Spielfilm in DaF: Workshop zum Film Almanya – Willkommen in Deutschland


Hier folgt die Linkliste, die ich für den  Workshop auf der Tagung des Slowenischen Deutschlehrerverbandes (SDUNJ) erstellt habe.

Thema des Workshops ist der Film „Almanya – Willkommen in Deutschland“.

Teil 2 der Materialiensammlung zum Workshop findet man morgen  hier.

Didaktisierungen der Goethe-Institute

 Goethe-Institut Dänemark
 CinéAllemand – Goethe-Institute Frankreich
 Weitere Didaktisierungen des Goethe-Instituts

 Sonstige Didaktisierungen

 Links zum Film:

 Filmausschnitte

Filmsequenzen für Aufgaben zum Film Almanya (Transferphase) 

Deutscher oder Türke?

  • Der kleine Cenk wird in der Schule nach seiner Herkunft gefragt.

Sensibilisierung: Im fremden Land

  • Almanya – Deutsche Männer tragen keine Schnauzbärte
  • Almanya – Fatma geht einkaufen (Filmausschnitt)
  • Almanya – Wer lässt schon gerne seine Kinder arbeiten

Lösungen?

  • Hey Angela, wo Problem?

Trailer

Almanya – Erstes Weihnachten in Almanya

 Über Filmdidaktisierungen

Allgemeine Links (kein DaF)

 Über Filme und Filmdidaktisierungen (DaF)

 Kontext des Films

Weiter zum 2. Teil

Siehe auch die Blog-Seite: Filme/DaF

Das ZUM-Willkommen-Wiki


In den letzten Wochen ist viel passiert. Die Welt scheint „sich schneller zu drehen“, jedenfalls nehme ich das so wahr.  Auf meinen Dienstreisen Ende Juli in Izmir und Ende August in Belgrad und natürlich auch hier in Kroatien konnte ich die Entwicklung beobachten, die später auch Deutschland verändern sollte.

Damit es nicht nur beim Beobachten bleibt, habe ich versucht, mich auch persönlich zu engagieren, so gut, wie das aus der Ferne geht, wozu sich natürlich digitale Medien anbieten, mit denen man „Raum und Zeit“ überbrücken kann.

Als Mitglied des ZUM e.V.  lag es nahe, mich am neuen Wiki-Portal für den Deutschunterricht mit Flüchtlingen und Asylsuchenden zu engagieren: zum-willkommen.de

Die Seite ist erst seit knapp einem Monat online und wurde (Hauptseite) bis heute bereits 10.658-mal abgerufen. Sie „wendet sich an ehrenamtliche (und andere) Deutschlehrende, die Flüchtlinge und Asylsuchende unterrichten oder diese beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen bzw. unterstützen möchten. Zugleich kann „Willkommen in Deutschland“ auch von denjenigen, die Deutsch lernen, genutzt werden, um eigenständig zu lernen, zu wiederholen und zu üben.

  • Hier sollen Materialien gesammelt werden, die kostenlos und als offene Bildungsinhalte (OER) genutzt werden können.
  • Hilfreiche Ideen, Tipps und anderes mehr können hier eingefügt werden.
  • Kommentierte, gut ausgesuchte Links verweisen auf weitere Websites.“ (Quelle)

Am Anfang des Projekts war es wichtig, eine passende Struktur zu erarbeiten, die es den Nutzern möglich macht, schnell Inhalte einzustellen bzw. zu finden. Zurzeit ist die Zahl der Beiträge, die von Nicht-ZUM-Mitgliedern stammt, noch gering. Auch das angestrebte Ziel, digitale OER-Inhalten zu erstellen, wurde noch nicht erreicht, aber die bereits vorhandene Linksammlung kann sich sehen lassen.

Inhaltlich orientiert sich das Portal an den wichtigsten Rahmenlehrplänen für Flüchtlinge. Die Grundstruktur bilden die Hauptthemen dieser Pläne, sogenannte Handlungsfelder:

Grundlage für die Struktur der Linksammlung ist das Prinzip der Aufgabenorientierung. Die Unterabschnitte auf den einzelnen Seiten richten sich nach den Zielbeschreibungen (Kann…, Kennt… usw.). Das vorherrschende Sprachniveau ist A1.

