht werden.

Ideen zur mündlichen und schriftlichen Textproduktion

Die Wortwolke:

  • als Dialoggerüst: Der Inhalt eines Dialogs (Beispiel „Im Restaurant“) wird in Wortgruppen (zusammenhängende Darstellung durch ~; Wort~Wort ) und Wörtern in einer Wortwolke dargestellt. Die SuS ordnen den Dialog zu einem Dialoggerüst, üben zuerst mit diesem Gerüst, danach mit der Wortwolke als Stütze, um dann später frei zu sprechen.
  • für Vorträge: Für Vorträge nutzen die SuS anstatt Notizzettel selbsterstellte Wortwolken, welche während der Präsentation als Bild präsentiert werden.
  • als Grundlage für mündliches Erzählen oder kreatives Schreiben:
    Ein thematischer Kurztext (Beispiel: „Bürogeschichte“) in einer Wortwolke dargestellt. Die SuS erhalten die Aufgabe, daraus einen Text (mdl., schr.) zu produzieren. Weitere Steuerung über Bilder oder Geräusche möglich, evtl. können weitere Vorgaben gemacht werden: wie Genre, handelnde Personen, Zeit usw.
  • Schreiben von Gedichten: Wortwolken aus
    • 1. Reimwörtern,
    • 2. Teile aus bekannten Gedichten,
    • 3. thematisch von den SuS gesammelten Wörter dienen als Grundlage  (Ergänzung zu 3. : SuS können in Gruppen die Wörter für die anderen Gruppen vorgeben.)
  • Texte zur Landeskunde produzieren (siehe oben):
    Textproduktion aus gemeinsamen Assoziationen (Beispiel: „Was ist typisch Deutsch?)
  • Rekonstruktion von Texten: (Beispiel: bekannte Texte wie Rezepte, Dialoge, Wegbeschreibungen + mit Bild) werden in Wortwolken zerlegt und müssen durch die SuS „rekonstruiert“ werden, je nach Fertigkeit und Komplexität des Textes kann dies frei oder in einem Textgerüst erfolgen.
  • Eine Inhaltsangabe (Zusammenfassung) erstellen: Siehe DIGU-Aufgabentypologiesammlung

Vorwissen aktivieren

  • Lese- oder Hörverstehen: zur Vorentlastung der Texte, Wortwolke aus Text erstellen – Vermutungen anstellen lassen
  • Hörverstehen global: Eine Wortwolke mit in dem Hörtext vorkommenden Themen gemischt mit Distraktoren („Ablenker“) erstellen. Beim Hören markieren die TN die im Text vorkommenden Themen. Dann bringen sie die Themen in die richtige Reihenfolge und vergleichen diese mit ihren Vermutungen.
  • beim Einstieg in das Thema: (Beispiel: Abiturbräuche im DSD-Wiki, Bundestagswahlen und andere landeskundliche Themen) – Was kennt ihr? – Was sollten wir noch recherchieren?
  • beim Einstieg in ein Projekt: Assoziationen sammeln und visualisieren, für die weitere Planung des Projekts benutzen, für Zwischenevaluationen einsetzen

Wortschatztraining

  • zum Lernen: Die Lerner notieren wichtigen Lernwortschatz, drucken sich diesen als Wortwolke aus und hängen Sie in ihrem Zimmer an einer sichtbaren Stelle auf, bis sie die Wörter kennen.
  • Üben 1: Die SuS notieren den Lernwortschatz in der Ziel- und Muttersprache und erstellen daraus eine Wortwolke. Die SuS tauschen ihre Wortwolken. Zuordnungsübung zusammengehörender Paare, Austausch und Korrektur der Übungsaufgabe
  • Üben 2: Themen wie „Arbeit und Beruf“, „Einkauf/Lebensmittel“ oder „Eigenschaften von Personen“ usw. können mithilfe von Wortwolken geübt werden: Zuordnung Beruf – Verb, Lebensmittel – Verpackung, …

Spiele

Ideen für Spiele mit Wortwolken findet man auch auf DIGU des Goethe-Instituts (Datenbank „Digitale Unterrichtsgestaltung“) http://digu.goethe.de

