Sprechübungen mit H5P


Einige Anwendungsmöglichkeiten von H5P werde ich aus Zeitgründen oder wegen unterschiedlicher technischer Ausstattung im Online-Seminar am 19.03. nicht berücksichtigen können.

Eine Funktion von H5P, der ich viel Potential zutraue, sind die sich selbstkontrollierenden Sprechübungen. Leider funktioniert dies nur mit dem Internetbrowser Chrome, weshalb ich bei der geplanten Online-Fortbildung auf eine Präsentation verzichten werde.

Beispiel: „Sprechübung: Begrüßung, formell“ https://h5p.org/node/450050

Beim Öffnen im Browser Chrome siehst du folgende Seite (hier als screenshot) sehen:

Screenshot: Anzeige der Sprechübung auf H5P

Die Übungsform findet man bei H5P unter „Speak the Words“ (Answer a question using your voice) und „Speak the Words Set“ (A series of questions answered by speech). Die gesprochene Sprache wird online aufgenommen und automatisch erkannt bzw. überprüft und bei richtiger Aussprache als “richtig” gewertet. Das zu sprechende Wort oder Wortgruppe wird bei der Übungserstellung in der Aufgabe in Schriftform als <Accepted answers> hinterlegt.

Mögliche Übungen sind: Phonetik: Die richtige Aussprache testen und üben, Chunks gebrauchen, Wortschatz festigen (Die gesuchte Wort muss gesprochen werden.) und auch Grammatik üben, wenn man einen vollständigen Satz richtig formulieren muss. Man sieht also, dass diese Übungsform sehr komplex ist und viele Fertigkeiten anspricht. Was ich noch nicht ausprobiert habe, aber mir vorstellen könnte, ist die Übung von Dialogen: Man übernimmt einen Dialogpart und reagiert auf Fragen oder stellt selber welche.

Hier drei Beispiele:

Beispiel: Artikel + Nomen https://h5p.org/node/428359

Beispiel: Thema „Lebensmittel“: https://h5p.org/node/358246

Hier eine Übung mit Zungenbrechern: https://h5p.org/node/450155  

Durch mehrmaliges Sprechen kann hier nicht nur diePhonetik verbessert, sondern die einzelnen Sätze automatisiert werden. Dies giltnatürlich auch für andere Sätze oder Chunks.

Was mirnicht so gefällt:

Mir ist aufgefallen, dass manchmal auch ein Satz trotzFehler erkannt wird. Woran das liegt, muss ich noch ergründen.

Bei der hinterlegten Lösung, finde ich es umständlich,dass unterschiedliche Schreibweisen eingegeben werden müssen, um dieFehleranfälligkeit zu minimieren. Zum Beispiel: Guten Tag, guten Tag, guten tag… -> Mögliche Lösung: Benutze beidem Eintrag <Accepted answers> nur die Kleinschreibung.

Mir ist auch aufgefallen, dass die Aufgabe nur durchden direkten Link lösbar ist. Einbettungen kann man zwar sehen, aber nicht interaktivbearbeiten.

Mich nervt auch, dass Hinweise immer wieder aufDeutsch ergänzt werden müssen. Natürlich geht das auch in jeder anderen Sprachezum Beispiel für A1, aber für höhere Niveaus sollte die Bedienung der Aufgabenur Deutsch sein und dies ist eben sehr arbeitsaufwendig.

Auch die <Language of speech input>, also die Sprache, in der gesprochen werden soll, muss jedes Mal auf <German> umgestellt werden. Besser wäre es, wenn man am Anfang der Erstellung eine Auswahl hätte, a) die jeweilige Sprache oder b) die Möglichkeit der Übung mit unterschiedlichen Sprachen zu wählen.

Was mir wirklich für eine Phonetikübung fehlt, ist das vorher richtig gesprochene Beispiel, an dem sich der Lerner orientieren kann. Hier kann man solche Beispiele in einer anderen Übung über die Funktion Audio Recorder einsprechen und als QR-Code oder Link anbieten. Diese Variante ist natürlich noch sehr umständlich. Da sich aber H5P ständig weiterentwickelt, bin ich ganz optimistisch, dass die Anwendung bald weitere Funktionen erhält.