Ergänzt werden die Seiten zu den Handlungsfeldern durch eine „Grammatik-Kiste“ und durch eine Seite zum interkulturellen Lernen.

Mein Appell an euch: Wer Materialien hat oder kennt, kann diese gerne stellt in das Willkommen-Wiki einstellen. In einer zweiten Stufe kann daraus ein OER-Sprachkurs (auch zum Selbstlernen) werden. Ein anderer Wunsch: Macht das Wiki unter Lehrern und Lernern bekannt. Damit das noch besser gelingt, habe ich einen Abreißzettel in das Wiki gestellt:

Ausdrucken und anpinnen!

zum-willkommende _zum_mitnehmen

Aktuelle Infografiken zum Thema „Jugend 2010“


In der aktuellen Shell-Jugendstudie „Jugend 2010“ finden sich eine Reihe Infografiken, die sich sehr gut für das DSD-Thema und die Vorbereitung auf die schriftliche DSD-Prüfung eignen. Hier eine Auswahl:

Präsentation der 16. Shell Jugendstudie „Jugend 2010“


Terminhinweis: Präsentation der 16. Shell Jugendstudie „Jugend 2010“ am 14. September um 12 Uhr in der Bundespressekonferenz in Berlin

Die Seite der Studie: hier

Hier eine weitere aktuelle Jugendstudie:

24 Infografiken zeigen, wie die deutsche Demokratie funktioniert.


Man findet selten kompakt so nützliche Materialien für  den Landeskunde-Unterricht. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb bietet seit dem 24.02.2010 „24 x Deutschland“ in Form von Infografiken an. Die Grafiken stehen als PDF zum Download bereit und hervorzuheben ist:  Alle Infografiken und Texte stehen unter der Creative-Commons-Lizenz by-nc-nd/3.0/de zur Verfügung, können also mit geringen Einschränkungen auch im Internet  weiter verwendet werden.

Neben den 24 Infografiken im PDF-Format stehen auch ergänzende Texte zur Verfügung, die im Unterricht leicht angepasst werden können.

Themen sind u.a.:

Den Tipp habe ich gefunden bei: http://www.teachersnews.net

Karneval in der Zeit des Faschismus


Auch in diesem Jahr darf ein Beitrag zum Thema Fasching/Fastnacht/Karneval in Deutschland nicht fehlen. Diesmal möchte ich aus aktuellem Anlass auf ein geschichtliches Thema verweisen. Wie feierte man im „Dritten Reich“ die närrischen Tage?

Carl Dietmar und Marcus Leifeld haben diese Frage untersucht und in ihrem Buch „Alaaf und Heil Hitler. Karneval im Dritten Reich“. (Herbig, München 2010. 224 S., 24,95 Euro) veröffentlicht. In der taz findet man Ergebnisse dieser Recherche. Hier einige Auszüge:

Nicht nur drängte die NSDAP massiv darauf, den Frohsinn zu vereinnahmen und organisatorisch in die eigenen Hände zu bekommen. Viele der Spaßmacher beeilten sich in vorauseilendem Gehorsam, ihre schalen Witze den neuen Machthabern dienlich zu machen.

Auch gab es vereinzelt Beispiele für karnevalistischen Ungehorsam:

Der begnadete kölsche Büttenredner Karl Küpper wagte es etwa, den Hitlergruß zu verspotten: Er hob, am Rand der Bütt hockend, den rechten Arm zum Gruße, nur um das Publikum zu fragen: „Is et am rähne?“ (regnet es?).  Küpper erhielt unter anderem wegen „Verächtlichmachung des Deutschen Grußes“ ein lebenslängliches Redeverbot.

Leo Statz, Präsident der Düsseldorfer Karnevalsvereine und Anhänger der katholischen Zentrum-Partei, bekam wegen unbotmäßigem Verhalten eine eigene Akte bei der Gestapo und bezahlte seine Unangepasstheit schließlich mit dem Leben. Weil Statz 1943 in betrunkenem Zustand am Endsieg zweifelte, verurteilte ihn der Berliner Volksgerichtshof zum Tode.