 Lehrerfortbildung

  • Name + etwas Persönliches (für alle gleich: Hobbys, Was man mag, Lieblingstier, Diese Metapher passt zu mir als Lehrer usw.)
  • Namen von allen Kursteilnehmern werden als ein „Wolken“-Plakat im Raum aufgehängt.
  • Sich mit Hilfe einer Wortwolke vorstellenhttp://digu.goethe.de/p4ansehen.php?id=132 (auch für den Unterricht geeignet).
  • Erfahrungen (Wörter, Wortgruppen) zu bestimmten Themen in der Gruppe sammeln, Gruppen-Wolke erstellen – die anderen Gruppen müssen erfragen, welche Erfahrungen damit gemeint sind (Wibelgruppen)
  • Gut gemachte und einfach gehaltene Anleitung für Fortbildner zum Thema: Wordle – einfach und schnell Wortwolken erstellen (wb-web)

Auf die Beispiele zum Thema Grammatik verzichte ich hier. Diese sind sehr zahlreich und meist Zuordnungsübungen. Vielleicht ergänze ich sie zu einem späteren Zeitpunkt.

Was noch fehlt ist die:

Anwendungsphase (Transfer)

Erstellung einer kurzen Übung für den Unterricht mithilfe eines Wordles

Erstellen Sie ein Arbeitsblatt. Schwerpunkt soll eine Wortwolke sein. Nutzen Sie als Anregung die Seiten „Unterrichtsmaterialien“ auf PASCH-net.

Folgende Schritte können Ihnen helfen:

  1. Thema suchen
  2. Ziel formulieren
  3. Text suchen oder Wörterliste erstellen
  4. Wortwolke generieren und in das Arbeitsblatt einfügen.
  5. Arbeitsauftrag formulieren
  6. Speichern

Stellen Sie Ihre Ergebnisse im Plenum vor.

Zeit: 30 Minuten

Damit sind wir am Ende des kurzen Workshops angekommen. Es folgt eine kleine Linkliste mit Beiträgen aus diesem Blog:

 

DaZ/DaF-Thema: Migration und Integration


Wenn man heute nach einem aktuellen Landeskunde-Thema sucht, kommt man am Themenkomplex Migration und Integration nicht vorbei. In Österreich und Deutschland bestimmen Fragen zur Flüchtlingspolitik die öffentliche Diskussion und die aktuelle Migrationsentwicklung wirkt sich bis in die „kleinsten Winkel“ beider Länder aus. Es ist abzusehen, dass dies in den kommenden Jahren ein bestimmendes Thema bleiben und die Gesellschaft und das Zusammenleben nachhaltig verändern wird.
DaZ-Lerner haben als Teil des Themas Migration und Integration ein besonderes Interesse an den damit verbundenen Fragen und Aufgaben. Für sie sind nicht nur die „Fakten“ von besonderer Relevanz, sondern auch die interkulturelle Lebenswirklichkeit ist für Migrantinnen und Migranten „überlebenswichtig“.
Im DaF-Unterricht dürfte das Thema aus einem gewissen lebenswirklichen bzw. geografischen Abstand betrachtet werden. Die Thematik ist Fremdsprachenlerner durchaus vertraut, je nach Kursform (Schule oder Sprachkurs) kann es sogar sein, dass die Migrationserfahrungen unmittelbar bevorstehen. Der Themenkomplex motiviert zur Reflexion und zum Vergleich und ist daher für die Anbahnung interkulturellen Lernens sehr gut geeignet. Daneben regen die aktuellen Entwicklungen in Österreich und Deutschland dazu an, mehr über Gründe, Wirkungen und Reaktionen zu erfahren (Internetrecherche, Fernsehen, Presse, Soziale Medien usw.) zu wollen. Die Thematik fordert zur Meinungsäußerung heraus, so können Lerner diskutieren, kommentieren und auch erörternde Texte verfassen.
Wo gibt es aktuelle Materialien? Lehrwerke können meist nicht mit der notwendigen Aktualität dienen, bieten aber zum Beispiel Materialien mit „zeitlosen“ Informationen und Fragestellungen. (Link)

By Mstyslav Chernov – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43060182