Wie sinnvolleinsetzen?

Wir kennen alle das Problem, dass für die persönlicheÜberprüfung der Aussprache im Unterricht oder im Sprachkurs wenig Zeit bleibt. Mitdieser Übungsform kann man den Lernenden die Möglichkeit geben, zu üben und sichselbst zu überprüfen. Das kann / sollte binnendifferenziert erfolgen. Denkbarwären Szenarien: Stationenlernen (Übungsphase), individuelle Hausaufgaben oder alsAngebot für informelles Lernen (Eigeninitiative, außerhalb des Kurses oder Schule).

Einwand: Die Erstellung von Übungen, gezielt für jedeneinzelnen Lernenden ist sehr zeitaufwendig.

Alternative1: Einführung der Lernenden in dieSelbsterstellung solcher Übungen. Vorteil: Nach einem Beratungsgespräch, kannder Lernende für den eigenen Bedarf Übungen erstellen. Das hat auch denVorteil, dass der Lernende die Fertigkeit für das lebenslange Lernen u.a. auchfür andere Sprachen nutzen kann.

Alternative 2: Die erstellten Übungen können mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden. Das kann auf Schulebene oder im größeren Rahmen auch international über eine Plattform? erfolgen.

Wie erstellen?

Eine einfache Möglichkeit ist das Weiterverarbeiten einer bereits bestehenden Übung. Du kannst dort alles austauschen.

  1. Voraussetzung: Du bist auf H5P angemeldet.
  2. Suche unter der Übung das <Reuse> Symbol. (Wiederverwendung) Bei anderen Aufgabentypen findet man anstatt <Reuse> einen <Download> Button.
Reuse = Wiederverwendung – Hier startet man den Download.
  1. Spreicher die Übung als h5p-Datei auf deinem Computer.
  2. Klicke auf: <Create New Content>
  3. Klicke auf: <Upload>
  4. Lade die vorher gespeicherte h5p-Datei hoch.
  5. Bearbeite die Datei.
  6. Speichern nicht vergessen: <Save>

Inhalt neu erstellen:

  1. Klicke auf: <Create New Content>
  2. Suche „Speak the Words Set
  3. Füge die Inhalte ein.
  4. Speichern nicht vergessen.

Warum eine Fortbildung zu H5P im DaF/DaZ-Unterricht?


Wie gestern schon angekündigt werde ich am 19.03. eine kostenlose Online-Fortbildung anbieten:

Digitale Tools haben schon längst im Fremdsprachenlernen Einzug gehalten. Aber werden sie auch immer sinnvoll eingesetzt?

Das kostenlose Werkzeug H5P zum Beispiel ist für Lerner und Lehrer leicht und mobil zu nutzen. Es lassen sich unterschiedliche Aufgaben- und Übungstypen digital umsetzen und als Open Educational Resources (OER) teilen und erneut anpassen. H5P-Anwendungen eignen sich sowohl zur Präsentation und Produktion von bedeutungsvollen und motivierenden Inhalten als auch für eine induktive Grammatikvermittlung. Die Stärke des Tools liegt aber auch darin, Übungssequenzen im und außerhalb (informelles Lernen) des Unterrichts zu ergänzen und bei richtigem Einsatz, unterschiedliche Lerntypen zu berücksichtigen und Binnendifferenzierung (gezielter) zu ermöglichen. Die Vorteile scheinen also zu überwiegen. Ob die Umsetzung im eigenen Unterricht aber auch immer sinnvoll, bedarfsorientiert und schülerorientiert erfolgt, wird zu selten hinterfragt.

Die Adobe Connect Präsentation stellt einige Möglichkeiten desTools H5P vor. Es möchte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch dazuanimieren, selbst eigene digitale Übungen zu erstellen und im Unterrichteinzusetzen, aber diesen Einsatz zu planen und zu reflektieren.