Interessant auch folgende Aussage von Marcus Leifeld über den Einfluss der NS-Propaganda

WELT ONLINE: Dass Hitler die Psychologie der Masse für seine NS-Propaganda nutzte, ist bekannt. Aber konnte man auch die wirr durcheinanderwuselnden Menschen am Rosenmontagszug so beeinflussen?

Leifeld: Nein, die Nationalsozialisten haben das wilde Treiben des Straßenkarnevals eher gefürchtet. Deswegen haben sie ihre Symbolik davon ferngehalten. Die Mitglieder des Bundes Deutscher Mädel zum Beispiel durften nicht ihre Uniformen tragen. Aber man findet die Ideologie der Faschisten im organisierten und inszenierten Karneval. In den Umzügen gab es etliche propagandistisch genutzte Wagen. Einer der schlimmsten war sicherlich ein Wagen im Nürnberger Umzug des Jahres 1938. Dort sah man eine Puppe an einem Galgen hängen, die einen Juden darstellte. Überall in den Städten gab es Wagen und Fußgruppen, die „jüdische Devisenschieber“ anprangerten oder die Nürnberger Rassegesetze feierten. Gleichzeitig wurden in der Bütt die nationale Erhebung und die Nationalsozialisten verherrlicht.

Es verwundert nicht, dass mit Kriegsbeginn 1939  alle Karnevalsumzüge in Deutschland untersagt wurden.

Ein spannender Gegenstand für den Landeskundeunterricht, berühren sich doch hier das sonst so „heitere“ Thema der Bräuche in deutschsprachigen Ländern mit einem ernsten historischen Problem.

Weitere Links

Weitere Artikel zum Thema Karneval im landeskunde Blog:

    Schreibt eine zweite Strophe für die deutsche Nationalhymne!


    Eine Unterrichtsidee, die mir beim Lesen eines ZEIT-ONLINE Artikels kam. Hier stellt man folgende Fragen zur Diskussion:

    Soll die Bundesrepublik zum 60. Geburtstag eine zweite Strophe für ihre Nationalhymne bekommen? Wäre der Text der DDR-Hymne geeignet?

    Der Vorschlag stammt vom SZ-Autor Heribert Prantl, der zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik die Nationalhymne um eine zweite Strophe ergänzen möchte. Zitat:

    Schon 1990, bei den Verhandlungen zum Einigungsvertrag, hatte Lothar de Maizière, der letzte, der demokratisch gewählte DDR-Ministerpräsident darum gebeten, „Einigkeit und Recht und Freiheit“ mit dem „Auferstanden aus Ruinen“ zu verbinden“. Aber damals galt im Westen alles als schlecht, was sich mit der DDR verband. Der Westen lehnte brüsk ab, im Gestus: Was wollen wir mit eurer Hymne? Es war der Überheblichkeitsgestus: Ihr könnt froh sein, dass ihr nicht mehr die alten Lieder singen müsst.  aus SZ

    Nun möchte ZEIT-ONLINE darüber eine Debatte führen, ob dies politisch machbar sei. Auch eine Karaoke-Version zur alten Melodie kann man aufzeichnen und als Dateianhang MP3 hochladen.

    Ich würde vorschlagen, ein neue Strophe von unseren Schülern (DaF) schreiben zu lassen. Stellt euch vor, aus der ganzen Welt werden neue Strophen eingesandt, die den unterschiedlichen Blick auf unser Land thematisieren. Die Ergebnisse könnten im Internet gesammelt und kommentiert werden. Also, dann mal los!

    Weitere Links:

    Jugendliche Gewalttäter


    Vor längerer Zeit hatte ich hier im Post Jugendkriminalität – Wie es in Deutschland wirklich aussieht einen Film empfohlen, der dieses Problem ironisch darstellt. Nun ein Film, der nach Ängsten, Ursachen und Lösungen fragt. Gedreht wurde das Video von WatchBerlin in der U-Bahn-Station Hermannplatz. Gefragt wurde, ob man härter gegen die jugendlichen Straftäter vorgehen sollte.