Relativ zeitnah sind eine Reihe von Online-Veröffentlichungen der Deutschen Welle und des Goethe-Instituts. Aber auch hier sollte man darauf achten, ob sie eher allgemein über das Thema berichten oder aktuell.
Eine kleine fertige Unterrichtssequenz findet man unter den Materialen der Website „Meet the Germans“ (auf A2-und B1). Beginnend mit einem aktivierenden Einstieg gibt es Teile zum Sehen (Teil 1)Sehen (Teil 2) –zum Lesen – zur Produktion.
Dazu gibt es Lerntipps  und Handreichungen für Lehrer.
Auf der Seite findet man auch andere landeskundliche Themen, wie Lebensformen, Essen und Fußball und vieles mehr. Das Stöbern lohnt sich.
Aktueller zum Thema Migration ist das Material auf den Goethe-Seiten „Deutschlandlabor“:

Hier der Film:

Im Arbeitsblatt-Teil nach der Filmpräsentation finde ich die abschließende Aufgabe gut geeignet, wenn auch nach einer notwendigen Anpassung an die Lerner. So sollte man unbedingt zulassen, dass die Lerner auch fiktiv über mögliche Erfahrungen berichten können (werde/ würde).

Das Leben in einem anderen Land: „Wart ihr schon einmal für längere Zeit in einem anderen Land? Was war oder ist für euch wichtig, damit ihr euch in einem anderen Land wohl fühlt, und was ist nötig, damit Integration gelingt?
Tauscht euch in Partnerarbeit dazu aus und vervollständigt gemeinsam die folgenden Sätze.
• An meinem ersten Tag in einem fremden Land, würde ich …
• In der ersten Woche …
• Im ersten Monat …
• Nach einem Jahr …
• Nach 10 Jahren …

Die Deutsche-Welle beschäftigt sich konkret mit dem Unterrichtsthema „Flüchtlinge in Deutschland“.

„In den deutschen Medien wird viel über Flüchtlinge berichtet – ein Thema, das auch in Schulen eine Rolle spielt. Einige Materialien, die für Schüler konzipiert wurden, eignen sich auch für den DaF-Unterricht.“
Quelle: DW

Hier findet man weiterführende Links und ich denke, dass man hier in Zukunft noch mehr zu dem Thema finden wird.
Auch PASCH-net gibt es schon seit einigen Monaten eine Didaktisierung zum Thema „Wettrennen um Migranten“

Für eine projektorientierende Arbeit eignet sich das Portal „Mein Weg nach Deutschland“. Das Internetportal zum Übergangsmanagement ist unter folgender Internetadresse zu finden:

Aus den Filmen und den Informationsmaterialien lässt sich zum Beispiel durch die Lerner ein Webquest gestalten. Möglich wären auch selbsterstellte Informationsfilme, -Flyer oder Plakate für Neuankömmlinge. Interviews mit Flüchtigen (Kroatien befindet sich zum Beispiel auf der Balkanroute) bieten sich an, aber auch fiktive Interviews bzw. gespielte Situationen, die die Ankunft oder mögliche Missverständnisse simulieren.
Ein Beispiel ist der YouTube-Kanal: Deutschland für Anfänger
Trailer:


Wenn es um Migration und Verlust der alten Heimat bzw. Aufbruch in neue Welten geht, finde ich es sehr wichtig, die historische Perspektive nicht außer Acht zu lassen. Fast alle Länder haben Erfahrungen mit dem Thema gemacht. Deutschland war zum Beispiel schon immer ein Einwanderungsland und ein Auswanderungsland zugleich. „Für insgesamt fünf Millionen Auswanderer war zwischen 1850 und 1939 Hamburg das sprichwörtliche Tor zur Welt.“ (Quelle) Sehr schön wird dieser Umstand im Buch „Zwischen den Kulturen“ deutlich (S.24-28) gemacht.
Eine Sammlung von Unterrichtsideen aus muttersprachlicher Sicht bietet die Linksammlung zu Unterrichtsmaterialien zum Themenkomplex Migration, Flucht, Asyl des Bildungsserver.de:

Aber auch in den Linksammlungen im ZUM-Wiki wird man Anregungen für den Unterricht finden:
ZUM-Wiki:Flüchtlingskrise in Europa 2015
ZUM-Wiki:Flüchtlinge#Möglichkeiten der Bearbeitung

Zahlen zu Asyl in Deutschland findet man als Infografiken nach Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung:

 