Ziele

  1. Die TN kennen wichtige Übungsformen mit H5P und deren Einsatzmöglichkeiten für den Fremdsprachenunterricht.
  2. Sie kennen Kriterien für den sinnvollen Einsatz von H5P-Anwendungen.

Ziele für die weitere Qualifikation (Eigeninitiative) der Teilnehmenden:

  1. Die TN können digitale Übungsformen gezielt auswählen und adaptieren.
  2. Sie können eine H5P-Übung planen, erstellen und gemeinsam mit Kollegen reflektieren.

Ausgangspunkt bzw. didaktisch methodische Grundlage der Reflexion der H5P-Anwendungen ist das Lernfeldermodell / Four Strands  (Nation/Newton 2009). Das Lernfeldermodell beruht auf der Annahme, dass eine ausgewogene Verteilung von Sprachlernaktivitäten über einen längeren Zeitraum am besten geeignet ist, die Lernenden zu einer aktiven Verwendung der gelernten Sprache zu bringen. Dieses Modell ermöglicht es, die Gesamtheit der Fremdsprachenvermittlung im Blick zu behalten und gleichzeitig bei Betrachtung einer Übung, einer Aufgabe, eines Tools oder einer digitalen Anwendung in ein bestimmtes Lernfeld „hinein zu zoomen“ und so zu hinterfragen.

Das heißt, dass der Lehrende mithilfe des Modells erfassen kann, ob er bestimmte Bereiche in der Fremdsprachenvermittlung bevorzugt, vernachlässigt, eventuell vergessen hat oder übertrieben anwendet. Das könnte einseitige Anwendungen von Quiztools vorbeugen.

Das Modell geht von 4 Lernfeldern aus, die durch Lernaktivitäten im Laufe eines gesamten Kurses oder in einem Schuljahr im gleichen Umfang abgedeckt werden sollten. Das heißt für die folgenden 4 Lernfelder, dass sie zu je einem Viertel (25%) Anwendung finden sollten:

1. Lernen durch Arbeit mit bedeutungsvollen Inhalten

2. Sprachbezogenes Lernen = punktuelle Konzentration auf sprachliche Strukturen (Grammatik, Wortschatz, Aussprache)

3. Lernen durch Produktion von bedeutungsvollem Output

4. Lernen durch Flüssigwerden im Sprechen, Schreiben, Hören, Lesen, Hörsehen

DLL 4

Dabei geht man nichtdavon aus, dass es eine festgelegte Abfolge von Lernfeldern und -aktivitätengibt und dass in jeder Stunde alleLernfelder gleich oft angesprochen werden müssen.

Für Lehrende ist es meist eine Herausforderung für ihre Lerngruppe herauszufinden, was für diese „bedeutungsvoll“ ist. Auch wird oft reflektiert, dass das sprachbezogene Lernen mehr Raum einnimmt als im Modell vorgesehen. Fast immer sind Lehrende überrascht, dass dem Flüssigkeitstraining so viel Bedeutung zukommt. Die dazu notwendigen Automatisierungsübungen sind gekennzeichnet durch Schnelligkeit und eine hohe Wiederholungsrate. Hier gibt es, nach meiner Beobachtung, bei vielen Lehrern Bedarf zum Nachsteuern.

Hier eine Zusammenfassung des Lernfeldermodells.

Lernfelder und H5P-Anwendungen?

Ziel des Fremdsprachenlernens ist es, den Lerner in die Lage zu versetzen, Aufgaben, die nach Möglichkeit einen Sitz im Leben haben, lösen zu können. Was er dabei genau auf einer bestimmten Niveaustufe beherrschen muss, bestimmt der GER (Gemeinsame Europäische Referenzrahmen). Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass wir dies nicht gleich nach erfolgtem Input bewerkstelligen können. Vor dem freien Sprechen stehen Übungen, Wiederholungen, Anwendungen, Automatisierungen („Üben ohne Nachdenken“). Diese zu planen erfordert didaktisches Wissen, Erfahrungen und das Gespür für die Interessen und den Bedarf der einzelnen Schüler in der jeweiligen Lerngruppe.