    Zum Thema gibt es auch ein Diagramm auf Statista:

    Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter Link zur Statistik „Polizeilich ermittelte tatverdächtige Jugendliche von 1993 bis 2007 (in 1.000)“

    Behinderte Schüler in Deutschland


    Wieder ein  Thema, das den Schulalltag in Deutschland betrifft und ein wichtiges soziales Problem anspricht: Wie gehen wir mit Behinderten in unserer Gesellschaft um. Von außen betrachtet, könnte man meinen, dass die Bundesrepublik im Umgang mit behinderten Personen eher eine Vorbildfunktion hätte. Jedenfalls sehe ich das so, wenn ich an die Situation denke, die ich in Belarus oder hier in Ungarn kennen lernte oder lerne. Der taz-Artikel Aussortiert und abgesondert-Behinderte Schüler in Deutschland zeichnet ein ganz anderes Bild:

    In Deutschland werden heute nur 15 Prozent der Schüler mit sogenanntem sonderpädagogischen Förderbedarf in die normalen Schulen integriert. 85 Prozent werden in Schulen gesteckt, in denen sie unter sich bleiben – so wie die achtjährige Conny. In den anderen Ländern der Europäischen Union ist das Verhältnis umgekehrt.

    Mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche werden in Deutschland ausgesondert, das ist knapp jeder 20. Schüler. In Italien und Norwegen kommt noch nicht einmal jeder 200. Schüler auf eine Sonderschule. Und es sind nicht nur die Schwerstbehinderten, die Downsyndrom-Kinder, die Querschnittsgelähmten und Autisten oder Gehörlosen, die auf deutschen Sonderschulen landen, sondern auch die Hyperaktiven, die Rechenschwachen, die Aggressiven. Oder einfach nur die Armen und die Ausländerkinder.

    Ist Karneval lustig?


    Das habe ich mich auch schon immer gefragt. Ab B2 würde ich dieses Problem auch im Unterricht diskutieren. Sehr gut passt dazu die aktuelle Umfrage auf Zeit-Online:

    Lachen auf Kommando: Wie lustig ist der deutsche Karneval?

    Millionen feiern am Rosenmontag mit den Umzügen in Köln, Mainz und Düsseldorf den Höhepunkt des Karnevals. Ist das lustig? Wie halten Sie es mit Karneval und Fasching? Diskutieren Sie mit!

    Auf dieser Seite findet man genügend Stoff, um den Lernern ein Stimmungsbild zu präsentieren. Hier einige Ausschnitte – es lohnt sich, die gesamte Diskussion zu verfolgen:

    Nein

    Ich erinnere nur zu gut meine Kindheit im Rheinland. Ich fand es extrem beängstigend, als klitzekleiner Mensch inmitten von Massen betrunkener Erwachsener stehen zu müssen und zu allem Überfluß auch noch mit harten Bonbons beworfen zu werden.

    Wunderbar finde ich allerdings Brauchtum wie das Verbrennen des Nubbels. Der ist nämlich schuld, wenn man pleite ist, schwanger wurde oder sich sonstwie zugrunde gerichtet hat. Und wird als Strohpuppe in der Nacht zu Aschermittwoch öffentlich verbrannt.

    Der ganze Karneval…

    ist doch nur n Anschub für die Spirituosenindustrie!

    Frei nach Heinz Erhardt …

    Auf jeden Fall ist Karneval ein richtig lustig‘ Treiben –
    doch hat man keinen Spass daran, da lässt man es halt bleiben.

    Ich halte einfach nichts von

    dieser aufgesetzten Heiterkeit. Desweiteren ist die Musik einfach grausam. Aber es muss ja niemand hingehen…

    Ging mir früher genauso,

    obwohl ich in Köln geboren bin. Sie dürfen den Kölner Karneval nur nicht mit organisierten Sitzungen verwechseln,
    die in den Medien präsentiert werden.
    Das hat mit unserer Mentalität wenig zu tun, was dort gezeigt wird.

    Aktueller Bericht: ROSENMONTAGSUMZÜGE -„Himmlisch jeck“ (Spiegel-Online)

    150 Tonnen Süßigkeiten, 700.000 Tafeln Schokolade, 220.000 Schachteln Pralinen – allein in Köln: Karneval in Deutschland!
    Siehe auch im Blog: Karneval verpennt?