Alltag anders – eine interkulturelle Sendereihe


Über die „kleinen Dingen des Alltags“ zu berichten, ist das Ziel der Sendung „Alltag anders“ von Deutschlandradio Kultur. Die Sendung läuft jeden Freitag gegen 7.40 Uhr und ist im Internet nachzuhören. So erfährt man in kleinen Beiträgen vor knapp 4 Minuten, wie anders das Leben in Peking, Mexiko City, Nairobi, Moskau, Los Angeles, Rabat, Tel Aviv oder Tokio (auch aus anderen Städte wird berichtet.) verläuft. Es sind persönliche Erlebnisse und Erfahrungen der Korrespondenten, die in der Sendung mosaikartig vorgestellt werden.

Obwohl (oder gerade weil) Deutschland fehlt, möchte ich diese Sendereihe für den Unterricht, aber auch für den eigenen Gebrauch empfehlen. Hier kann man alltägliche Handlungen mit der eigenen bzw. der „erlernten“ der Zielsprache vergleichen. So sensibilisiert für verschiedene Konzepte der Alltagsbewältigung könnten Lerner eigene Beiträge erstellen, wie in ihrem Land bestimmte Alltagssituationen gemeistert werden.

Hier einige Beispiele:

Etikette
In den USA ist man im Umgang sehr viel höflicher als in Deutschland. In China muss der Besucher zunächst seine Schuhe ausziehen, bevor er in die Wohnung eingelassen wird. Und in Polen werden Damen noch mit Handkuss begrüßt

Emanzipation
In Italien wird das traditionelle Frauenbild hochgehalten. Chinesinnen sind durchsetzungsstark und Mexikanerinnen tougher als Männer. In welchem Land gilt es als ungeschriebenes Gesetz gilt, dass der Mann beim ersten Date bezahlt?

Weitere Themen sind: Freunde, Flirten, Fitness, Postämter, Fahrrad, Friedhöfe, Winter und vieles vieles mehr.

Es lohnt sich wirklich einmal reinzuhören.

Gute Manieren in Deutschland


Die Deutsche Welle hat in ihrer Folge Alltagsdeutsch einen bemerkenswerten Beitrag zu Begrüßungsritualen und dem sogenannten „Guten Benehmen“ in Deutschland veröffentlicht:

Wie begrüßt und wie verabschiedet man sich in Deutschland? Wie verhält man sich im Restaurant? Bezahlt der Mann oder die Frau? Manche Formen des Benehmens sind geblieben, andere haben sich im Laufe der Zeit geändert.

Downloads:

Zum „typisch deutschen“ Thema Pünktlichkeit ist zu lesen:

Die Deutschen sind weltweit bekannt für ihre Pünktlichkeit. Bei manchen Gelegenheiten wird aber das sogenannte akademische Viertel noch abgewartet. Der Begriff stammt aus der Hochschulsprache und bedeutet, dass man fünfzehn Minuten später kommen kann.

Vortrag: Wiki im Fremdsprachenunterricht


Gestern Abend durfte ich für das Landesinstitut für Pädagogik und Medien in Saarbrücken einen online Fachvortrag zum Thema „Wiki im Fremdsprachenunterricht“ halten.  Ich hatte versprochen, die PPT online zu stellen und möchte das hiermit tun:

Alle Links des Vortrags kann man auf dieser Wikiseite nachvollziehen.

Der Vortrag wurde auf dem Adobe Connect Pro Server des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM) in Saarbrücken aufgezeichnet und ist unter folgender Adresse abrufbar: http://breeze.lpm.uni-sb.de/p29721459/

Mein Dank gilt Jürgen Wagner, der die Veranstaltung leitete und mich technisch darauf vorbereitete.

Wer möchte, kann noch weitere kostenlose Online-Fortbildungen des LPM besuchen. Informationen gibt es hier.

Als technische Voraussetzungen genügen ein DSL-Anschluss sowie ein Headset. Auf der Plattform Adobe Connect präsentieren die Referentinnnen und Referenten ihren Vortrag jeweils multimedial und in direktem Kontakt mit den Teilnehmenden.

Es lohnt sich.