Didaktisch geht man davon aus, dass man von geschlossenen Übungen über offenere Übungsformen zur offenen Aufgabe kommen sollte. Dabei spielen Automatisierungen (siehe dazu auch den Stroop-Effekt) eine wichtige Rolle. Das heißt, auch „Einschleifübungen“ haben ihre Berechtigung. Natürlich muss man das richtige Maß und eine sinnvolle Einbettung in den Unterricht finden. Das gilt auch für digitale geschlossene Übungen. Wie erfolgreich der Weg von geschossenen Übungen zu offenen Aufgaben am Ende ist, hängt auch von den individuellen Voraussetzungen der Lerner ab. Jede Lerngruppe hat unterschiedliche Lerntypen, Schüler mit unterschiedlichem Vorwissen und Interessen. Deshalb ist es notwendig, binnendifferenziert zu denken und vielfältige Übungsmöglichkeiten auch informell (außerhalb des Unterrichts) zur Verfügung zu stellen. Auch hier können H5P-Anwendungen eingesetzt werden.

Digitale Werzeuge müssen gezielt in diesen Prozess eingebunden werden.

Halten wir also fest: Den Unterricht zu öffnen,projektorientiert mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, kann imFremdsprachenunterricht erst erfolgen, wenn solche Aufgaben sprachlich vorbereitet sind. Bei dieserVorbereitung haben auch digitale Übungsformen ihre Berechtigung.

10 Dinge, die man zu H5P wissen sollte:

  1. Das Ziel des Open-Source-Werkzeugs H5P ist, die Inhaltserstellung von interaktiven Lerneinheiten einfach zu gestalten.
  2. Erstellte Inhalte können einfach exportiert und wieder importiert werden.
  3. Die Idee für H5P stammt von einer staatlich geförderten Organisation (NDLA) aus Norwegen. Seit 2013 ist die Firma Joubel federführend.
  4. H5P ist aktuell als Autorensystem organisiert, das heißt eigene Inhaltstypen können im Sinne von Open-Source von jedem, der es kann, programmiert und ergänzt werden.
  5. H5P integriert Creative-Commons-Lizenzen und ermöglicht somit OER.
  6. Wichtiges Ziel des Projektes ist die Barrierefreiheit. Es soll von allen Nutzern unabhängig von ihren Einschränkungen oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt genutzt werden können. Der verwendete Webstandard HTML5 soll ermöglichen, dass die Anwendungen auf allen Endgeräten verwendbar sind.
  7. Durch H5P-Plugins können H5P-Inhalte direkt in WordPress, Drupal oder Moodle integriert und bearbeitet werden.
  8. Alle H5P-Inhalte können nach Erstellung zum Download bzw. zur Einbettung freigegeben werden.
  9. Zum Download freigegeben Inhalte können weiterverarbeitet, ergänzt, angepasst, verbessert werden und erneut zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Das entspricht der Idee von freien Bildungsinhalten (OER).
  10. Aktuell (5.3.2019) gibt es 41 Anwendungen auf H5P. Dieses Angebot wird ständig ausgebaut.

Steckbrief H5P

https://h5p.org/node/457033

Wozu H5P? Wir haben doch schon LearningApps?

Ja, beide sind sich insbesondere bei den Quiz-Komponentenähnlich, werden deshalb auch als Beispiele für Toolifizierung undQuizzifizierung kritisiert.

Das Angebot von H5P geht aber darüber hinaus und entwickelt sich rasant weiter (aktuell 41, Vergleich LearningApps: 17 Quiz-Formate + 5 weitere Werkzeuge). Auch das Design erfüllt, meiner Meinung nach, höhere Ansprüche. Nachteile gibt es auch. So kann H5P nicht als SCORM zum Beispiel in Moodle eingebunden werden (Für die Plugin-Instellation muss man bestimmte Rechte besitzen.). Der größte Nachteil ist jedoch, dass auf H5P keine gezielte Suche nach weiteren interessanten Inhalten, die erneut angepasst werden können, möglich ist. Alternativ könnte man Inhalte in offenen Wikis sammeln, wie zum Beispiel im von mir betreuten Willkommen-Wiki der ZUM für DaF/DaZ Inhalte.