    Arbeit in der Notunterkunft für Obdachlose


    Wichtiges Thema, guter Text – ein Student berichtet von seinem Job:

    Streit schlichten, hart durchgreifen, Brötchen schmieren: Nacht für Nacht managt Florian Börner, 26, das Elend. Der Geschichtsstudent jobbt in einer Notunterkunft für Obdachlose – nicht aus Nächstenliebe, sondern des Geldes wegen.

    aus: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,607786,00.html

    Folgende landeskundlichen Informationen runden das Thema ab:

    In Deutschland gibt es rund 300.000 Menschen ohne Wohnung, darunter 22 Prozent Jugendliche. Etwa 2000 von ihnen kommen weder in einem Heim noch bei Freunden unter. Zwei Drittel aller Obdachlosen sind abhängig von Alkohol oder Drogen. Jährlich laufen um die 9000 Jugendliche von zu Hause weg: 70 Prozent Jungs, 30 Prozent Mädchen.

    Obdachlosigkeit in Köln:

    Ergänzung: ZEIT ONLINE 10/2009: Unter null

    Hamstern


    Vor zwei Wochen zitierte ich hier die Voraussage des Soziologen Immanuel Wallerstein: “In 30 Jahren wird es keinen Kapitalismus mehr geben” Nun möchte ich hier das Thema um eine weitere interessante Meldung ergänzen: „Bundesregierung rät zum Hamstern“ (taz):

    Die Beamten im Hause von CSU-Verbraucherministerin Ilse Aigner klagen: „Über mögliche Versorgungsengpässe macht sich kaum noch jemand Gedanken.“ Ihr Tipp heißt: immer „gut gewappnet zu sein für den Fall der Fälle“. Sie empfehlen jedem, stets einen Vorrat für 14 Tage im Haus zu haben. Aber wer will schon Dosengemüse horten? Zumal viele gar keinen Keller und keine Speisekammer besitzen. Und die Zeiten, in denen Hausfrauen im Sommer Erbsen, Bohnen, Pflaumen einkochten, damit es auch im Winter etwas zu essen gab, sind lange vorbei.

    Warum wählte die taz die schon fast historisch anmutende Bezeichnung „hamstern“ ? In Wiktionary steht dazu:
    [1] auf Vorrat beschaffen; über den eigenen Bedarf hinaus anhäufen
    [2] Nachkriegssprache: aufs Land fahren und entbehrlichen Hausrat gegen Lebensmittel eintauschen

    Im  Wortschatz-Portal der Uni-Leipzig finden sich folgende Relationen zu anderen Wörtern:

    In der deutschen Geschichte spielte das Wort kurz nach Kriegsende eine wichtige Rolle. Hier kam es zu sogenannten Hamsterfahrten:

    Massenhaft begeben sich die Städter aufs Land, denn hier ist die Versorgungslage weitaus besser. In überfüllten Zügen, in Güterwaggons, zu Fuß und mit dem Fahrrad, oft tagelang ohne zu rasten und zu schlafen, durchstreifen sie die Dörfer, um Hausrat, Kleidung oder Wertgegenstände gegen Butter, Speck und Kartoffeln zu tauschen. Viele Bauern lassen sich die Lebensmittel teuer bezahlen. Die bösen Worte vom „Perserteppich im Kuhstall“ machen die Runde.

    Aus: http://www.dhm.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/DasEndeAlsAnfang/hamsterfahrten.html

     
    Berliner Alltag 1946: Auf dem Bahnsteig des Wriezener Bahnhofs. Sie fahren nach außerhalb, um für sich und ihre Familien etwas Essbares zu holen. Aus: Commons Wikimedia – Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license. (Attribution: Bundesarchiv, Bild 183-M1205-318 / Donath, Otto / CC-BY-SA 3.0)

    Wenn man meint, dass danach die Vorratshaushaltung aus der Mode gekommen wäre, der täuscht sich. Anfang der 1960er-Jahre rief die Bundesregierung die Haushalte auf:

    „Aktion Eichhörnchen: Denke dran, schaffe Vorrat ran“

    Bürger bekamen Broschüren in die Hand gedrückt mit Einkaufslisten für eine 14-Tage-Ration: Mehl, Pumpernickel, Schmalzfleisch. Mehrere Jahre ging das so. Es war Kubakrise, Kalter Krieg. Für die Eichhörnchenwerbung spendierte die Regierung jedes Jahre bis zu 1,5 Millionen D-Mark. Die DDR sparte sich solche Aufrufe.

    aus: taz

    Schön finde ich den Ausdruck „Aktion Eichhörnchen“. Hamstern war den Initiatoren zu negativ belegt, so dass sie sich eines beliebteren Tieres bedienten.