Mehr hier im Blog:

Märchen aus aller Welt


Ängste, Träume, Wünsche und Wunder, das alles findet man weltweit in Märchen. Die Deutsche Welle präsentiert in einer neuen Multimedia-Reihe im Internet ein interessantes Projekt mit dem Titel „Märchen aus aller Welt“. Das Material stammt von Mitarbeitern des deutschen Auslandssenders aus Ländern wie Australien, Afghanistan, China, Dänemark, Indien und vielen mehr. Diese erzählen ihr Lieblingsmärchen in der Originalsprache.  Die Märchen werden in einer  animierten Version -von Ulla Schmidt (hier ein Porträt) – auf Deutsch präsentiert.

Den Text des Märchens gibt es mit Bildern aus der Animation in einer PDF-Datei. Ein Beispiel das Märchen aus Bangladesch: ‚Die sieben Champaka-Brüder‘ als PDF / So klingt das Märchen auf Bengali!   (http://p.dw.com/p/PdQR)

Das Material eignet sich auch für den Unterricht, wobei ich die Möglichkeit zum interkulturellen Vergleich als wichtigsten Grund für einen Einsatz sehe. Natürlich ist diese Idee, Lieblingsmärchen aus aller Welt zu sammeln und mit anderen zu teilen, sehr gut für Projekte im Internet geeignet. Ich könnte mir vorstellen, dass Schüler zum Beispiel mit voicethread (Beispiel hier) ihre Märchen veröffentlichen.

Sie könnten Bilder zeichnen, diese einscannen, Texte verfassen, mit Musik unterlegen und vielleicht auch in Zusammenarbeit mit Schülern aus unterschiedlichen Kulturkreisen kooperativ neue Märchen auf voicethread entstehen lassen. Hier ein kleines Experiment gemeinsam mit einer Kollegin aus Serbien („Eine kleine Weihnachtsgeschichte“).

Die entstandenen Arbeiten lassen sich z. B. auf http://www.netvibes.com (Beispiel), auf Moodle oder auch im Wiki  einbinden. Hier kann man diese vergleichen und die besten Beiträge auswählen.

Ein Video der DW zum Thema Märchen:

und weiter Links:

Dass Märchen auch grausam sind, wissen wir natürlich aus „Hänsel und Gretel“, „Rotkäppchen“ und weitern deutschen Märchen. Auch in anderen Ländern geht es nicht zimperlich zu, wie folgendes Zitat zeigt:

Da erzählten die Knaben ihm die Geschichte der grausamen sechs Königinnen.
Endlich verstand der König. Voller Zorn verbannte er die sechs Frauen, so viel
sie auch weinen und um Gnade betteln mochten, bat seine jüngste Gemahlin
demütig um Verzeihung und lebte danach glücklich und noch viele Jahre mit ihr
und den sieben Kindern.

Aus: http://www.dw.com/downloads/25644178/alltagsdeutsch-m%C3%A4rchensprache.pdf

Vielleicht interessiert Sie auch das:

Gemeinsam mit einer Praktikantin erstellte märchenhafte Ausstellung:

Märchenausstellung – 7 magische Dinge

Interaktive Übungen zum Thema Märchen (von mir im DaF-Wiki oder auf learningApps erstellt)

Aktuelle Infografiken zum Thema „Jugend 2010“


In der aktuellen Shell-Jugendstudie „Jugend 2010“ finden sich eine Reihe Infografiken, die sich sehr gut für das DSD-Thema und die Vorbereitung auf die schriftliche DSD-Prüfung eignen. Hier eine Auswahl:

Netzwerke im DaF-Unterricht einsetzen


Auch eine sehr schöne Idee für den DaF-Unterricht im Internet – Netzwerke (hier Ning) im Unterricht einsetzen – Beispiel:

„Wilhelm Tell goes Web 2.0“ – die Wilhelm Tell-Community

Gefunden über Twitter: @lisarosa

Hier die Beschreibung des Projekts:

Die Klasse 9b der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule Ahrweiler versucht, die Inhalte und die Figurenkonstellation des Dramas „Wilhelm Tell“ in Form einer modernen Community wiederzugeben.

Dazu melden sich die Schüler als eine von Schillers Figuren hier an, teilen sich der Öffentlichkeit mit, schließen „Freundschaften“, gründen Gruppen und bloggen über das, was sie als Figur im Drama „Wilhelm Tell“ erleben, was sie bewegt und was sie bewegen wollen.