Kritik an H5P

In letzter Zeit wird H5P im Zusammenhang mit anderen Tools wie #LearningApps, #Kahoot, #LearningSnacks dafür kritisiert, dass sie #Frontalunterricht, #Behaviorismus und #kybernetischePädagogik unterstützen und dadurch die Entwicklung hin zu „zeitgemäßer Bildung“ behindern würden. Beispiele für die Kritik an der „Toolifizierung“ und „Quizzifizierung“ hier und hier.

Diese Kritik ist ernst zu nehmen und hilft dabei, die eigene didaktische Arbeit kritisch zu hinterfragen.

Ausblick

Eine progressive Rolle könnte H5P meiner Meinung nach für das 3. Lernfeld: „Lernen durch Produktion von bedeutungsvollem Output“ spielen. Besonders für „Sinn-volles“ Sprachhandeln eignen sich H5P Anwendungen zum Beispiel für digitale Produkte projektorientierten Lernens.

Noch ein Wort zu den in höheren Sprachprüfungen (DSD II) so beliebten Präsentationen. Im Fremdsprachenunterricht sprechen wir zwar von bedeutungsvollem Output, aber die Frage nach einem „bedeutungsvollen“ Medium wird nur selten gestellt. Wollen Schülerinnen und Schüler auch in einer digitalisierten Welt weiterhin Plakate oder das klassische PowerPoint einsetzen?  Bei Unterrichtsbesuchen an unterschiedlichen Schulen im Ausland sind mir noch die vielen bunten Deutsch-Plakate mit aus dem Internet kopierten Texten in Erinnerung, die, weit außerhalb der Sprachkompetenz (A1-A2) der Lerner, ausgedruckt und von diesen vorgelesen wurden. Dass dies kein gelungenes Beispiel für projektorientiertes, offenes Arbeiten ist, dürfte einleuchtend sein. Aber würde sich dies, bei gleicher Einstellung des Lehrers und Lerners, durch den Einsatz von digitalen Medien ändern?

Hier noch einmal die Informationen zur Anmeldung:

Am 19. März (19 Uhr) werde ich, im Rahmen des „DaF-Lehrer Netzwerkes“ organisiert von Nadja Blust, eine kostenlose Online-Fortbildung zum Thema „Mediengestützte DaF/DaZ-Übungen am Beispiel von H5P“ anbieten. Diese wird über Adobe Connect erfolgen. Wie mir Nadja mitgeteilt hat, ist, bei Interesse, eine Anmeldung obligatorisch und kann hier erfolgen: Zur Anmeldung

Links:

Einladung zur Online-DaF-Lehrerfortbildung am 19. März


Gestern, auf meinem Rückflug von Oslo, hat mich positiv überrascht, wie selbstverständlich der Flughafen und die Piloten mit starkem Schneefall umgegangen sind. Wie man hier sieht, konnte man im Flugzeug nicht mehr aus dem Fenster schauen.

Wir kennen aus Mitteleuropa viele Beispiele, dass der Flugbetrieb bei solchem Wetter eingestellt wird. Wie kann es aber zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen kommen? Das Wissen und die notwendige Technik (hier Enteisung des Flugzeuges am „Fließband“ in Oslo) sind vorhanden, aber bei der Umsetzung scheint man unterschiedlich konsequent zu sein.

Auch beim mediengestützten Lernen im Bereich DaF/DaZ findet man bereits viele fertige Szenarien und Beispiele, ebenso noch mehr Tools, die auf einen Einsatz warten bzw. reflektiert werden sollten. Zum Glück gibt es auch viele engagierte Lehrkräfte, die nicht nur neugierig sind, sondern auch Interesse daran haben, mediengestütztes Lernen sinnvoll in den eigenen Unterricht zu integrieren.