    Nun ist es also wieder soweit – Vorratshaltung ist schick. Wie kann man das Thema im Unterricht umsetzen? Neben der schon erwähnten historischen Relevanz für den Landeskundeunterricht, besitzt das Thema durch die Folgen der Finanzkrise ungeheure Brisanz. Schon früher erwähnte ich an gleicher Stelle die Ängste (Deutsche zweifeln an der sozialen Marktwirtschaft) und Albträume der Deutschen. Diese dürften durch die aktuelle Situation neuen Nährboden erhalten haben. Die Meldung in der taz ist ein Anzeichen dafür, dass auch andere Szenarien für möglich gehalten werden, die noch vor Monaten als tabu galten. Diese Krisenszenarien könnte man auch sprachlich umzusetzen. Material findet man hierzu auf den Seiten http://www.krisenvorsorge.com/, die zugespitzt die Situation so beschreibt: „Die Frage ist nicht „ob“ der Crash kommt, sondern „wann“ Wir befinden uns vor der größten weltweiten Finanzkrise auf die Sie sich jetzt vorbereiten müssen! Zu beachten hierbei ist, dass die wirkliche Krise noch nicht eingetreten ist!“ Die Lerner könnten nun eine solche Vorbereitung planen und einen möglichen Verlauf der Krise beschreiben. Folgende Fragen der Seite Krisenvorsorge können als Anregung dienen:

    • Was werden Sie und Ihre Familie essen?
    • Was tun Sie, wenn die Geschäfte geschlossen bleiben?
    • Welche Ausrüstung haben Sie, wenn der Strom ausfällt?
    • Wie viel Bargeld haben Sie, falls jetzt die Banken schließen?
    • Wie bezahlen Sie Ihre Rechnungen? Ihre Miete?
    • Wie schützen Sie sich, wenn der hungrige Nachbar vor der Türe steht?

    Ist die „Sprachmauer“ gefallen?


    Ich muss mich ja fast schon entschuldigen, dass ich wieder auf einen Text des Goethe-Instituts verweise, aber dieser passt ausgezeichnet in  die Unterrichtseinheit, die ich gerade unterrichte. In dieser UE geht es um das Buch „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“. Viele werden den Film kennen und vielleicht nur die lustigen Szenen in Erinnerung haben. Durch das Buch bekommt man einen tieferen Einblick in den DDR-Alltag. Auch die Sprache spiegelt die damalige Zeit wider. Gerade das macht das Buch für DaF-Lerner einerseits problematisch, andererseits bietet es auch die Möglichkeit zur Sprachreflexion. Gab es nun wirklich eine eigenständige DDR-Sprache und wie sieht es heute damit aus? Im Text „20 Jahre nach der Wende: Ist die „Sprachmauer“ gefallen?“ findet man einige Antworten:

    So groß, dass man von einer DDR-eigenen Ausprägung der deutschen Sprache – ähnlich den nationalen Varietäten in Österreich oder der Schweiz – hätte sprechen können, waren die Unterschiede zwischen Ost und West nie.

    Gravierender waren semantische Abweichungen: Eine Alltagsvokabel wie „Einkaufen“ beispielsweise hatte zwar für West- wie für Ostdeutsche die gleiche Grundbedeutung. Fragte man sie jedoch danach, was ihnen spontan dazu einfalle, nannten Ostdeutsche vor allem negativ besetzte Begriffe wie „Schlange stehen“, „leere Läden“ oder „sinnlose Rennerei“. Für Westdeutsche war das Wort „Einkaufen“ hingegen positiv besetzt, denn sie kannten keine leeren Geschäfte und mussten für Produkte des täglichen Bedarfs selten anstehen – und vergeblich schon gar nicht.