Zitat aus: http://wer-kennt-wilhelm.ning.com/

entwickelt von Ralf Breuer www.breuer-info.de

Ein schon bestehendes DaF-Projekt mit Ning ist das Portal Fin(n)de für

Finnlandfans, Leute die Deutsch lernen oder lehren, Deutschsprachigen in Finnland und deutschsprachigen Finnen

http://meinsuomi.ning.com/

Hier gibt es zum Beispiel die Online-Zeitung Besserwisseri für finnische Jugendliche mit:

…  interessante(n) Texte, Audiomaterial, Videos… Wir berichten dir interessantes über Deutschland, die deutsche Jugend, Trends, Events und Deutschprojekte in Finnland.

Beispiele:

Mode und Trends mit Texten, Bildern und einer Abstimmungsmöglichkeit oder diese interessante Aufgabenform: ABC des Lebens

Danke für den Tipp an Klaus im ZUM-Wiki: http://wiki.zum.de/Deutsch_in_Finnland

Filmempfehlung No.2


Dieser Film dürfte die Schüler in Atem halten. Man sollte ab und zu eine Pause einlegen und über den Fortgang des Films spekulieren lassen. Beachtenswert, die Rolle der „Friedenstaube“ 😉

Aber der Film hat auch seine ernste Seite. Wie leicht zerbrechlich ist unser Frieden in atomarer Zeit? Eine Frage, die aktuell durch globale Klimaveränderung und Wirtschaftskrise in Vergessenheit geraten ist.

Pigeon: Impossible

Siehe auch:

24 Infografiken zeigen, wie die deutsche Demokratie funktioniert.


Man findet selten kompakt so nützliche Materialien für  den Landeskunde-Unterricht. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb bietet seit dem 24.02.2010 „24 x Deutschland“ in Form von Infografiken an. Die Grafiken stehen als PDF zum Download bereit und hervorzuheben ist:  Alle Infografiken und Texte stehen unter der Creative-Commons-Lizenz by-nc-nd/3.0/de zur Verfügung, können also mit geringen Einschränkungen auch im Internet  weiter verwendet werden.

Neben den 24 Infografiken im PDF-Format stehen auch ergänzende Texte zur Verfügung, die im Unterricht leicht angepasst werden können.

Themen sind u.a.:

Den Tipp habe ich gefunden bei: http://www.teachersnews.net

Filmempfehlung No.1


Ein 8 Minutenfilm, der ohne Sprache auskommt, eignet sich sehr gut für den Unterricht zu den Themen: Alter, Tod, Sterbehilfe, Grenzen der Medizin

The Lady and The Reaper | La Dama y La Muerte

Viel Spaß!

Homepage zum Film: http://www.ladamaylamuerte.com/

Siehe auch:

Was bist du in 20 Jahren?


Interessante Anregungen zum Schreiben oder Diskutieren findet man immer wieder im Blog  jetzt.de. Diesmal wird die Frage nach der Zukunft gestellt. Ich weiß, dass dies keine neue Idee im DaF- Bereich ist, möchte aber diese Anregung gerne weitergeben, weil sich die Aufgabenstellung sehr gut für die Arbeit im Internet eignet. So können die Lerner ihre Kommentare direkt bei jetzt.de einstellen oder man nutzt ein Blog oder ein Wiki (Wie das DSD-Wiki) zum Verfassen eines Textes, der dann wieder kommentiert wird. Daneben gefällt mir auch die Art und Weise von jetzt.de, wie sie an die Problematik herangehen. Nicht: „Schreibe auf, was du in 20 Jahren machen wirst“, sondern sie provozieren „Taxifahrer mit Halbglatze? Geschiedene Bachmann-Preisträgerin?“ und sprechen  die Jugendlichen direkt an:

Denn in den kommenden zwanzig Jahren wird sich, ob man es darauf anlegt oder nicht, das Grundlegende entscheiden, das, was man irgendwann mal „meine Lebensumstände“ nennen wird. Das Anstrengende ist, dass man das Meiste davon selbst entscheiden oder erreichen muss. Das unterscheidet diesen Lebensabschnitt doch deutlich von den ersten zwanzig Jahren, in denen sich die Dinge noch oft wie von alleine oder fremdbestimmt ergeben.

Weiter Fragen findet man auf jetzt.de .