Im DaF-Bereich, der weltweit mit unterschiedliche Lehr- und Lernkulturen und länderspezifischen Curricula umgehen muss, ist es schwieriger, ähnliche Wege zu finden und Ergebnisse angemessen zu vergleichen. Das stellt die Lehrerfortbildung vor einer großen Herausforderung. Zu dieser internationalen Heterogenität kommen auch noch die individuell ungleichen Kompetenzen im Umgang mit Medien oder auch beim abrufbaren Wissen von Methodik und Didaktik des Fremdsprachenunterrichts.

Auf der anderen Seite bringen die Lehrkräfte eine Vielzahl an Erfahrungen und auch Wissen mit, die in den Fortbildungen sichtbar gemacht werden sollten. Am erfolgreichsten sind für mich solche Workshops, die die Teilnehmenden dazu bewegen, (kleine) Veränderung im Unterricht zu wagen. Passend dazu finde ich die aus der Aktionsforschung entstandenen PEPs (Praxis-Erkundungs-Projekte), die in den DLL-Fortbildungen des Goethe-Instituts am Ende jeder Einheit stehen. Das setzt natürlich die Bereitschaft der Teilnehmenden voraus, aktiv zu werden und kollegial solche Erkundungsprojekte reflektieren zu wollen, um sich dabei weiterzuentwickeln.

Am 19. März (19 Uhr) werde ich, im Rahmen des „DaF-Lehrer Netzwerkes“ organisiert von Nadja Blust, eine kostenlose Online-Fortbildung zum Thema „Mediengestützte DaF/DaZ-Übungen am Beispiel von H5P“ anbieten. Diese wird über Adobe Connect erfolgen. Wie mir Nadja mitgeteilt hat, ist, bei Interesse, eine Anmeldung obligatorisch und kann hier erfolgen: Zur Anmeldung

Zur Anmeldung

Angekündigt ist das Ganze als Workshop, da aber nur 90 Minuten zur Verfügung stehen, wird es vom Format her eher eine Präsentation mit interaktiven Elementen werden. Dabei werde ich H5P-Anwendungen nicht nur vorstellen, sondern auch hinterfragen, wie diese konkret in den Lehr- Lernkontext integriert werden könnten. Die Teilnehmenden sind danach aufgerufen, selbst sich ein Bild von den Möglichkeiten von H5P zu machen. Vielleicht entstehen danach durch Ausprobieren und Adaptieren kleine „PEPs“, die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam reflektieren.

Morgen werde ich hier noch einmal konkret darauf eingehen, warum ich dieses Thema gewählt habe.

Links:

Links:

Im Fokus: classroomscreen.com


In der kommenden Woche wird in Zagreb ein Workshop zum Thema Classroom Management (mit Schwerpunkt DaF) stattfinden. Das war für mich ein Grund, auf die Suche nach digitalen Tools zu gehen, die die Arbeit im Klassenraum erleichtern. Auf Twitter bin ich fündig geworden:

Dieses schicke Tool ist einfach zubedienen, bietet viele Funktionen für die Organisation des Unterrichts und sieht gut aus. Man braucht dazu Beamer, Laptop mit Internet und Browser oder nutzt es auf dem Interaktiven Whiteboard, wo es zwar auch ähnliche Funktionen gibt, aber mit classroomscreen ist die Bedienung kinderleicht.

Hier einige Screenshots mit kurzen Erklärungen:

  1. Die classroomscreen Funktionen findet man nach dem Öffnen der Seite unten aufgereit.

2. Falls die Sprache noch nicht automatisch erkannt wurde oder eine andere gewünscht ist, kann man diese hier auswählen und einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

3. Wer möchte, kann je nach Geschmack den Hintergrund ändern.

4. Eine starke Funktion ist der schnelle QR-Code-Generator. Einfach die gewünschte Adresse eingeben und ein QR-Code wird erstellt, den die Schüler oder die Teilnehmer einer Fortbildung nutzen können.