    Und heute?

    Nur eine Handvoll Ausdrücke haben überdauert. Missverständnisse und Kommunikationsschwierigkeiten lösen sie aber nicht mehr aus. Denn inzwischen sind sie so gut in die gesamtdeutsche Sprache „integriert“, dass viele Westdeutsche – anders als beim „Broiler“ – gar nicht wissen, dass sie DDR-Sprache verwenden, wenn sie sagen: „Fakt ist …“, „Das haben wir angedacht.“ oder „Das wurde abgenickt.“

    Also dürfte folgendes Video nicht mehr ganz aktuell sein (aber immer wieder witzig):

    Der GI-Artikel kann auch gehört werden: Vorlesen oder  Download MP3 (Leider ist die Betonung gewöhnungsbedürftig.)

    Konkrete Beispiele finden sich u.a. in der Wikipedia: DDR-Sprachgebrauch und hier:

    Und in der Sprachbar der Deutschen Welle (vom 29.08.2007) Weitgehend ausgestorben – DDR-Sprache: Text, Übungen zum Ausdrucken und natürlich als Audio: Sprachbar: Weitgehend ausgestorben – DDR Sprache – die Folge hören (MP3)

    Im DSD-Wiki habe ich einige Seiten zum Buch: „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ gestaltet. Wichtige Themen sind das Leben in der DDR und die Wiedervereinigung. Hier kann man Ideen und Materialien auswählen und, angepasst an die Bedürfnisse der Lerngruppe, zu einer UE zusammenstellen. Der „Baukasten“ funktioniert als UE on- und offline. Der Inhalt kann einfach kopiert und zu einer neuen Wiki-Seite oder als Arbeitsblatt verändert werden. Neue Ideen sind dabei natürlich willkommen und können entsprechend des Wiki-Prinzips den Baukasten erweitern.

    MIGRANTEN-STUDIE(N)


    SPIEGEL-ONLINE erwähnt heute eine interessante Studie zum Integrationserfolg einzelner Migrantengruppen, inklusive der Zuwanderer mit deutschem Pass. Die Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung wird am Montag veröffentlicht. Sie erstellt ein Ranking der einzelnen Bundesländer nach ihrem Integrationserfolg.

    Wer sind Migranten?

    Es leben etwa 15,3  Millionen Deutsche mit „Migrationshintergrund“. (fast jeder Fünfte  -18,4Prozent) – Statistik

    Das Herkunftsland Nummer eins ist die frühere Sowjetunion mit 21 Prozent der Migration in Deutschland,
    gefolgt von der Türkei mit 19 Prozent. Zwölf Prozent kommen aus südeuropäischen Ländern, elf Prozent
    aus Polen.

    Statistik: Anzahl der Ausländer in Deutschland nach Herkunftsland (Stand 31.12.2006)

    Hier einige Zitate aus der aktuellen Studie:

    Türken und Türkischstämmigen in Deutschland:

    • 30 Prozent haben keinen Schulabschluss, nur 14 Prozent haben das Abitur
    • sind häufig erwerbslos
    • viele sind abhängig von Sozialleistungen
    • hohe Hausfrauenquote
    • Besonders groß sind die Missstände im Saarland: 45 Prozent der Türken und Türkischstämmigen dort sind ohne jeglichen Bildungsabschluss.

    Gruppe der Aussiedler:

    Und noch ein Zitat von Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts, das ich mir als Diskussionsanlass sehr gut vorstellen kann:

    Wir haben uns viel zu lange daran gewöhnt, dass wir Grundschulklassen haben, in denen 80 Prozent kein Deutsch verstehen.

    Am Ende steht die Frage:

    Warum sind Türken mit Abstand am schlechtesten integriert?

    • Weitere Links, Ideen, Videos und Statistiken auf dem DSD-Wiki unter:  Begegnung und Projektpräsentation meiner neunten Klasse (GER A2) zum Thema “Ausländer in Deutschland und Ungarn”.Klasse 9a

    Migranten in Deutschland – antifundamentalistisch, integrationswillig und aufstiegsorientiert!

    Die neue Sinus-Studie über Migranten-Milieus als [PDF – 60 KB]

    Viele Türken haben früher nach dem Erwerb der deutschen ihre alte Staatsbürgerschaft zusätzlich wieder angenommen. Das ist nun nicht mehr möglich.

      DaF-Landeskunde-Blick in das Jahr 2009


      Nach den Rückblicken nun ein Ausblick auf die Themen des Jahres 2009.

      Ob alle Jubiläen hier im Blog mit einem Artikel bedacht werden, kann ich nicht versprechen. Vielleicht wird der eine oder andere Beitrag nur eine kurze Linksammlung. Das Jahr 2009 wird für mich auch einige Veränderungen bringen. Der Vertrag in Ungarn läuft aus und ich werde mich nach einer neuen Arbeit umsehen müssen.

      Fangen wir mit einem Komiker an: Heinz ERHARDT,  (Schauspieler, Kabarettist, Komponist, Filmproduzent) wird 100. ! (* 20. Februar 1909 in Riga  † 5. Juni 1979 in Hamburg)

      Als Kontrast die ernste deutsche Geschichte: stolze 2000 Jahre der Varusschlacht, der Fall der Berliner Mauer 20 Jahre und auch 70 Jahre des Beginns des Zweiten Weltkrieges (01. September) sind sicherlich inhaltsschwere Themen.

      Kultur und Kunst bieten ein Händel-Jahr (250. Todestag) und das Haydn-Jahr (200. Todestag. 31.Mai). Das Staatliche Bauhaus in Weimar eröffnete vor  90. Jahren seine Pforten (21. März 1919).

      Die Rockmusik feiert das 40-jährige Bühnenjubiläum der Puhdys.

      Kurios finde ich die 725 Jahre der Rattenfängersage von Hameln.

      Tagespolitisch wird man an dem Superwahljahr in Deutschland nicht vorbeikommen. Es beginnt mit der Wiederholungswahl in Hessen und wird dann am 30. August mit den Landtagswahlen in Sachsen, Saarland und Thüringen fortgesetzt. Am 27. September kommt es dann zur Wahl zum 17. Deutschen Bundestag.

      Der Höhepunkt im DaF- Bereich wird die XIV. Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) vom 3.- 8. August 2009 in Jena-Weimar sein. Ich freue mich, den einen oder anderen dort persönlich kennenzulernen.

      Sicherlich gibt es noch mehr Themen für das Jahr 2009. Welche haltet ihr für wichtig?

      Weiter Informationen hier:

      Blumen sagen mehr als 1000 Worte – 100 Jahre Fleurop


      Am 17. September 1908 gründete der Berliner Florist Max Hübner, zusammen mit 98 Blumengeschäftsinhabern, die „Blumenspenden-Vermittlungsvereinigung“.

      Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

      Heute nennen wir die  „Blumenspenden-Vermittlungsvereinigung“  Fleurop !

      Die Idee erscheint in der Zeit der allgemeinen Mobilität und der Globalisierung simpel: Die Blumen sollten nicht selbst verschickt werden, sondern lediglich die Aufträge an Blumenfachgeschäfte vor Ort. Dort werden die gewünschten Blumen ganz frisch zusammengestellt und dem Empfänger überbracht. Später erfolgt dann die Verrechnung zwischen den beiden beteiligten Floristen.

      Zurzeit gibt es gut 50.000 Partnerfloristen in 150 Ländern der Erde.

      Mehr in der Wikipedia :Fleurop
      Die Deutsche Welle hat zu diesem Thema einen Film online gestellt, der sich sehr gut im Unterricht einsetzen lässt: Fleurop – 100 Jahre Blumengruß

      Wie die Deutschen dieses Angebot annehmen, verrät folgende Statistik von Statista:

      Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter Link zur Statistik „Bestellen von Blumen über das Internet“

      Aber es gibt noch so viel rund um die Blume zu berichten. Also „Lasst Blumen sprechen!“

      Da wären die Sendungen der DW Alltagsdeutsch „Durch die Blume“ und das Stichwort „Blühen“.

      Deutschland importiert weltweit die meisten Schnittblumen.

      Aber woher kommen sie? Das verrät die Sendung: „Der weite Weg der Blumen“.