      

5. Natürlich kann man mehrere Felder auf einmal anzeigen lassen. Wie eine Tafel funktioniert die Text-Funktion, nur dass dadurch jede Schrift lesbar, farblich hervorgehoben, formatiert wird und noch vieles mehr. Auch Smilys lassen sich einfügen.

6. Sozialformen oder Aktivitäten können schnell durch bestimmte Icons angezeigt werden.

7. Insgesamt ist sehr viel Platz auf einem „Fenster“ (einer Tafel). Die Anzeige ist einfach, übersichtlich und lässt sich schnell verändern.

Dadurch können im Klassenraum klar strukturierte Rituale vermittelt und genutzt werden. Zusätzlich wird der „Lehrerkopf“ frei für andere wichtige Sachen.

Diese Anwendung eignet sich natürlich auch für Lehrerworkshops, so kann man zum Beispiel das Thema Rituale im Unterricht reflektieren oder einfach die eigene Fortbildung strukturieren.

Ab jetzt wird es ein Teil meines Seminarraum Management. 😉 Hier noch einmal die Adresse der Seite:

http://www.classroomscreen.com/

Und hier ein Schaubild von mir, das die wichtigsten Eigenschaften erklärt:
//www.thinglink.com/card/1095689537536917507

Linksammlung zur Fortbildung: Didaktische Spiele im DaF-Unterricht


Für die Fortbildung am kommenden Dienstag in Ljubljana zum Thema „Didaktische Spiele im DaF-Unterricht – Üben kann Spaß machen“ habe ich im DaF-Wiki eine Linksammlung angelegt. Nach dem  26.08.2014 ist die Seite für die Bearbeitung/ Ergänzung für alle Interessierte frei.

Hier im Blog gibt es Links und Anregungen rund um das Thema auf der Seite: Spiele/DaF

Worum geht es bei diesem Seminar?

„Üben ist langweilig.“ Dies ist eine weit verbreitete Meinung. Da, wo Lernen gefühlte Arbeit wird, möchte man am liebsten damit aufhören.

Doch nicht nur die Didaktiker wissen: Übungen zum Anwenden und Festigen des Erlernten sind eine Grundvoraussetzungen für den Erwerb einer Fremdsprache. Dieses Üben wird von den Lernern oft als wenig motivierend empfunden, was sich wiederum negativ auf den Lerneffekt auswirken kann. Um diese Lernphase abwechslungsreicher und somit erfolgreicher zu gestalten, eignen sich „Didaktische Spiele“. Darunter versteht man Lernspiele, die unter Einbeziehung vorangegangener Erfahrungen auf ein bestimmtes Lernziel hin orientiert sind.

Aber auch bei der Vermittlung von überfachlichen Kompetenzen leisten Spiele einen wichtigen Beitrag. Beim Spielen lernt man zum Beispiel nicht „nur“ eine Fremdsprache, sondern entwickelt automatisch soziale Kompetenzen (Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit usw.) oder Personale Kompetenz (Durchhaltevermögen usw.).

Ein oft ungenutztes Potenzial dürfte die Einbeziehung der Schüler bei der Entwicklung neuer Spiele sein. Bei der Planung und Umsetzung setzen sich die Schüler aktiv mit dem Lerngegenstand auseinander. Das Gelernte wird nicht nur wiederholt, sondern auch geordnet, vernetzt, gewichtet und verinnerlicht.

Im Workshop lernen die Teilnehmer unterschiedliche Spielmöglichkeiten für den Spracherwerb kennen. Sie werden befähigt, diese Übungsformen in den Unterricht gezielt zu integrieren und professionell durchzuführen. Daneben erhalten sie die Möglichkeit, ausgehend von Spielvorlagen, didaktische Spiele selbst zu erstellen. und diese gleich vor Ort auszuprobieren. Insgesamt erwartet Sie nicht nur ein Seminar rund um das Thema Spiele, sondern auch viel Spaß beim Ausprobieren und bei der kreativen Umsetzung.